Pantoprazol ist ein Arzneistoff aus der
Gruppe der Protonenpumpenhemmer, der medizinisch zur Behandlung von
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei
Refluxösophagitis eingesetzt wird. Er bewirkt eine Minderung
der
Säureproduktion im Magen.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der Protonenpumpenhemmer finden sich hier.
Pantoprazol
ist ein Ulkusmittel aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer. Es
blockiert die basale und stimulierte gastrale Säuresekretion
in
der terminalen Phase unabhängig vom auslösenden Reiz.
Wie
andere Vertreter dieser Stoffgruppe, z.B. Omeprazol, unterscheidet sich
Pantoprazol damit von anderen Ulkustherapeutika wie den
Histamin-H2-Antagonisten oder den m-Cholinozeptorantagonisten, die die
Säuresekretion entsprechend ihrer spezifischen
Rezeptoraffinität nur partiell blockieren können.
Über
die Hemmung der Säuresekretion hinaus kommt es unter
Pantoprazol
schließlich zu einer Abnahme der insgesamt sezernierten
Magensäure sowie - wenn auch nicht so ausgeprägt - zu
einer
Hemmung der Pepsinsekretion. Die Hydrogencarbonatsekretion wird durch
Pantoprazol gesteigert. Die Serum-Gastrin-Konzentration ist nach
wiederholter Gabe von Pantoprazol erhöht, wenn auch deutlich
geringer als nach Applikation von Omeprazol. Sie führt im
Tierexperiment nach langfristiger Gabe (bis zu 2 Jahre) zu einer
Hyperplasie so genannter ECL-Zellen (enterochromaffin-like cells).
Karzinoide (bzw. andere Tumoren) wurden dagegen nicht gesehen. Es
scheint sich jedoch dabei im Wesentlichen um ein
speziesabhängiges
Phänomen zu handeln, das in hoher Dosierung auch nach Gabe von
Histamin-H2-Antagonisten beobachtet werden kann. Beim Menschen ist nach
Langzeitgabe (bis zu 3 Jahre) mit 40 bis 80 mg Pantoprazol nur ein
leichter Anstieg der ECL-Zelldichte beschrieben. Die klinische Relevanz
dieses Befundes wird derzeit als gering eingeschätzt.
Ferner besitzt Pantoprazol nach In vitro-Studien auch eine
antibakterielle Wirkung gegen Helicobacter pylori. Sie ist
pH-abhängig und unter aziden Bedingungen besonders
ausgeprägt. Klinisch ist dieser Effekt - wie auch unter der
Behandlung mit Omeprazol und Lansoprazol - allerdings unbedeutend.
Pantoprazol hat nach Untersuchungen an gesunden Probanden keinen
Einfluss auf die Funktion des Herz-Kreislaufs, z.B. Herzfrequenz,
Elektrokardiogramm oder Blutdruck.
Wie andere Protonenpumpenhemmer ist Pantoprazol ein Prodrug, und wird
erst bei stark saurem pH in den sekretorischen Kanälchen
(Canaliculi) in die eigentliche Wirkform, ein Sulfenamid,
überführt. Im Vergleich zu Omeprazol und Lansoprazol
erfolgt
die säureinduzierte Bioaktivierung von Pantoprazol jedoch bei
deutlich niedrigeren pH-Werten, was zu einer verbesserten
Gewebeselektivität und damit zu einem günstigeren
Nebenwirkungsspektrum führen soll.
Die H+/K+-ATPase ist ein membrandurchspannendes Enzym, dessen
alpha-Untereinheit 10 und dessen beta-Untereinheit lediglich eine
transmembranäre Schleife besitzt. Etwa 80% des Enzyms
(überwiegend in Form der alpha-Untereinheit) befinden sich im
Zytoplasma. Etwa 15% sind in der Membran lokalisiert, der Rest
(überwiegend in Form der beta-Untereinheit) ist
extrazytoplasmatisch angeordnet. Pantoprazol bindet auf der luminaken
(sauren) Seite der Membran und reagiert nach Bioaktivierung
schließlich mit zwei Cysteinresten (Cys 813, Cys 822) der
Protonenpumpe. Man geht davon aus, dass insbesondere diese Region
für den Ionentransport und damit die H+-Ionensekretion in das
Lumen verantwortlich ist. Die Bindung von Pantoprazol und
strukturverwandter Benzimidazole erfolgt kovalent und ist unter In
vivo-Bedingungen irreversibel.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
1) allgemein:
- Überempfindlichkeit gegen Pantoprazol;
2) Kombinationstherapie zur Beseitigung von Helicobacter pylori
zusätzlich:
- mittelschwere Leber- und Niereninsuffizienz.
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.