Perindopril hemmt das
Angiotensin-Konversions-Enzym (angiotensin converting enzyme, ACE).
Dadurch wird die Bildung des stark hypertensiv wirkenden Angiotensin II
aus Angiotensin I unterdrückt, das
Renin-Angiotensin-Aldosteron-System blockiert und als Folge davon der
periphere Gefäßwiderstand und die kardiale Nachlast gesenkt.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der ACE-Hemmer finden sich hier.
Perindopril ist
der Ethylester (Prodrug), des in vivo entstehenden Metaboliten
Perindoprilat. Die freie Carboxygruppe bildet eine Chelatbindung mit
der essentiellen Zn2+-Gruppe des Angiotensin-Konversionsenzyms und
hemmt dadurch seine Aktivität. Die Affinität zum ACE-System
ist etwa äquipotent zu Enalaprilat, Quinaprilat, Ramiprilat und
Lisinopril.
Unter Perindopril kam es nach hämodynamischen Untersuchungen nicht
zu klinisch relevanten Veränderungen von renalem Plasmafluss und
glomerulärer Filtrationsrate. Die Substanz besitzt keinen Einfluss
auf Glucose- oder Lipid-Stoffwechsel.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Perindopril oder einem anderen ACE-Hemmer
- Angioneurotisches Ödem in der Anamnese in Verbindung mit vorausgegangener ACE-Hemmer Therapie
- Hereditäres oder idiopathisches angioneurotisches Ödem
- Zweites und drittes Trimenon der Schwangerschaft
zusätzlich Perindopril-Erbumin:
- primärer Hyperaldosteronismus
Relative Gegenanzeigen
Sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung bei:
- instabiler Angina pectoris
- Mitralklappenstenose oder Ausflussbehinderung aus dem linken Ventrikel, z.B. Aortenstenose oder hypertrophe Kardiomyopathie
- bilaterale Nierenarterienstenose oder Stenose der Nierenarterie bei einer Einzelniere
- Vorliegen einer anamnestisch nicht feststellbarer vorbestehender Nierengefäßerkrankung
- Dialyse mit High-Flux-Membranen (anaphylaktoide Reaktionen wurden beobachtet)
- Zustand nach Nierentransplantation
- LDL-Apherese mit Dextransulfat
- Desensibilisierung mit Insektengiften
- primäre Lebererkrankung oder Leberinsuffizienz
- Vorliegen einer gestörten Immunreaktion (Autoimmunkrankheit oder
Kollagenkrankheit wie Lupus erythematodes oder Sklerodermie)
- immunsuppressive Therapie
- Schwangerschaft (erstes Trimenon)
- Stillzeit
zusätzlich bei Perindopril-Erbumin:
- klinisch relevante Proteinurie (> 1 g/d)
- klinisch relevante Elektrolytstörungen
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Anstieg von Blutharnstoff und Plasma-Kreatinin, es kann eine
Hyperkaliämie auftreten, die bei Absetzen der Therapie reversibel
ist, besonders bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz, schwerer
Herzinsuffizienz und renovaskulärer Hypertonie
- Über einen Anstieg von Leberenzymen und Serumbilirubin wurde in seltenen Fällen berichtet.
zusätzlich Perindopril-Erbumin:
- Abfall des Natriumspiegels, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
- Müdigkeit
- Tachykardie
- Palpitationen
- Leberfunktionsstörungen
- Ileus
- psoriasiforme Hautveränderungen
- Photosensibilität
- Alopezie
- Onycholyse
- Verstärkung einer Raynaud-Symptomatik
- Agranylozytose, Panzytopenie, insbesondere bei Patienten mit
eingeschränkter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten oder
gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid, Immunsuppressiva
- Hautveränderungen mit Fieber, Myalgien, Arthralgien, Arthritis,
Vaskulitiden, Eosinophilie, Leukozytose, erhöhter BSG und/oder
erhöhten ANA-Titern
- Hyperkaliämie (bei Diabetes mellitus)
- Orthostase mit Synkope, insbesondere bei Therapiebeginn,
Dosiserhöhung sowie bei Herzinsuffizienz, schwerer Hypertonie,
Flüssigkeits- und Salzmangel
- Depressionen
- Anämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Eosinophilie, v.a. bei
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten
oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder
Immunsuppressiva
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Stimmungs-oder Schlafstörungen
- Bronchospasmus
- trockener Mund
- angioneurotisches Ödem des Gesichtes, der Extremitäten, der
Lippen, der Schleimhäute, der Zunge, Glottis und/oder der Larynx,
Urticaria
- Niereninsuffizienz
- Impotenz
- Schwitzen
zusätzlich Perindopril-Erbumin:
- Proteinurie, teilweise mit Verschlechterung der Nierenfunktion
- Syndrom beginnend mit cholestatischem Ikterus, fortschreitend bis zur
hepatischen Nekrose evt. mit letalem Ausgang (unklarer Zusammenhang zur
Einnahme von ACE-Hemmern)
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Abnahme von Hämoglobin uund Hämatokrit
- Thrombozytopenie, Leukopenie/Neutropenie, Agranulozytose, Panzytopenie
- hämolytische Anämie (bei Patienten mit G-6PDH-Mangel)
- Verwirrtheit
- Schlaganfall, möglicherweise sekundär zu einer exzessiven Hypotonie bei Hochrisikopatienten
- Arrhythmien, Angina pectoris, Myokardinfarkt, möglicherweise
sekundär zu einer exzessiven Hypotonie bei Hochrisikopatienten
- eosinophile Pneumonie, Rhinitis
- Pankreatitis
- Hepatitis, entweder zytolytisch oder cholestatisch
- Erythema multiforme
- akutes Nierenversagen