Arzneistoffe von A-Z
Alles zu Wirkstoffen
 



Metamizol


Bei Patronenwelt.com kann man die Tintenpatronen preiswert und schnell auf Rechnung online bestellen.
Zum Thema Palettenregal finden Sie hier weitere Informationen.

 

Metamizol

 Formel Metamizol

Wirkstoffklasse

  • nichtopioides Aanalgetikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Analgin® 
  • Berlosin®
  • Novalgin®

Wirkung

Metamizol ist ein nichtsaures Pyrazolderivat mit starken analgetischen, guten antipyretischen und spasmolytischen sowie geringen antiphlogistischen Effekten. Es wird oral, rektal und parenteral bei starken Schmerzen, Koliken und hohem Fieber eingesetzt.

Wirkungsmechanismus

Pyrazol- oder Pyrazolinonderivate gehören zur Gruppe der nichtsauren antipyretischen Analgetika. Zur Substanzklasse gehören neben dem Prototyp der Phenazone, dem Phenazon selbst, dessen Isopropylderivat Propyphenazon und Metamizol sowie die Pyrazolidin-3,5-dion-Derivate Phenylbutazon und Oxyphenbutazon. Die Phenazone wirken gut analgetisch und antipyretisch, die Pyrazolidin-3,5-dione aufgrund ihres sauren Charakters außerdem antiphlogistisch. Eingesetzt werden die Pyrazol-Derivate üblicherweise bei leichten bis mittelstarken Schmerzen. Das bei schweren Fieberzuständen indizierte Metamizol ist hinsichtlich seiner antipyretischen Potenz Phenazon, Paracetamol und Acetylsalicylsäure überlegen. Des Weiteren wird für Metamizol eine direkte spasmolytische Wirkung an der glatten Muskulatur diskutiert. Das Agranulozytose-Risiko nach Metamizol-Gabe wird inzwischen mit einer Größenordnung von 1:1 Mio. angegeben.
Der Wirkmechanismus der Pyrazol-Derivate ist im Einzelnen nicht bekannt. Anzunehmen ist eine Hemmung der Prostaglandinsynthese und der Cyclooxygenase, des Weiteren eine Beeinflussung der Arachidonsäurewirkung und eine reversible Hemmung der Thrombozytenaggregation.
Pyrazol-Derivate führen selten zu schweren allergischen Hauterkrankungen oder zu Blutdruckabfällen. Im Gegensatz zu dem inzwischen nicht mehr im Handel befindlichen Aminophenazon wirken die heute therapeutisch eingesetzten Pyrazol-Derivate nicht nitrosaminbildend.
Kontraindikationen für Pyrazol-Derivate stellen Blutbildungsstörungen, hepatische Porphyrie, Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel und Nierenfunktionsstörungen dar.

Als Prodrug der pharmakologisch aktiven Metaboliten 4-Methylaminophenazon und 4-Aminophenazon wirkt Metamizol analgetisch, antipyretisch und gering antiphlogistisch sowie spasmolytisch. Die analgetischen und antipyretischen Wirkungen sind stärker ausgeprägt als die von Phenacetin und den Salicylaten. Unter den Pyrazol-Derivaten besitzt es die stärkste analgetische Wirkung. Der Wirkungsmechanismus ist - wie bei anderen Analgetika - im Einzelnen nicht bekannt. Unter anderem hemmt Metamizol die Prostaglandinsynthese (PGE1 und PGE2) und reversibel die Thrombozytenaggregation. Es inhibiert die Cyclooxygenase und beeinflusst die Arachidonsäurewirkung. Gleichzeitig scheint eine zentrale Wirkkomponente vorzuliegen. Diskutiert wird für die analgetische Wirkungskomponente auch eine Dämpfung der zentralen Schmerzperzeption durch Aktivierung von Neuronen im schmerzhemmenden System.
Die antipyretische Wirkung wird durch zentralen Angriff am hypothalamischen Wärmeregulationszentrum vermittelt, unterstützt durch eine vermehrte Wärmeabgabe über die Peripherie. Die exsudationshemmenden und gefäßabdichtenden Eigenschaften des Metamizol sind die Grundlagen der antiphlogistischen Wirkung, die - zumindest teilweise - über eine Hemmung der endogenen Prostaglandinsynthese zustande kommen dürfte.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen

