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Minocyclin


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Minocyclin

 Formel Minocyclin

Wirkstoffklasse

  • Antibiotikum
  • Tetracyclin

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Aknosan® 
  • Skid®
  • Skinocyclin®

Wirkung

Minocyclin ist ein Breitsprektum-Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline und wird darüber hinaus auch in der Therapie der Akne eingesetzt.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Tetracycline finden sich hier.

Minocyclin wirkt in den erreichbaren Plasma- und Gewebekonzentrationen vorwiegend bakteriostatisch. Der Wirkungsmechanismus beruht auf einer Hemmung der ribosomalen Proteinsynthese, wobei sowohl extra- als auch intrazellulär gelagerte Erreger erfasst werden. Die geringe Toxizität beruht vermutlich auf einer wesentlich höheren Affinität der bakteriellen Ribosome zum Minocyclin - im Vergleich zu den Ribosomen aus Säugetiergeweben.
Das breite Wirkungsspekrum von Minocyclin, wie das der anderen Tetracycline, umfasst grampositive sowie gramnegative Keime einschließlich Anaerobiern und Sporenbildnern. Minocyclin ist außerdem noch weitgehend gegen einige Tetracyclin-resistente Bakterien (u.a. Staphylococcus aureus) wirksam. Dies ist wahrscheinlich auf eine bessere Zellwand-Penetration zurückzuführen.
Minocyclin wird auch in der Therapie der Akne eingesetzt. In den Haar-Talgdrüsen wirkt Minocyclin durch Hemmung der Propionibakterien, denen eine wesentliche Bedeutung für die Entstehung der entzündlichen Aknefluoreszenzen zukommt.
Weiterhin verhindert Minocyclin im Laborversuch durch direkte Hemmung der Lipolyse die Bildung freier Fettsäuren, die an der Komedonen-Bildung beteiligt sind.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Tetracycline (komplette Kreuzreaktion)
Oral:
- schwere Leberfunktionsstörungen
Periodontal:
- Kindern unter 12 Jahren
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- schwere Leberfunktionsstörungen / akutes oder chronisches Nierenversagen im Endstadium: Obwohl die systemische Exposition von Minocyclin nach der Applikation in Zahnfleischtaschen gering ist, dürfen Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung oder Nierenversagen nicht behandelt werden.

Relative Gegenanzeigen

Oral:
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Kinder unter 8 Jahren
- Nachgewiesene Infektionen durch Streptokokken und Pneumokokken sollten mit Minocyclin nicht behandelt werden, weil die Resistenzsituation ungünstig ist.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Oral:
- Durch Selektion kann es zu einer Candida-Besiedelung der Schleimhäute (insbesondere der Mund- und Darmschleimhäute) kommen mit Symptomen wie Mund- und Rachenschleimhautentzündung (Glossitis, Stomatitis) sowie Pruritus ani.
- Bei gastro-ösophagealem Reflux und ösophagealer Passagebehinderung wurden Ösophagealulzera durch haftende Kapseln oder Tabletten ausgelöst.
- Unter einer Therapie mit Minocyclin treten signifikant häufiger zentralnervöse Nebenwirkungen auf als bei anderen Tetracyclinen. Dabei kommt es vorwiegend durch Vestibularistoxizität zu Symptomen wie Schwindel, Übelkeit, Ataxie und Müdigkeit. Man nimmt an, dass aufgrund der hohen Lipophilie von Minocyclin eine selektive Anreicherung im ZNS stattfindet. Frauen weisen höhere Serumspiegel auf als Männer und sind daher häufiger von diesen Nebenwirkungen betroffen.
- Eine Myasthenie kann durch Tetracycline verstärkt werden.
- Pigmentablagerungen in der Konjunktiva des Auges (konjunktivale Zysten)
- Unter Sonneneinstrahlung kann es zu phototoxischen Reaktionen der belichteten Hautareale kommen mit Erythem, Hautödem, Blasenbildung und seltener auch mit Nagelablösung und -verfärbung. Sonnenbaden im Freien oder in Solarien sollte daher während einer Therapie mit Minocyclin vermieden werden.
- Im Bereich vorausgegangener entzündlicher Hautveränderungen können bei Langzeittherapie mit Minocyclin blaugraue Hyperpigmentierungen auftreten.
- Durch Selektion kann es zu einer Candida-Besiedelung der Haut oder Schleimhäute kommen.
- Bei Vorliegen eines tubulären Nierenschadens kann es zu Hypokaliämie und Hypophosphatämie kommen.
- Unter einer Therapie mit Minocyclin kann es durch Selektion zu einer Candida-Besiedelung des Genitaltraktes kommen mit akuten Entzündungen der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide bei der Frau (Vulvovaginitis) sowie Pruritus ani.
- Bei Überdosierungen besteht die Gefahr einer Pankreatitis und von Leberschäden. Beschrieben wurden vorwiegend Fettleber und Leberzellnekrosen bis hin zur reaktiven Hepatitis.
- eosinophile Lungeninfiltrate, Perikarditis, Verschlimmerung eines systemischen Lupus erythematodes
Periodontal:
Nebenwirkungsmeldungen aus dem Spontanmeldesystem während der weltweiten Vermarktung von Minocyclin, welche die Grenzkriterien erfüllen:
- Überempfindlichkeitsreaktionen, Hautausschläge, Urtikaria

