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Metoclopramid


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Metoclopramid

Formel Metoclopramid

Wirkstoffklasse

  • Antiemetikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Cerucal® 
  • MCP HEXAL®
  • Paspertin®

Wirkung

Metoclopramid wirkt antiemetisch bei Brechreiz und Erbrechen unterschiedlicher Genese. Die antiemetische Wirkung beruht u.a. auf einer Blockade von Dopaminrezeptoren in der Chemorezeptoren-Triggerzone des Brechzentrums. Darüber hinaus stimuliert Metoclopramid die Motilität im oberen Gastrointestinaltrakt.

Wirkungsmechanismus

Das Procainamid-Derivat Metoclopramid ist ein zentraler Dopamin-(D2- und in hohen Dosen auch Serotonin-5HT3-) Antagonist. Ferner zeigt es eine cholinerge Aktivität. Zwei Hauptwirkungen können unterschieden werden: 1. ein antiemetischer Effekt und 2. eine beschleunigte Magenentleerung und Dünndarmpassage.
Die Mechanismen der positiven Beeinflussung von Motilitätsstörungen des Gastrointestinaltraktes durch Metoclopramid sind nicht bis in alle Einzelheiten geklärt. Durch Untersuchungen mit dem Dopamin-Rezeptor-Agonisten Apomorphin ist nachgewiesen worden, dass dopaminerge Stimulation zu einer Erschlaffung des Magens und einer Kontraktion des Pylorus führt. Man kann somit davon ausgehen, dass Dopamin-Rezeptor-Antagonismus die gegenteilige Wirkung hervorruft, da als Resultat der Parasympathikustonus überwiegt. Letzterer hat eine Kontraktion des Corpus und die Erschlaffung des Sphinkters mit anschließender orthograder Entleerung des Magens zur Folge. Auch über eine Aktivierung von peripheren Serotonin-5HT4-Rezeptoren werden indirekte cholinerge Eigenschaften an der Magen-Darm-Wand entfaltet. Eine direkte Einwirkung auf die glatte Muskulatur des Gastrointestinaltrakts und/oder eine Verstärkung cholinerger Impulse an der postganglionären neuromuskulären Übertragung als zu Grunde liegende Mechanismen konnten bisher ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Die postsynaptische Aktivität ist abhängig von der Freisetzung von Acetylcholin aus postganglionären cholinergen Neuronen des Gastrointestinaltrakts durch Metoclopramid sowie der Sensibilisierung von Muskarin-Rezeptoren des Gastrointestinaltrakts gegenüber der Wirkung von Acetylcholin. Metoclopramid besitzt keine hemmende Wirkung auf die Cholinesterase.
Neben der beschleunigten Magenentleerung werden unter Metoclopramid der Tonus des unteren ösophagalen Sphinkters sowie die Amplitude und die Dauer ösophagaler Kontraktionen gesteigert, außerdem die Peristaltik von Duodenum und Jejunum verstärkt. Anders als unspezifisch cholinerg wirksame Substanzen führt Metoclopramid zu einer koordinierten Steigerung der motorischen Aktivität von Magen, Pylorus und Duodenum. Die Menge an Magen-, Gallen- und Pankreassekret sowie die Serum-Gastrin-Konzentration wird unter Metoclopramid nicht gesteigert.
Zentral hemmt Metoclopramid Dopamin-Rezeptoren der Chemorezeptoren-Triggerzone in der Area postrema. Auch dies führt zu orthograder Magenentleerung; Übelkeit und Erbrechen werden verringert.
Ebenfalls Folge des zentralen Dopamin-Antagonismus sind die auch als Nebenwirkung von Neuroleptika bekannten Dyskinesien sowie die (bei Absetzen reversible) Erhöhung der Prolaktin-Sekretion mit Folgeerscheinungen wie Gynäkomastie bei Männern bzw. Galactorrhoe und Menstruationsstörungen bei Frauen.
Metoclopramid besitzt keinen wesentlichen Einfluss auf die Sekretion von Somatotropin, Corticotropin, LH und FSH; ein geringfügig erhöhender Effekt wurde bezüglich der Serum-Thyreotropin-Spiegel beobachtet.
Eine vorübergehende Erhöhung der Plasma-Aldosteron-Konzentration scheint auf einer direkten Wirkung auf das Nebennierenrinden-Gewebe zu beruhen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
allgemein:
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Metoclopramid;
- Phäochromozytom;
- mechanischer Darmverschluss;
- Darmdurchbruch
- Blutungen im Gastrointestinaltrakt;
- prolaktinabhängige Tumore;
- Epilepsie;
- extrapyramidalmotorische Störungen;
- Stillperiode;
- 1. Trimenon der Schwangerschaft.
retardierte orale Darreichungsformen zusätzlich:
- schwere Leberinsuffizienz mit Aszites;
- eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance kleiner/gleich 60 ml/min).
hochdosierte Infusionsbehandlung zusätzlich:
- eingeschränkte Nierenfunktion;
- Leberinsuffizienz;
- Schwangerschaft;
- Stillzeit.