- Pyrazolon- und Pyrazolidin-Allergie (Überempfindlichkeit z. B. gegen Metamizol-, Propyphenazon-, Phenazon- oder Phenylbutazon-haltige Arzneimittel)
- Patienten mit bekanntem Analgetika-Asthmasyndrom oder Patienten mit bekannter Analgetika-Intoleranz vom Urtikaria-Angioödemtyp, d.h. Patienten, die mit Bronchospasmus oder anderen anaphylaktoiden Reaktionsformen auf Salicylate, Paracetamol oder andere nicht-narkotische Analgetika wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen reagieren.
- Störungen der Knochenmarkfunktion (z.B. nach Behandlung mit Zytostatika, die bei Krebsleiden gegeben werden) oder Erkrankungen des hämatopoetischen Systems (Erkrankungen der Blutbildung)
- genetisch bedingter Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Erbkrankheit mit Gefahr der Auflösung der roten Blutkörperchen)
- akuter hepatischer Porphyrie (Erbkrankheit mit Bildungsstörung des roten Blutfarbstoffs)

Relative Gegenanzeigen

- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Patienten mit erhöhtem Risiko für anaphylaktoide Reaktionen, z.B. allergisch bedingtem Asthma bronchiale, chronischer Urtikaria, Alkoholintoleranz, Farbstoff- und/oder Konservierungsmittelintoleranz
- Erkrankungen, die mit einer Verminderung der Anzahl der weißen Blutkörperchen einhergehen,
- Nierenfunktionsstörungen
- Leberfunktionsstörungen

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Die wesentlichen Nebenwirkungen von Metamizol beruhen auf Überempfindlichkeitsreaktionen. Die wichtigsten sind Schock und Agranulozytose. Beide Reaktionen sind selten, aber lebensbedrohlich und können auch nach mehrfacher komplikationsloser Anwendung auftreten. Anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen können sich während der Injektion bzw. unmittelbar danach, aber auch Stunden später entwickeln; sie treten aber überwiegend während der ersten Stunde nach der Gabe auf. Leichtere Reaktionen manifestieren sich typischerweise in Haut- und Schleimhautreaktionen (wie z.B. Juckreiz, Brennen, Rötung, Urtikaria, Schwellungen), Dyspnoe und - seltener - gastrointestinalen Beschwerden. Solche leichteren Reaktionen können in schwerere Formen übergehen mit generalisierter Urtikaria, schweren Angioödemen (auch im Larynxbereich), schwerem Bronchospasmus, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall (manchmal mit vorausgehendem Blutdruckanstieg) und Kreislaufschock. Bei Patienten mit Analgetika-Asthmasyndrom manifestieren sich Unverträglichkeitsreaktionen typischerweise in Form von Asthmaanfällen.
Zu den typischen Zeichen einer Agranulozytose gehören entzündliche Schleimhautveränderungen (z.B. im Mund-, Hals-, Anorektal- und Genitalbereich), Halsschmerzen, Fieber (einschließlich unerwartet andauerndem oder wieder einsetzendem Fieber). Bei Patienten, die Antibiotika erhalten, können diese Anzeichen allerdings minimal sein. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit ist stark erhöht, während die Lymphknoten typischerweise nur leicht oder überhaupt nicht vergrößert sind. Auch ein unerwartete Verschlechterung des Allgemeinbefindens kann Hinweis auf das Vorliegen einer Agranulozytose sein.
Ein Blutdruckabfall mit oder ohne Vollbild des Schocks kann insbesondere bei der parenteralen Anwendung auftreten.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

- fixes Arzneimittelexanthem
- hypotensive Reaktionen

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

- anaphylaktoide oder anaphylaktische Reaktionen
- makulopapulöses Exanthem
- schwerer Blutdruckabfall
- Leukopenie

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

- schwere und lebensbedrohliche anaphylaktoide oder anaphylaktische Reaktionen
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Lyell-Syndrom
- Agranulozytose
- Thrombozytopenie
- akute Verschlechterung der Nierenfunktion (evtl. mit Oligo- oder Anurie und akutem Nierenversagen)
- akute interstitielle Nephritis
- Schmerzen und lokale Reaktionen an der Injektionsstelle, evtl. Phlebitiden
- psychische Störungen wie Depression, Angst, Agitiertheit