Das Antibiotikum Ofloxacin ist ein
Gyrase-Hemmer der 2. Generation. Durch die Hemmung der bakteriellen
Gyrase (Topoisomerase II) verhindert die Substanz die erforderliche
Entdrillung und Verdrillung der DNA in der Bakterienzelle, was bei
empfindlichen Bakterien zum Zusammenbruch des Stoffwechsels führt.
Ofloxacin wirkt bakterizid auf viele aerobe gramnegative, aerobe
grampositive und atypische Bakterien. Die Substanz zählt zu den
Breitspektrum-Antibiotika.
Wirkungsmechanismus
Ofloxacin gehört zu den Gyrasehemmern der 2. Generation, den Fluorchinolonen.
Durch Blockade der RNA- oder Proteinbiosynthese kann die bakterizide Wirkung von Ofloxacin nicht aufgehoben werden.
Die minimale bakterizide Konzentration von Ofloxacin ist bezüglich
der meisten empfindlichen Bakterienstämme etwa 1- bis 4-fach
höher als die MHK.
Ofloxacin übt einen postantibiotischen inhibitorischen Effekt auf einige aerobe Bakterien aus.
Das Ausmaß der bakteriziden Aktivität von Ofloxacin
hängt ab vom Verhältnis der Cmax- oder AUC-Werte und der
minimalen Hemmkonzentration (MHK) des betreffenden Erregers.
Mehr zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern findet sich hier
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Ofloxacin oder anderen Chinolonen
systemische Anwendung, zusätzlich:
- Epilepsie, erniedrigte Krampfschwelle des ZNS
- Alter < 18 Jahren
- Sehnenerkrankungen/-schäden im Zusammenhang mit einer früheren Chinolon-Therapie
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Relative Gegenanzeigen
systemische Anwendung:
- Prädisposition für epileptische Anfälle (wie z. B. bei bestehenden ZNS-Läsionen)
- latenter oder bestehender Glucose-6 phosphat-Dehydrogenase-Mangel
(mögliche Neigung zu hämolytischen Reaktionen, Anwendung mit
Vorsicht)
- Diabetes mellitus (Anwendung unter sorgfältiger Überwachung)
- bestehende Psychose, anamnestisch bekannte psychische Erkrankung (Anwendung mit Vorsicht)
- Risikofaktoren für QT-Intervall-Verlängerungen wie nicht
ausgeglichene Störung des Elektrolyt-Gleichgewichts (z. B.
Hypokaliämie, Hypomagnesiämie), Herzerkrankungen (z. B.
Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Bradykardie), angeborenes QT-Syndrom
(Anwendung mit Vorsicht)
- eingeschränkte Nierenfunktion
- eingeschränkte Leberfunktion (erhöhtes Risiko von
Leberschäden, Anwendung nur unter Überwachung der
Leberfunktion)
okuläre Anwendung:
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- systemische Anwendung:
-- Agranulozytose, Knochenmarksdepression
-- Hyper- oder Hypoglykämie, insbesondere bei Patienten, die mit Antidiabetika behandelt werden
-- psychotische Reaktionen und Depressionen mit Selbstgefährdung bis hin zu suizidalen Gedanken oder Handlungen
-- Herzrhythmusstörungen, wie z. B. ventrikuläre
Tachykardien, Arrhythmien oder auch Torsade de pointes (besonders bei
Patienten mit entsprechendem Risiko), Verlängerung der QT-Zeit,
Synkopen
-- schwerer Blutdruckabfall bis zum Kollaps mit Bewusstlosigkeit
-- allergische Pneumonitis, schwere Atemnot
-- Hepatitis, schwerer Leberschaden
-- Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematische Pustulose, fixes Arzneimittelexanthem
-- Rhabdomyolyse und/oder Myopathie, Muskelschwäche (v. a. bei Patienten mit Myasthenia gravis), Muskelabriss, Muskelriss
-- akute interstitielle Nephritis
-- Porphyrie-Attacken bei Patienten mit Porphyrie
- okuläre Anwendung:
-- Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Rötung der Bindehaut und/oder leichtem Brennen am behandelten Auge
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- systemische Anwendung:
-- bei parenteraler Anwendung: Schmerzen und Rötung an der Infusionsstelle, Phlebitis