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Marbofloxacin


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Marbofloxacin

Formel Marbofloxacin


Wirkstoffklasse

  • Antibiotikum
  • Gyrasehemmer

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Marbocyl® 
  • Aurizon® 

Wirkung

Marbofloxacin ist ein bakterizid wirkendes Fluorochinolon, welches gegen gramnegative und grampositive Keime, aber vor allem gegen Enterobacteriaceen, gegen Pasteurella, Pseuomonas und Staphylokokken wirkt. Es findet vor allem in der Veterinärmedizin Verwendung.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informtionen zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern finden sich hier

Marbofloxacin
verfügt über einen ähnlichen Wirkungsmechanismus wie Enrofloxacin.

Die DNA-Gyrase, das bakterielle Äquivalent der eukaryontischen Topoisomerase II, besteht aus 2 alpha- und 2 beta-Untereinheiten. Die alpha-Untereinheiten besitzen DNA-Bindungsstellen und können die DNA-Doppelhelix aufbrechen. Die beta-Untereinheiten verdrillen die Helix unter ATP-Verbrauch spiralig. Danach verbinden die alpha-Untereinheiten die DNA-Stränge wieder. Dieser Prozess wird als Supercoiling bezeichnet. So ist eine energetisch günstige DNA-Duplikation, schnelle Replikation, Transkription und Rekombination der kompakt aufgewundenen DNA möglich.
Die Wirkstärke der Gyrasehemmer ist abhängig von dem ATP-Gehalt; bei ATP-Mangel wird die bakterizide Wirkung beeinträchtigt. Antibiotika, welche die Proteinsynthese (Chloramphenicol) oder RNA-Synthese (Rifampicin) hemmen, interferieren mit dem Wirkmechanismus der Gyrasehemmer. Diese wirken dadurch nur noch bakteriostatisch. Säugertierzellen werden dagegen nicht von Chinolonen gehemmt, da ihre Topoisomerase II aus weniger Untereinheiten besteht. Chinolone hemmen eukaryotische Topoisomerasen nur in sehr hohen Konzentrationen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Jungtiere / Wachstum
Hunde und Katzen, welche jünger als 12 Monate sind, sollten nicht mit Marbofloxacin behandelt werden, da es zu Knorpelschäden führen kann. Auch Tiere mit schon vorhandenen Knorpelschäden sollten nicht mit Fluoroquinolonen therapiert werden.

Trächtigkeit / Laktation

Marbofloxacin darf aufgrund möglicher Arthropathien nicht bei trächtigen und laktierenden Tieren verwendet werden.

ZNS-Symptome

Bei Tieren mit bestehenden Anfallsleiden darf kein Marbofloxacin verwendet werden.

Hypersensibilität

Tiere mit einer Empfindlichkeit gegenüber Chinolonen sollten nicht mit Marbofloxacin behandelt werden.

Niere

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz darf Marbofloxacin nicht verwendet werden.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Lokal Nebenwirkungen

Beim Pferd können nach subkutaner Applikation Ödeme an der Injektionsstelle auftreten, die nach 2 - 3 Wochen wieder verschwinden.

Bei Schweinen kann es nach einer i.m.-Injektion (im Gegensatz zu Amoxicillin) am 5. Tag zu einer lokalen Schwellung an der Injektionsstelle kommen. Deshalb ist der Einsatz von Amoxicillin bei Mastschweinen von Vorteil.


Systemische Nebenwirkungen

Die systemischen Nebenwirkungen sind ähnlich wie jene von Enrofloxacin.

Gastrointestinaltrakt
Vereinzelt können gastrointestinale Störungen wie Erbrechen, Durchfall oder Anorexie auftreten. Bei Katzen wurden in wenigen Fällen gastrointestinalen Störungen (milder Durchfall oder Erbrechen) beobachtet. Bei Labortieren wurden milde Nebenwirkungen des Magen-Darmtraktes beobachtet.

Jungtiere / Wachstum
Bei Hunden und Katzen unter 12 Monaten kann es zu Knorpelschäden kommen.

ZNS-Symptome
Chinolone können schnell durch die Bluthirnschranke dringen und an die gamma-Aminobuttersäurerezeptoren binden. Sie hemmen so den Neurotransmitter, wodurch es zu Krämpfen kommen kann. Diese können mit Valium therapiert werden.

Hypersensibilität
Tiere mit einer Empfindlichkeit gegenüber Chinolonen sollten nicht mit Marbofloxacin therapiert werden.