Relative Gegenanzeigen
- 2. und 3. Trimenon der Schwangerschaft;
- Leberinsuffizienz, eingeschränkte Nierenfunktion (Dosisanpassung);
- Vorsicht ist geboten, wenn die Stimulation der gastrointestinalen Motilität zur Verschlimmerung der Grunderkrankung führen könnte, z.B. bei gastrointestinalen Blutungen.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- allgemein:
Durchfall
Obstipation
Müdigkeit
Kopfschmerzen
Schwindel
Angst
Ruhelosigkeit
nach längerer Anwendung: Prolaktinerhöhung, Gynäkomastie, Galactorrhoe oder Störungen der Regelblutungen (Dysmenorrhoe, Amenorrhoe) bei Frauen, nach Absetzen reversibel
Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose (kausaler Zusammenhang nicht gesichert)
Polyurie, Inkontinenz
Sehstörungen
Hepatotoxizität
kutane oder systemische Überempfindlichkeit (Allergie oder Anaphylaxie)
Erhöhung der Serum-Aldosteron-Konzentration mit vorübergehender Flüssigkeitsretention
- parenterale Anwendung zusätzlich:
Blutdrucksenkung
hochdosierte parenterale Anwendung über mehrere Tage: ataktische Störungen.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
Hautausschlag

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- allgemein:
Depressionen, Delir, Manie, Dysphorie
Methämoglobinämie
vorwiegend bei Kindern: dyskinetisches Syndrom (unwillkürliche krampfartige Bewegungen, besonders im Kopf-, Hals- und Schulterbereich, z.B. als Blickstarre nach oben oder zur Seite, Verkrampfung der Gesichts- oder Kaumuskulatur, Vorstrecken der Zunge, Verkrampfung der Schlund- und Zungenmuskulatur, Schiefhaltung oder Verdrehung des Kopfes und des Halses, Überstrecken der Wirbelsäule, Beugekrämpfe der Arme, selten Streckkrämpfe der Beine)
bei älteren Patienten nach Langzeittherapie (unter hochdosierter Therapie evtl. auch nach kürzerer Anwendungsdauer) Parkinsonismus (Tremor, Rigor, Akinese) und Spätdyskinesien
malignes, neuroleptisches Syndrom (charakteristische Zeichen: Fieber, Muskelstarre, Bewusstsein-, Blutdruckveränderungen)
- parenterale Anwendung zusätzlich:
Mundtrockenheit (bes. bei hohen Dosierungen)
nach hochdosierter Gabe: Blutdrucksteigerungen
Herzrhythmusstörungen wie supraventrikuläre Extrasystolen, ventrikuläre Extrasystolen, Tachykardie, Bradykardien bis zum Herzstillstand
Parkinsonismus (Tremor, Rigor, Akinese) und Spätdyskinesien