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Montelukast
Wirkstoffklasse
Leukotrienrezeptor-Antagonist
Asthmatherapeutikum
Fertigpräparate
SINGULAIR®
SINGULAIR junior®
Montelubronch®
Wirkung
Montelukast ist der erste Vertreter
der Stoffklasse der Leukotrien-Rezeptorantagonisten. Er bindet mit
hoher Affinität und Selektivität an den
Cysteinyl-LT1-Rezeptor (CysLT1), einen Subtyp der bisher bekannten
Leukotrien-Rezeptoren und hemmt dadurch die Wirkung der
Cysteinyl-Leukotriene, die als Botenstoffe an verschiedenen allergisch
und nicht allergisch-bedingten Entzündungsreaktionen beteiligt
sind.
Wirkungsmechanismus
Leukotrien-Rezeptorantagonisten
(Antileukotriene, Leukotrienblocker) sind eine Wirkstoffgruppe zur
Therapie des Asthma bronchiale.
Leukotriene sind biologisch aktive Stoffwechselprodukte der
Arachidonsäure. Der Name rührt daher, dass diese Substanzen
mit drei konjugierten Doppelbindungen erstmalig aus Leukozyten isoliert
wurden.
Während einer Entzündungsreaktion werden Leukotriene in
Entzündungszellen wie Mastzellen oder eosinophilen Granulozyten
durch die Enzyme 5-Lipoxygenase und 5-Lipoxygenase-activating Protein
(FLAP) gebildet und freigesetzt.
Die Cysteinyl-Leukotriene LTC4, LTD4 und LTE4 (früher als SRSA,
slow reacting substance of anaphylaxis, bezeichnet), sind die
stärksten bekannten Bronchokonstriktoren (10- bis 5000-fach
potenter als Histamin, Prostanoide oder PAF,
plättchenaktivierender Faktor) und spielen daher wahrscheinlich
eine Schlüsselrolle in der Pathophysiologie des Asthmas. Neben
ihrer bronchokonstriktorischen Wirkung fördern
Cysteinyl-Leukotriene die Gefäßpermeabilität an den
Bronchien, was zur Ödembildung führt, stimulieren die
Sekretion von Bronchialschleim, und ziehen neutrophile und eosinophile
Granulozyten von den Blutgefäßen in die
Bronchialschleimhaut. Dies wird als chemotaktischer Effekt bezeichnet
und führt zur Verlängerung der Entzündungsreaktion.
Darüber hinaus können Leukotriene an der Hyperplasie der
Bronchialmuskulatur und des Atemwegsepithels bei Asthma beteiligt sein.
Es sind mehrere Leukotrien-Rezeptoren bekannt. Der
Leukotrien-Rezeptorantagonist Montelukast bindet mit hoher
Affinität und Selektivität an den Cysteinyl-Leukotrien
1-Rezeptor (CysLT1) und verhindert dadurch die durch
Cysteinyl-Leukotriene ausgelöste Schleimproduktion,
Ödembildung, Bronchokonstriktion und Schädigung des
Bronialepithels.
In Studien waren Leukotrien-Rezeptorantagonisten außerdem bei
durch Kälte provozierter Bronchokonstriktion, bei
Anstrengungsasthma sowie Analgetika-induziertem Asthma wirksam.
Weitere Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten neben Montelukast sind Zafirlukast und Pranlukast.
Bei Cysteinyl-Leukotrienen (LTC4, LTD4, LTE4) handelt es sich um
wirksame, u.a. von Mastzellen und eosinophilen Granulozyten
freigesetzte entzündungsfördernde Eicosanoide. Sie binden an
die in den Atemwegen des Menschen vorhandenen
Cysteinyl-Leukotrien-Rezeptoren (CysLT) und bewirken dort u.a. eine
Verengung der Bronchien, eine Erhöhung der Schleimsekretion und
der Gefäßpermeablitität und die Anreicherung von
Granulozyten und wirken daher Asthma-begünstigend. CysLTs wurden
auch mit der Pathophysiologie der allergischen Rhinitis in Zusammenhang
gebracht, da sie nach der Allergenexpositioon von der Nasenschleimhaut
sowohl während der Früh- als auch der Spätreaktion
freigesetzt werden und in Zusammenhang mit Symptomen der allergischen
Rhinitis stehen. Es wurde gezeigt, dass eine intranasale Provokation
mit CysLTs den nasalen Atemwegswiderstand erhöht und die Symptome
der nasalen Obstruktion verstärkt.
