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Maraviroc

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Maraviroc

Formel Maraviroc

Wirkstoffklasse

  • Virustatikum
  • Entry-Inhibitor
  • CCR5-Antagonist

Fertigpräparate

  • Celsentri® 

Wirkung

Maraviroc ist ein Arzneistoff zur Behandlung von HIV-Infektionen und deren Folgen. Er gehört zur Gruppe der Entry-Inhibitoren (Corezeptor-Antagonisten).

Wirkungsmechanismus

Mehrere Mechanismen müssen zusammentreffen, damit ein HI-Virus in eine humane Zelle eindringen kann. Dies ist für das Virus essenziell, da es sich nur intrazellulär vermehren kann. Der erste Schritt der Annäherung erfolgt zwischen dem Virus-Hüllprotein gp-120 und dem zellulären CD4-Rezeptor ("Attachment"). Im nächsten Schritt kommt es zu einer Wechselwirkung zwischen der V3-Schleife des gp120 und Co-Rezeptoren, die zu den Chemokin-Rezeptoren gehören und in der humanen Zellmembran in der Umgebung von CD4 exprimiert werden. Eine Schlüsselfunktion für HIV haben der CCR5- und der CXCR4-Co-Rezeptor. Abschließend erfolgt die Fusion der beiden Zellmembranen und die Freisetzung der viralen Erbsubstanz in das Zellinnere.
CCR5-Antagonisten binden selektiv an den Chemokin-Rezeptor CCR5 des Menschen. Dadurch können HI-Viren, die diesen Co-Rezeptor benutzen, nicht mehr in ihre Zielzellen eindringen (CCR5-trope HIV). Diese Arzneistoffe zeigen in vitro keine Aktivität gegen Viren, die nur oder auch CXCR4 benutzen (CXCR4- oder dualtrope Viren).

Maraviroc ist ein Vertreter der therapeutischen Klasse der CCR5-Antagonisten. Maraviroc bindet selektiv an den Chemokin-Rezeptor CCR5 beim Menschen, wodurch das Eindringen des CCR5-tropen HIV-1 in die Zielzellen verhindert wird.
Maraviroc zeigt in vitro keine antivirale Aktivität gegen Viren, die CXCR4 als Co-Rezeptor nutzen können (dual-trope oder CXCR4-trope Viren werden nachstehend gemeinsam als "CXCR4 nutzende Viren“ bezeichnet). Der Serum adjustierte EC90-Wert bei 43 primär klinischen HIV-1-Isolaten betrug 0,57 ng / ml (0,06 bis 10,7), ohne signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen getesteten Subtypen. Die antivirale Aktivität von Maraviroc gegen HIV-2 wurde nicht untersucht.
Bei Anwendung zusammen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln in Zellkulturen, zeigte die Kombination von Maraviroc mit einer Reihe von nucleosidischen Reverse-Transkriptasehemmern, nicht nucleosidischen Reverse-Transkriptasehemmern, Proteaseinhibitoren oder dem HIV-Fusionshemmer Enfuvirtid keinen antagonistischen Effekt.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Maraviroc

Relative Gegenanzeigen

- Patienten über 65 Jahre: Anwendung mit Vorsicht, da nur eingeschränkte Erfahrungen vorliegen.
- eingeschränkte Leberfunktion: Anwendung mit Vorsicht, da nur begrenzte Daten vorliegen
- Hepatitis B/C Co-Infektion: Es liegen nur sehr begrenzte Daten vorliegen, deshalb Behandlung nur unter besonderer Vorsicht.
- Nierenfunktionsstörung: Die Sicherheit und Wirksamkeit wurde nicht speziell untersucht, daher Anwendung mit erhöhter Vorsicht
- Orthostatische Hypotonie:
Bei Gabe von Maraviroc im Rahmen von Studien mit gesunden Probanden mit höheren als den empfohlenen Dosen, wurden Fälle von symptomatischer, orthostatischer Hypotonie häufiger als unter Placebo beobachtet. Bei HIV-Patienten, die Maraviroc in Phase-3-Studien in der empfohlenen Dosis erhielten, wurde jedoch eine orthostatische Hypotonie mit ähnlicher Häufigkeit wie unter Placebo beobachtet (ca. 0,5 %). Bei Patienten mit orthostatischer Hypotonie in der Anamnese oder mit einer Begleitmedikation, von der bekannt ist, dass sie den Blutdruck senkt, muss Maraviroc mit Vorsicht eingesetzt werden.
- Schwangerschaft
- Stillzeit

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer antiretroviralen Kombinationstherapie eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln.
- Besonders bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder langdauernder antiretroviraler Kombinationstherapie (CART) wurden Fälle von Osteonekrose berichtet.

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)

- Übelkeit

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- Erhöhung der Alanin-Aminotransferase, Aspartat-Aminotransferase, γ-Glutamyltransferase; Gewichtsverlust
- Schwindelgefühl, Parästhesie, Beeinträchtigung des Geschmackssinns, Schläfrigkeit
- Husten
- Erbrechen, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Gefühl der Aufgeblähtheit, Verstopfung
- Hautausschlag, Juckreiz
- Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen
- Kraftlosigkeit
- Schlaflosigkeit
Laborwertveränderungen Grad 3 bis 4 (ACTG-Kriterien) mit einer Häufigkeit von >=1 %, basierend auf den maximalen Veränderungen der Laborwerte unabhängig vom Ausgangswert (Studien MOTIVATE 1 und MOTIVATE 2 (gepoolte Analyse, max. 48 Wochen)):
- Aspartat-Aminotransferase: > 5 x Obergrenze des Normbereichs
- Alanin-Aminotransferase: > 5 x Obergrenze des Normbereichs
- Gesamt Bilirubin: > 5 x Obergrenze des Normbereichs
- Amylase: > 2 x Obergrenze des Normbereichs
- Lipase: > 2 x Obergrenze des Normbereichs
- Absolute Neutrophilenzahl: <750 / mm3

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

- Myokardinfarkt, myokardiale Ischämie
- Panzytopenie, Neutropenie, Lymphadenopathie
- Bewusstlosigkeit, Epilepsie, Petit Mal, Krämpfe, Gesichtslähmung, Polyneuropathie, Areflexie
- Atemnot, Bronchospasmen
- Pankreatitis, rektale Blutungen
- Nierenversagen, Polyurie
- Myositis
- Lungenentzündung
- Leberzirrhose
- Halluzinationen




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