Das Antibiotikum Norfloxacin ist ein
Gyrase-Hemmer der 2. Generation. Durch die Hemmung der bakteriellen
Gyrase (Topoisomerase II) verhindert die Substanz die erforderliche
Entdrillung und Verdrillung der DNA in der Bakterienzelle, was bei
empfindlichen Bakterien zum Zusammenbruch des Stoffwechsels führt.
Die Substanz wirkt bakterizid auf aerobe gramnegative und wenige
grampositive Bakterien. Norfloxacin besitzt ein schmales Wirkspektrum.
Wirkungsmechanismus
Als Fluorchinolon-Antibiotikum hemmt Norfloxacin die bakterielle Typ II Topoisomerase-DNA-Gyrase und die Topoisomerase IV.
Das Ausmaß der bakteriziden Aktivität von Norfloxacin
hängt ab vom Verhältnis der Cmax- oder AUC-Werte und der
minimalen Hemmkonzentration (MHK) des betreffenden Erregers.
Das Fluor-Atom in Position 6 erhöht die Aktivität gegen
gram-negative Bakterien, der Piperazin-Ring in Position 7 ist für
die Aktivität gegen Pseudomonas verantwortlich.
Norfloxacin übt einen postantibiotischen inhibitorischen Effekt auf einige aerobe Bakterien aus.
Gewöhnlich besteht keine Parallelresistenz zwischen Norfloxacin und strukturell nicht verwandten Antibiotika.
Mehr zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern findet sich hier
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Norfloxacin oder verwandte Chinolon-Derivate
systemische (perorale) Anwendung, zusätzlich:
- anamnestisch bekannte Tendinitis oder Sehnenruptur im Zusammenhang mit einer Chinolon-Therapie
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Relative Gegenanzeigen
systemische (perorale) Anwendung:
- Epilepsie, bestehende Erkrankungen des ZNS (z. B. eine geringe
Krampfschwelle, bekannte Krampfleiden, verminderte zerebrale
Durchblutung, Veränderungen in der Hirnstruktur, Schlaganfall,
Anwendung nur bei ausgewogenem Nutzen/Risiko-Verhältnis)
- latenter oder bestehender Glucose-6 phosphat-Dehydrogenase-Mangel
(mögliche Neigung zu hämolytischen Reaktionen, Anwendung mit
Vorsicht)
- Myasthenia gravis
- QT-Intervall-Verlängerungen in der Eigen- oder Familienanamnese
- stark eingeschränkte Nierenfunktion (sorgfältig
Nutzen/Risiko-Abwägung, ggf. unzureichende Urin-Konzentrationen
mit nicht vorhersagbarem Therapieerfolg)
okuläre Anwendung:
- Schwangerschaft (Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Stillzeit
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- okuläre Anwendung:
-- lokales Brennen/Stechen