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

Oral:
- gastrointestinale Störungen in Form von Sodbrennen, Magendruck, Erbrechen, Meteorismus, Fettstühlen und leichten Diarrhoen. Die Einnahme der Substanz nach oder mit den Mahlzeiten kann diese unerwünschten Wirkungen zu einem gewissen Grad reduzieren; die Resorptionsquote wird dadurch nur unwesentlich beeinträchtigt. Milchprodukte sind zu vermeiden, da sie durch Tetracyclin-Calcium-Chelatbildung (Komplexbildung) die Resorption hemmen können.
- Nebenwirkungen, die den gesamten gastrointestinalen Trakt betreffen können, wie z. B. Stomatitis, Glossitis (schwarze Haarzunge), Ösophagitis und Pruritus ani (kolo-genito-anorektales Syndrom).
- Allergische Hautreaktionen
- Allergische Reaktionen, dazu gehören generalisierte Exantheme, Erytheme, Hautjucken, Urtikaria und Asthma, seltener Angioödem, Erythema exsudativum multiforme, fixes Arzneimittelexanthem an den Genitalien und anderen Körperregionen und eine Serumkrankheit-ähnliche Reaktion mit Fieber, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen.
Periodontal:
Die aufgeführten Reaktionen wurden in klinischen Studien beobachtet, in denen alle Behandlungen in den Monaten 0, 3 und 6 bei 923 Erwachsenen durchgeführt wurden:
- Kopfschmerzen
- Dyspepsie
- Infektionen, grippeähnliche Symptome
- Parodontitis, vorübergehender stechender Schmerz, Zahnschmerzen, Gingivitis, Stomatitis, Geschwüre im Mund, Schmerzen, Pharyngitis

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

Oral:
- vorübergehende Myopie unter Einnahme von Tetracyclinen
- Manifestation von Nierenschäden durch pathologische Sedimentbefunde und Retention harnpflichtiger Substanzen.
- Bei Verabreichung von Minocyclin an Kinder unter 8 Jahren ist eine irreversible Zahnverfärbung und Zahnschmelzschädigung sowie eine reversible Knochenwachstumsverzögerung beobachtet worden.
- Auch bei Erwachsenen sind nach längerer hochdosierter Therapie mit Minocyclin schwärzliche Verfärbungen von Zähnen, Nägeln, Knochen und der Schilddrüse beschrieben worden.

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

Oral:
- intrakranielle Drucksteigerung (Pseudotumor cerebri), die nach Beendigung der Therapie reversibel ist. Sie äußert sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und möglicherweise durch ein Papillenödem.
- wie bei jeder Tetracyclin-Therapie können folgende Veränderungen im Blut ausgelöst werden, die reversibel sind: Leukopenien, Thrombopenien, Anämien, Leukozytosen, Eosinophilie, atypische Lymphozyten und toxische Granulationen der Granulozyten. Diese Nebenwirkungen treten vorwiegend bei Langzeittherapie auf.
- Schwere akute Überempfindlichkeitserscheinungen; sie können sich äußern als: Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Herzjagen, Luftnot, (Atemnot), Blutdruckabfall bis hin zu bedrohlichem Schock. Beim Auftreten dieser Erscheinungen ist unter Umständen sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
- schwere Hauterscheinungen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (wie z. B. exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom)

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

Oral:
- Heiserkeit, Schluckbeschwerden
- Nach längerer hochdosierter Therapie mit Minocyclin sind schwärzliche Verfärbungen der Nägel beschrieben worden.
- Einzelfall: Auftreten eines Tonsillenkarzinoms unter Langzeittherapie mit Minocyclin