Der CysLT-Typ-1-Rezeptor (CysLT1) findet sich in den Atemwegen des
Menschen (einschließlich der glatten Muskelzellen und der
Makrophagen) und anderen proinflammatorischen Zellen (u.a. eosinophile
Granulozyten und bestimmte Knochenmarkzellen). Bei Montelukast handelt
es sich um eine oral wirksame Substanz, die mit hoher Affinität
und Selektivität an diese CysLT1-Rezeptoren bindet. In klinischen
Studien bewirkte bereits eine Dosis von 5 mg Montelukast eine Hemmung
der durch LTD4 hervorgerufenen Bronchokonstriktion. Nach oraler Gabe
war eine Bronchodilatation innerhalb von 2h nachweisbar. Hierbei
handelt es sich um einen zur bronchospasmolytischen Wirkung von
beta2-Sympathomimetika additiven Effekt. Unter der Therapie mit
Montelukast konnte eine Hemmung sowohl der Früh- als auch der
Spätreaktion nach Allergenprovokation erzielt werden. Sowohl bei
Erwachsenen als auch bei Kindern bewirkte Montelukast im Vergleich zu
Placebo eine Senkung der eosinophilen Granulozyten im peripherem Blut
und im Sputum. Bei erwachsenen Patienten und bei Kindern zwischen 2 und
14 Jahren war bei gleichzeitiger Verbesserung der Asthmasymptomatik
unter der Behandlung mit Montelukast im Vergleich zu Placebo eine
signifikante Reduktion der eosinophilen Granulozyten im peripheren Blut
nachzuweisen.
In klinischen Prüfungen zeigte sich die Verbesserung der
Asthmasymptomatik unter Montelukast in einer signifikanten Verbesserung
der Lungenfunktionsparameter FEV1 (forciertes exspiratorisches Volumen
am Morgen) und dem morgendlichen PEF-Wert (peak expiratory flow,
maximale Atemstromstärke bei forcierter Ausatmung) sowie einer
signifikanten Senkung des Bedarfs an beta-Agonisten. Weiterhin konnte
durch Montelukast die klinische Wirkung von inhalativen Corticoiden
(z.B. Beclometason) verstärkt werden.
Auch bei Acetylsalicylsäure-sensitiven Asthmapatienten, die
zusätzlich mit inhalativen und/oder oralen Corticoiden behandelt
wurden, konnte unter der Therapie mit Montelukast eine Verbesserung
Asthma-spezifischer Zielkriterien (Verbesserung des FEV1, Senkung des
Bedarfs an beta-Agonisten) beobachtet werden.
In Studien mit Erwachsenen und Kindern (6-14 Jahre) fand sich
darüber hinaus unter Montelukast eine Reduktion der
Belastungs-induzierten Bronchokonstriktion (exercise induced
bronchoconstriction, EIB).
Bei Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis bewirkte Montelukast
in klinischen Studien eine Verbesserung des täglichen
Symptomenscores von Rhinitisbeschwerden. Der tägliche
Symptomenscore von Rhinitisbeschwerden ist der Durchschnitt des
Symptomenscores von Nasenbeschwerden am Tag (Mittelwert aus
Nasenobstruktion, Rhinorrhö, Niesen und Nasenjucken) und des
Symptomenscores in der Nacht (Mittelwert aus Nasenobstruktion beim
Aufwachen, Einschlafschwierigkeiten und mehrmaligem Aufwachen in der
Nacht).
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen - Überempfindlichkeit gegen Montelukast
- Behandlung eines akuten Asthmaanfalls (einschließlich Status asthmaticus)
Relative Gegenanzeigen - Säuglinge unter 6 Monaten (keine klinischen Erfahrungen)
- Kinder unter 2 Jahren (begrenzte klinische Erfahrungen)
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Analgetika-Intoleranz
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit - In klinischen Studien mit längerer
Behandlungsdauer (bis zu 2 Jahre) trat keine Änderung im Profil
der unerwünschten Wirkungen auf.
- Nach Markteinführung:
-- Infektion der oberen Atemwege
-- erhöhte Blutungsneigung
-- Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie und eosinophile Leberinfiltrate
-- verändertes Träumen, einschließlich Alpträume,
Halluzinationen, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Reizbarkeit,
Angstgefühle, Ruhelosigkeit, Agitation einschließlich
aggressives oder feindseliges Verhalten und Tremor, Depression
-- Schwindel, Benommenheit, Parästhesie/Hypästhesie, Krampfanfälle
-- Palpitationen
-- Epistaxis
-- Diarrhö, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Übelkeit und Erbrechen
-- Erhöhung der Serum-Transaminasenvon ALT (GPT) und AST (GOT),
Hepatitis (einschließlich cholestatischer, hepatozellulärer
oder gemischter Leberschäden)
-- Angioödem, Bluterguss, Urtikaria, Juckreiz, Exanthem, Erythema nodosum
-- Arthralgie, Myalgie einschließlich Muskelkrämpfe
-- Schwäche/Müdigkeit, Unwohlsein, Ödeme, Pyrexie
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100) - Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren: Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
- Kinder (6-14 Jahre): Kopfschmerzen
- Kinder (2-5 Jahre): Bauchschmerzen, Durst
- pädiatrische Patienten (6 Monate-2 Jahre): Diarrhö,
Hyperaktivität, Asthma, ekzematöse Dermatitis, Ausschlag
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000) - Churg-Strauss-Syndrom
- suizidales Denken und Verhalten (Suizidalität)