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Metformin


 

Metformin

Formel Metformin

Wirkstoffklasse

  • Antidiabetikum
  • Biguanid

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Glucophage® 
  • espa-formin®
  • Siofor®

Wirkung

Metformin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Biguanide, der bei nicht insulinabhängiger Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) eingesetzt wird. Es ist eines der am längsten eingesetzten Antidiabetika. Studien zufolge verringert es das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen bei Typ-2-Diabetes. Die Blutzucker-senkende Wirkung der Biguanide ist schon seit den 1920er Jahren bekannt. Von den verschiedenen Biguaniden konnte sich als einziges das Metformin behaupten. Phenformin und Buformin führten vermehrt zu Laktazidosen und wurden deswegen in den meisten Ländern vom Markt genommen.

Wirkungsmechanismus

Das molekulare Wirkprinzip von Biguaniden ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. Klinische Studien zeigen, dass Metformin die Glucose-Neubildung in der Leber hemmt. Neben der Aufnahme von Zucker (Glucose) mit der Nahrung stellt dieser Stoffwechselweg, mit dem Glucose aus dem Umbau von Aminosäuren und anderen Stoffwechselprodukten gewonnen wird, eine wichtige Einflussgröße des Blutzuckerspiegels dar. Immer wieder wird auch darauf hingewiesen, dass Metformin zusätzlich die Resorption von Glucose im Darm hemmen und eine schnellere Aufnahme in die Muskelzellen bewirken soll, doch konnten diese beiden Effekte bislang nicht sicher nachgewiesen werden.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Erwiesene Überempfindlichkeit gegenüber Metformin, diabetisches Koma und Präkoma, schwere Ketoazidose, insulinabhängiger Diabetes beim Kind, schwere Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz (Kreatinämie > 110 µmol/l [> 1,24 mg/dl]), Harnstoff > 8,3 mmol/l (> 50 mg/dl), Herz-Kreislauf-Insuffizienz, Gewebshypoxie, Pankreasentzündung, erwiesener Mangel an Vitamin B 12 , Folsäure- oder Eisenmangel, schwere Infektionskrankheiten, Alkoholismus, Abmagerungskuren, Gewichtsverlust, generelle schlechte körperliche Verfassung, mangelnder Wille zur Zusammenarbeit, vor und einige Tage nach chirurgischen oder invasiven Eingriffen, vor allem uro- und angiographische Untersuchungen, fortgeschrittenes Alter, Schwangerschaft.

Nebenwirkungen

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Magen-Darm-Störungen, wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Blähungen, Bauchschmerzen, Metallgeschmack und Anorexie treten in ca. 5-15% der Fälle auf. Sie machen sich meist zu Beginn der Therapie bemerkbar und gehen in der Regel spontan zurück.
Um diesen unerwünschten Wirkungen vorzubeugen oder sie zu mildern, kann die Behandlung einschleichend begonnen werden, das Medikament während oder am Ende der Mahlzeit eingenommen werden oder vorübergehend Magen-Darm-Schleimhaut-Schutzpräparate, Atropinabkömmlinge oder Spasmolytika, verabreicht werden. Falls Metformin über eine längere Zeitperiode verabreicht wird, kann dies zu einer Verminderung der Resorption von Vitamin B 12  als auch von Folsäure führen und, in sehr seltenen Fällen, eine megaloblastische Anämie hervorrufen. Regelmässige Messungen der Blutspiegel von Vitamin B 12  und Folsäure sowie Kontrollen des Blutbildes sollten deshalb bei allen Patienten durchgeführt werden. In seltenen Fällen treten Überempfindlichkeitsreaktionen auf. In sehr seltenen Fällen können diese einen anaphylaktischen Schock hervorrufen. In vereinzelten Fällen wurden eine Leukopenie und eine Thrombopenie beobachtet.

Laktatazidose (Laktazidose)
Das klinische Bild der schweren Laktatazidose ist unspezifisch wie bei jeder schweren Azidose. Typische Zeichen im Prodromalstadium sind: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Adynamie, Verwirrtheit, Desorientierung, Unruhe, Untertemperatur und Unmöglichkeit, sich zu erheben.
In der ersten Phase ist der Blutdruck nicht erniedrigt, es bestehen aber häufig bereits Tachykardie und Tachypnoe (tiefe Kussmaulsche Atmung mit meist fehlendem Azetongeruch). Der Patient ist häufig bewusstseinsgetrübt, jedoch selten komatös.
In einer späteren Phase ist der Patient hypoton, selten normoton. Meist besteht Oligoanurie. Häufig fehlen Reflexe; manchmal sind die Pupillen - auch bei noch ansprechbaren Patienten - lichtstarr und entrundet.

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Eine Abschwächung der blutzuckersenkenden Wirkung oraler Antidiabetika aus der Gruppe der Biguanide ist grundsätzlich möglich bei gleichzeitiger Gabe von: Chlorpromazin, Kortikosteroiden, Schilddrüsenhormonen, Östrogenen, Gestagenen, Nikotinaten, Saluretika, Sympathomimetika, Kalzium-Antagonisten, Furosemid, Isoniazid.
Eine Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung ist möglich bei gleichzeitiger Gabe von: Fenfluramin, MAO-Hemmern, Sulfonylharnstoffen, Salizylaten.
Eine Erhöhung des Laktatazidose-Risikos ist durch eine Verringerung der Nieren-Clearance möglich bei gleichzeitiger Gabe von nicht-steroidalen Antirheumatika, Acetylsalicylsäure, i.v. Röntgenkonstrastmitteln sowie Alkohol.

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