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Oxycodon


 

Oxycodon

Formel Oxycodon

Wirkstoffklasse

  • Opioid-Analgetikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Oxygesic® 
  • Oxycodon®
  • TARGIN®

Wirkung

Oxycodon, ein Dihydromorphin-Derivat, zeigt Opiatrezeptor-agonistische Eigenschaften. Es sollte ausdrücklich nur zur Langzeitbehandlung starker und sehr starker Schmerzen angewendet werden. Es ist nicht als Mittel der Wahl für Drogenabhängige einzusetzen, deren Schmerztherapie sollte z. B. mit nicht-steroidalen Antiphlogistika und lokalen Anästhetika oder Erhöhung der Methadondosis behandelt werden. Oxycodon kann Atemdepression, Miosis, Krämpfe der Bronchialmuskeln und Krämpfe der glatten Muskulatur hervorrufen sowie den Hustenreflex dämpfen

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Narkoanalgetika finden sich hier.

Oxycodon ist ein halbsynthetisches Dihydromorphin-Derivat. Aufgrund gut kontrollierter klinischer Studien entsprechen 10-13 mg Oxycodon hydrochlorid etwa 20 mg Morphinsulfat jeweils bei retardierter Freisetzung. 30 mg oral verabreichtes Oxycodon entspricht 10 mg Morphin i.m. angewendet. Oxycodon hat eine Affinität zu κ-, μ- und δ-Opiat-Rezeptoren in Gehirn und Rückenmark. Oxycodon wirkt an diesen Rezeptoren als Opioidagonist ohne antagonistischen Effekt. Oxycodon besetzt eine Reihe von Opiat-Rezeptoren und reduziert die Nervenimpulse. Auf zellulärer Ebene vermindert dies die Kaliumleitfähigkeit, der Natriumeinstrom wird gehemmt, die Depolarisation wird abgeschwächt. Zusätzlich wird die Calciumaufnahme in die zentralen Synapsen reduziert, die Calciumspeicher erschöpft, was die Transmitterfreisetzung erniedrigt. Oxycodon tritt in Konkurrenz mit physiologischen Substanzen wie PGE1 und PGE2 bzw. hemmt die Freisetzung bestimmter Neurotransmitter. Der genauere Wirkungsmechanismus ist noch ungeklärt. Die Bindung an die Opiat-Rezeptoren ist selektiv und durch Antagonisten kompetitiv hemmbar. Die therapeutische Wirkung ist vorwiegend analgetisch und sedierend. Im Vergleich zu schnell frei gesetztem Oxycodon, allein oder in Kombination, bewirken die Retardtabletten für einen erheblich längeren Zeitraum eine Schmerzlinderung ohne gesteigerte Nebenwirkungen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Bekannte Überempfindlichkeiten gegen Oxycodon
- schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie
- schwere chronisch obstruktive Erkrankungen der Atemwege
- Cor pulmonale
- akutes und schweres Bronchialasthma
- paralytischer Ileus
- akutes Abdomen, verzögerte Magenentleerung
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Kinder unter 12 Jahren

Relative Gegenanzeigen
- ältere und geschwächte Patienten
- schwere Beeinträchtigung von Lungen-, Leber- und Nierenfunktion
- Myxödem
- Hypothyreose
- Morbus Addison (Nebennierenrinden-Insuffizienz)
- Intoxikationspsychose (z.B. Alkohol)
- Prostatahypertrophie mit Restharnbildung
- Alkoholismus, Delirium tremens
- bekannte Opioidabhängigkeit
- Pankreatitis
- Zustände mit erhöhtem Hirndruck
- Kreislaufregulationsstörungen
- Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen
- Einnahme von MAO-Hemmern
- präoperativ und in den ersten 24 Stunden postoperativ

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Atemdepression
- Miosis
- Bronchialspasmen
- Krämpfe der glatten Muskulatur
- Dämpfung des Hustenreflexes

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Sedierung (Müdigkeit bis Benommenheit), Schwindel, Kopfschmerzen
- Verstopfung, in Einzelfällen bis hin zum Darmverschluss, Übelkeit, Erbrechen
- Juckreiz

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Schwitzen bis hin zum Schüttelfrost
- Asthenie
- verschiedenartige psychische Nebenwirkungen wie Stimmungsveränderungen (z.B. Angst, Depression, Euphorie)
- Veränderungen in der Aktiviertheit (meist Dämpfung, ggf. Antriebsarmut, gelegentlich Erhöhung mit Unruhezuständen, Nervosität und Schlafstörungen)
- Veränderungen der Leistungsfähigkeit (Denkstörungen, Erinnerungslücken, Sprachstörungen)
- Paraesthesien
- Mundtrockenheit, mit Durstgefühl und Schluckbeschwerden
- Magen-Darm-Beschwerden, Bauchschmerzen, Durchfall, Schluckauf, Dyspepsie, Appetitabnahme
- Blutdrucksenkung, selten mit Folgesymptomen wie Herzklopfen, Ohnmacht
- Dyspnoe
- Hauterscheinungen wie Hautausschlag
- Beeinträchtigung beim Wasserlassen (Harnverhalt, aber auch vermehrter Harndrang)

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Verletzungen durch Unfälle
- Schmerzen (z.B. Brustschmerzen)
- Ödeme
- Migräne
- physische Abhängigkeit mit Entzugssymptomen
- allergische Reaktionen
- Veränderung der Wahrnehmung (Entpersönlichung, Halluzinationen, Sehstörungen, Hyperakusis)
- sowohl erhöhte als auch verminderte Muskelspannung, Hypaesthesie, Koordinationsstörungen, Tremor, unwillkürliche Muskelkontraktionen
- Unwohlsein
- Gallenkoliken
- Flatulenz
- Mundgeschwüre, Zahnfleischentzündungen
- Pulsbeschleunigung, Vasodilatation
- vermehrtes Husten, Rachenentzündung, Veränderung der Stimme
- Schnupfen
- Störungen der Sexualfunktion, verminderte Libido, Impotenz

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Gewichtsveränderungen (Abnahme oder Zunahme), gesteigerter Appetit
- Zellgewebsentzündung, erhöhte Photosensibilität
- Tränensekretionsstörungen
- epileptische Krampfanfälle, insbesondere bei Patienten mit Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen
- Zahnfleischbluten, Zahnveränderungen
- Hämaturie
- Amenorrhoe
- Lymphadenopathie
- Teerstuhl
- trockene Haut, Herpes simplex
- Dehydratation

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- anaphylaktische Reaktionen
- Urtikaria
- exfoliative Dermatitis
- Darmverschluss