Modafinil
ist ein Wirkstoff zur Behandlung der Narkolepsie mit und ohne
Kataplexie, der zum Teil über eine spezifische Potenzierung
der
zerebralen α-1-adrenergen Aktivität ohne Einfluss
auf das autonome
Nervensystem wirkt. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht
geklärt.
Des Weiteren ist Modafinil zur Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms und
des chronischen Schichtarbeiter-Syndroms zugelassen.
Wirkungsmechanismus
Beim Tier steigert Modafinil die
Wachheit und motorische Aktivität. Die Vigilanzsteigerung war
bei Affen nach oraler Gabe signifikant und im EEG verifizierbar, ohne
jedoch Störungen von Verhalten und Schlafarchitektur
auszulösen. Bei Katzen (15 mg/kg) und Ratten (64-250 mg/kg)
bewirkte die intraperitoneale Gabe von Modafinil eine
dosisabhängige Steigerung der Vigilanz mit gleichzeitiger
Reduktion von REM und NREM-Schlaf. Bei hypersomnischen Bulldoggen
konnte durch 10 mg/kg Modafinil i.v. die Hypersomnolenz von 50% auf 8%
gesenkt werden. Beim narkoleptischen Kaninchen konnten durch 5-10 mg/kg
Modafinil i.v. NREM-Schlafphasen für 4 Stunden
unterdrückt werden. Bei Mäusen und Rhesusaffen konnte
eine Erhöhung der lokomotorischen Aktivität erzielt
werden. Bei Rhesusaffen konnten außerdem durch orale Gabe von
Modafinil (6-12 mg/kg) hypoxische Symptome aufgehoben werden.
Vorbehandlung mit Modafinil konnte im MPTP-Modell die induzierte
Degeneration des Dopaminstoffwechsels verhindern, der Energieumsatz
dopaminerger Zellen konnte erhöht werden.
Beim Menschen verbessert Modafinil dosisabhängig die Wachheit
und die Vigilanz während des Tages. Ab einer morgendlichen
Dosis von 100 mg wird eine Veränderung der
elektrophysiologischen Vigilanzparameter (Verhältnis zwischen
α- und Θ-Rhythmusaktivität) beobachtet. Ab
einer morgendlichen Einnahme von 200 mg ist in Tests, in denen die
Einschlaflatenzen gemessen werden, eine Verlängerung der
Latenz festzustellen. Durch die morgendliche Einnahme von 200 mg tritt
keine erkennbare Beeinflussung des nächtlichen Schlafs ein.
Bei Einnahme von je 100 mg morgens und mittags kann die subjektive
Einschlafdauer verlängert werden. Die abendliche Einnahme kann
zu Schlafstörungen führen. Bei Patienten mit
Narkolepsie besserte sich in einer klinischen Studie über 14
Tage die Einschlaflatenz um 40% (200 mg) bzw. 54% (400 mg)
gegenüber der Einnahme von Placebo. Obschon Modafinil nicht an
α-adrenerge Rezeptoren bindet, beruht seine Wirkung
wahrscheinlich zum Teil auf einer spezifischen Potenzierung der
zerebralen α 1-adrenergen Aktivität. Durch Modafinil
kommt es zu einer Reduktion der GABA-Freisetzung im Gehirn. Somit
scheint Modafinil über eine Erhöhung der
exzitatorischen glutaminergen Überleitung die Balance zwischen
glutaminerger und GABA-erger Überleitung zu modifizieren. Ein
Einfluss auf das autonome Nervensystem ist nach den pharmakodynamischen
Eigenschaften von Modafinil wenig wahrscheinlich. Der Wirkmechanismus
von Modafinil konnte bisher noch nicht vollständig
geklärt werden.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Stillzeit;
- Überempfindlichkeit gegenüber Modafinil;
- Abhängigkeitserkrankung in der Vorgeschichte (Alkohol,
Medikamente, Drogen).
Relative
Gegenanzeigen
- schwere Angstzuständen (außer bei Behandlung in
Facheinrichtungen);
- Patienten mit Psychosen in der Vorgeschichte;
- schwere Leber- und Nierenkrankungen;
- Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
- Schwangerschaft (nur in Fällen von
äußerster Notwendigkeit).
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Kausalzusammenhang nicht gesichert:
- schwere Hautausschläge (darunter ein Fall eines
möglichen
Stevens-Johnson-Syndroms und ein Fall einer
Multiorgan-Überempfindlichkeitsreaktion)
- Psychosen, Manien, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Suizidgedanken
und aggressives Verhalten
Sehr
häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
Kopfschmerzen