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Nitrendipin


Interessantes rund um das Thema Kleintransporte Hamburg an dieser Stelle.

 

Nitrendipin

Formel Nitrendipin

Wirkstoffklasse

  • Calciumantagonist

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Bayotensin® 
  • Jutapress®
  • Nitrepress®

Wirkung

Der Calciumantagonist Nitrendipin hemmt den transmembranären Calciuminflux in die glatten Gefäßmuskelzellen und Myokardzellen. Dadurch kommt es zu einer Erschlaffung der glatten Muskulatur von Arterien und Arteriolen. Die Abnahme des peripheren Gefäßwiderstandes führt zu einer Senkung des Blutdrucks, einer Verminderung der Nachlast des Herzens und dadurch zu einer Abnahme des myokardialen Sauerstoffverbrauchs. Nitrendipin wird zur Behandlung der essentiellen Hypertonie und des hypertensiven Notfalls eingesetzt.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Calciumantagonisten finden sich hier.

Nitrendipin
ist ein Calciumantagonist vom 1,4-Dihydropyridintyp. In glatten Gefäßmuskelzellen und in Myokardzellen wird die Kontraktion durch einen transmembranalen Calcium-Einstrom reguliert, der vornehmlich durch Calciumkanäle vom L-Typ gesteuert wird. Diese L-Typ-Calciumkanäle werden durch Calciumantagonisten wie Nitrendipin gehemmt. Dadurch kommt es zu einer Erschlaffung der glatten Muskulatur, vor allem von Arterien und Arteriolen, insbesondere auch von Koronararterien. Die Abnahme des peripheren Gefäßwiderstandes führt zu einer Senkung des Blutdrucks, einer Verminderung der Nachlast des Herzens und dadurch zu einer Abnahme des myokardialen Sauerstoffverbrauchs. Weiterhin tritt, vor allem zu Beginn der Behandlung, ein leichter natriuretischer Effekt auf.
Im Gegensatz zu Calciumantagonisten anderer Stoffgruppen (z.B. Phenylalkylamine wie Verapamil oder Benzothiazepine wie Diltiazem) haben Dihydropyridine wie Nitrendipin in therapeutischer Dosierung keine oder nur eine gering ausgeprägte negativ inotrope Wirkung. Auch die kardiale Erregungsbildung und -leitung wird durch Dihydropyridine in therapeutischer Dosierung nicht oder kaum beeinflusst. Die Blutdrucksenkung bei fehlender Hemmung der elektrischen Erregung durch Nitrendipin führt meist und besonders bei Therapiebeginn zu einer reflektorischen Steigerung der Herzfrequenz, die die günstige Wirkung auf den myokardialen Sauerstoffverbrauch teilweise antagonisiert. Obwohl Dihydropyridine eine präferentielle Gefäßwirksamkeit aufweisen, ist vor allem bei herzinsuffizienten Patienten mit einer kardiodepressiven Wirkung und einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz zu rechnen. Dies gilt insbesondere in Kombination mit anderen negativ inotropen Arzneimitteln, z.B. beta-Adrenorezeptorenblockern.
Im Vergleich zum strukturverwandten Nifedipin sind die hämodynamischen Veränderungen qualitativ ähnlich, quantitativ jedoch unterschiedlich. Die Senkung des peripheren Widerstands ist bei gleicher Dosis für Nitrendipin deutlich stärker ausgeprägt und die Wirkung hält länger an.
Nitrendipin ist auch zur Therapie des Belastungshochdrucks des körperlich aktiven Patienten geeignet.
In mehreren klinischen Studien wurde die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit von Nitrendipin bei der Behandlung von Niereninsuffizienten und Hämodialysepatienten mit arterieller Hypertonie aller Schweregrade bestätigt.
Nitrendipin kann auch bei Hypertonie verbunden mit gleichzeitiger arterieller Verschlusskrankheit angewandt werden.
Nitrendipin beeinflusst die Thrombozytenaggregation, wobei sowohl die Aggregationsgeschwindigkeit als auch die primäre und sekundäre Aggregation verringert werden. Die Aggregationshemmung ist vollständig reversibel. Sie ist in erster Linie auf eine Hemmung des Calciumionen-Einstroms in die Thrombozyten zurückzuführen. Es kommt dadurch zur Verbesserung einer bei Hypertonikern häufig vorliegenden Störung der Thrombozytenfunktion. Der Effekt spielt neben der Vasodilatation auch eine Rolle bei der verbesserten peripheren Durchblutung.
Nitrendipin schwächt die bronchokonstriktorische Wirkung nach Provokation und kann auch bei Hypertonikern, die an einer chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung leiden, eingesetzt werden.
Eine Hypertoniebehandlung bei Diabetikern ist mit Nitrendipin möglich, da der Wirkstoff nicht die diabetische Stoffwechsellage beeinflusst. Weder bei insulinpflichtigen noch bei nicht insulinpflichtigen Diabetikern verändern sich die Blutzuckerwerte nach kohlenhydratreicher Mahlzeit. Eine antidiabetische Therapie muss nicht angepasst werden.
Bei geriatrischen Patienten mit rein systolischer Hypertonie erwies sich Nitrenditpin in einer Studie über 2 Jahre als protektiv bezüglich eines Schlaganfalls.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Nitrendipin oder andere Calcumantagonisten vom 1,4-Dihyropyridintyp
- instabile Angina pectoris
- Herz-Kreislauf-Schock
- akuter Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen)
- höhergradige Aortenklappen- oder Subaortenklappenstenose
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- bei oraler Lösung zusätzlich: dekompensierte Herzinsuffizienz

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen,ohne Angabe der Häufigke
Magen-Darm-Beschwerden

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
Insbesondere zu Beginn der Behandlung, meist vorübergehend:
Kopfschmerzen, Gesichts- (Flush) bzw. Hautrötung mit Wärmegefühl (Erythem) sowie aufgrund einer Erweiterung der Blutgefäße Unterschenkelödeme

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Tachykardie, Palpitationen, Schwächegefühl
- Benommenheit, Übelkeit und Flatulenz

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Magen-Darmstörungen (z.B. Gastroenteritis, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen)
- Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Migräne, Hypästhesien, Parästhesien, Tinnitus, Mundtrockenheit, Nasenbluten, unspezifischer Schmerz oder hypotone Kreislaufreaktionen
- insbesondere zu Beginn der Behandlung: Schmerzen im Brustkorb und Angina pectoris-Anfälle bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris eine Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle
- Nervosität, Atemstörungen, allergische Reaktionen einschließlich Hautüberempfindlichkeitsreaktionen (Pruritus, Urtikaria, Exantheme) und allergisches Ödem/Angioödem
- in den ersten Behandlungswochen Mehrausscheidung der täglichen Urinmenge sowie übermäßig häufiges Harnlassen
- bei hoher Dosierung: Myalgie, Tremor sowie eine geringfügige, vorübergehende Änderung der optischen Wahrnehmung

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Leberenzymerhöhungen (alkalische Phosphatase und/oder AST, ALT), nach Absetzen reversibel

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Herzinfarkt
- Unter längerer Behandlung kann es zu einer Gingiva-Hyperplasie kommen; nach Erfahrungen mit anderen Dihydropyridinen ist eine vollständige Rückbildung nach Absetzen des Medikamentes zu erwarten.
- Vor allem bei älteren Patienten wurde unter einer Langzeittherapie eine Gynäkomastie beobachtet, die sich nach Absetzen des Medikamentes zurückbildete.
- Blutbildveränderungen wie Leukopenie und Agranulozytose




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