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Ofloxacin


Mehr Informationen zum Thema Schrumpffolien sind hier zu finden.

 

Ofloxacin

Ofloxacin ist ein chiraler Arzneistoff und wird als Racemat [1:1 Mischung aus (R) und (S)-Ofloxacin] vermarktet (R-Form oben; S-Form unten).

Formel Ofloxacin

Wirkstoffklasse

  • Antibiotikum
  • Gyrasehemmer

Fertigpräparate (Auswahl)

  • OfloHEXAL® 
  • Floxal® 
  • OFLOX®

Wirkung

Das Antibiotikum Ofloxacin ist ein Gyrase-Hemmer der 2. Generation. Durch die Hemmung der bakteriellen Gyrase (Topoisomerase II) verhindert die Substanz die erforderliche Entdrillung und Verdrillung der DNA in der Bakterienzelle, was bei empfindlichen Bakterien zum Zusammenbruch des Stoffwechsels führt. Ofloxacin wirkt bakterizid auf viele aerobe gramnegative, aerobe grampositive und atypische Bakterien. Die Substanz zählt zu den Breitspektrum-Antibiotika.

Wirkungsmechanismus

Ofloxacin gehört zu den Gyrasehemmern der 2. Generation, den Fluorchinolonen.
Durch Blockade der RNA- oder Proteinbiosynthese kann die bakterizide Wirkung von Ofloxacin nicht aufgehoben werden.

Die minimale bakterizide Konzentration von Ofloxacin ist bezüglich der meisten empfindlichen Bakterienstämme etwa 1- bis 4-fach höher als die MHK.
Ofloxacin übt einen postantibiotischen inhibitorischen Effekt auf einige aerobe Bakterien aus.
Das Ausmaß der bakteriziden Aktivität von Ofloxacin hängt ab vom Verhältnis der Cmax- oder AUC-Werte und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des betreffenden Erregers.

Mehr zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern findet sich hier


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen

- Überempfindlichkeit gegenüber Ofloxacin oder anderen Chinolonen
systemische Anwendung, zusätzlich:
- Epilepsie, erniedrigte Krampfschwelle des ZNS
- Alter < 18 Jahren
- Sehnenerkrankungen/-schäden im Zusammenhang mit einer früheren Chinolon-Therapie
- Schwangerschaft
- Stillzeit

Relative Gegenanzeigen

systemische Anwendung:
- Prädisposition für epileptische Anfälle (wie z. B. bei bestehenden ZNS-Läsionen)
- latenter oder bestehender Glucose-6 phosphat-Dehydrogenase-Mangel (mögliche Neigung zu hämolytischen Reaktionen, Anwendung mit Vorsicht)
- Diabetes mellitus (Anwendung unter sorgfältiger Überwachung)
- bestehende Psychose, anamnestisch bekannte psychische Erkrankung (Anwendung mit Vorsicht)
- Risikofaktoren für QT-Intervall-Verlängerungen wie nicht ausgeglichene Störung des Elektrolyt-Gleichgewichts (z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie), Herzerkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Bradykardie), angeborenes QT-Syndrom (Anwendung mit Vorsicht)
- eingeschränkte Nierenfunktion
- eingeschränkte Leberfunktion (erhöhtes Risiko von Leberschäden, Anwendung nur unter Überwachung der Leberfunktion)
okuläre Anwendung:
- Schwangerschaft
- Stillzeit


Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- systemische Anwendung:
-- Agranulozytose, Knochenmarksdepression
-- Hyper- oder Hypoglykämie, insbesondere bei Patienten, die mit Antidiabetika behandelt werden
-- psychotische Reaktionen und Depressionen mit Selbstgefährdung bis hin zu suizidalen Gedanken oder Handlungen
-- Herzrhythmusstörungen, wie z. B. ventrikuläre Tachykardien, Arrhythmien oder auch Torsade de pointes (besonders bei Patienten mit entsprechendem Risiko), Verlängerung der QT-Zeit, Synkopen
-- schwerer Blutdruckabfall bis zum Kollaps mit Bewusstlosigkeit
-- allergische Pneumonitis, schwere Atemnot
-- Hepatitis, schwerer Leberschaden
-- Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematische Pustulose, fixes Arzneimittelexanthem
-- Rhabdomyolyse und/oder Myopathie, Muskelschwäche (v. a. bei Patienten mit Myasthenia gravis), Muskelabriss, Muskelriss
-- akute interstitielle Nephritis
-- Porphyrie-Attacken bei Patienten mit Porphyrie
- okuläre Anwendung:
-- Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Rötung der Bindehaut und/oder leichtem Brennen am behandelten Auge

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- systemische Anwendung:
-- bei parenteraler Anwendung: Schmerzen und Rötung an der Infusionsstelle, Phlebitis

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- systemische Anwendung:
-- Vermehrung resistenter Bakterien und Pilze
-- Erregungszustände, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen
-- Unruhe, Nervosität, Kopfschmerzen, Benommenheit
-- Augenbrennen, Konjunktivitis
-- Schwindel
-- Palpitationen
-- Hustenreiz, Nasenlaufen
-- Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
-- Hautreaktionen wie Ausschlag und Juckreiz

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- systemische Anwendung:
-- anaphylaktische/anaphylaktoide Überempfindlichkeitsreaktionen, Angioödem von Haut/Schleimhäuten (z. B. von Zunge/Kehlkopf)
-- Appetitlosigkeit
-- psychotische Reaktionen (z. B. Halluzinationen), Angstzustände, Verwirrtheit, intensive Traumerlebnisse (bis zum Alptraum), Depression
-- Schläfrigkeit, Sinnesstörungen wie Parästhesien (z. B. Hypästhesien, Hyperästhesien), Geschmacks- und Geruchsstörungen (bis zum Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinnes)
-- Sehstörungen (z. B. Verschwommensehen, Doppeltsehen, verändertes Farbensehen)
-- Gleichgewichtsstörungen
-- Tachykardie
-- Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg
-- Atemnot/Bronchospasmus
-- Enterokolitis (in Einzelfällen auch hämorrhagisch)
-- Beeinträchtigung der Leberfunktion mit Anstieg von Leberenzymen (ALAT, ASAT, LDH, Gamma-GT, alkalische Phosphatase) und/oder Bilirubin
-- Hitzewallungen, Schwitzen, Urtikaria, bläschenförmiger oder pustulöser Ausschlag
-- Tendinitis
-- Beeinträchtigung der Nierenfunktion (z. B. Anstieg des Serum-Kreatinins)

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- systemische Anwendung:
-- Anämie, hämolytische Anämie, Leukopenie, Eosinophilie, Thrombozytopenie, Panzytopenie
-- Beteiligung innerer Organe bei Vaskulitis, anaphylaktischer/anaphylaktoider Schock
-- sensorische/sensomotorische periphere Neuropathie, Krampfanfälle, extrapyramidale Symptome oder muskuläre Koordinationsstörungen (z. B. Zittern, Gangunsicherheit)
-- Hörstörungen wie Tinnitus, Hörverlust
-- pseudomembranöse Kolitis
-- cholestatischer Ikterus
-- schwerwiegende Haut- und Schleimhautreaktionen (Erythema multiforme, toxische epidermale Nekrolyse), Photosensibilität (sonnenbrandähnliche Symptome, Verfärbung/Ablösung der Nägel), vaskuläre Purpura, Vaskulitis mit Petechien, Bläschen oder Knötchen, die in Einzelfällen zu Hautnekrosen führen kann.
-- Sehnenruptur (z. B. der Achillessehne), Gelenk- und Muskelbeschwerden (z. B. Schmerzen)
-- akutes Nierenversagen
-- Fieber
- okuläre Anwendung:
-- systemische Überempfindlichkeitsreaktionen