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Pramipexol

Alle Antworten zur Thematik Ladungssicherungen findet man hier.

 

Pramipexol

Formel Pramipexol

Wirkstoffklasse

  • Dopaminagonist

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Sifrol®
  • Mirapexin®

Wirkung

Pramipexol ist ein Dopaminrezeptor-Agonist und zur symptomatischen Behandlung des idiopathischen Morbus Parkinson und des mittelgradigen bis schweren idiopathischen Restless Legs Syndroms zugelassen.

Wirkungsmechanismus

Pramipexol ist ein Dopaminrezeptor-Agonist, der sich nicht von den Ergotaminalkaloiden ableitet. Die Substanz ist angezeigt zur symptomatischen Behandlung des Morbus Parkinson im fortgeschrittenen Stadium im Kombination mit Levodopa, d.h. wenn die Wirkung von Levodopa nachlässt oder unregelmäßig wird und Fluktuationen auftreten (sog. End-of-dose oder On-off-Phänomene). In klinischen Studien wurde die Wirksamkeit von Pramipexol auch bei Monotherapie in der Frühphase der Erkrankung nachgewiesen. In den USA, Kanada und der Schweiz ist Pramipexol auch für diese Indikation zugelassen.
Das Benzylthiazolderivat Pramipexol zeichnet sich durch eine hohe Selektivität aus, mit der es an Dopaminrezeptoren der D2-Subfamilie und hier bevorzugt an den D3-Subtyp bindet. Hier besitzt die Substanz die volle intrinsische Aktivität.
Pramipexol verringert die motorischen Störungen bei der Parkinson-Krankheit durch eine Stimulierung der Dopaminrezeptoren im Corpus striatum. Pramipexol hemmt im Tierversuch außerdem die Synthese, Freisetzung und den Turnover von Dopamin.
Ob Pramipexol gegenüber den anderen Dopaminrezeptor-Agonisten klinische Vorteile bietet, kann derzeit noch nicht sicher beurteilt werden. Das Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil von Pramipexol entspricht dem anderer Dopaminrezeptor-Agonisten, lediglich die Hypotonie scheint seltener aufzutreten. Eine pleuropulmonale Toxizität, wie sie bei Ergotaminalkaloiden beobachtet wird, trat unter Pramipexol nicht auf. Außerdem scheint Pramipexol eine gute Antitremorwirkung zu besitzen und weist ein vergleichsweise geringes Interaktionspotential auf, da es nicht in der Leber verstoffwechselt wird.
Einige Fälle von plötzlichem Einschlafen, mit, aber auch ohne Vorzeichen, wurden unter Pramipexol berichtet. In Anhängigkeit von den Umständen kann dies lebensbedrohlich sein. Deshalb müssen die Patienten eindringlich gewarnt werden, ein Kraftfahrzeug zu führen oder andere Aktivitäten zu unternehmen, die sie in einer solchen Situation in eine bedrohliche Lage bringen könnten.
Die Dosierung von Pramipexol muss einschleichend erfolgen und die Erhaltungsdosis individuell festgelegt werden.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Pramipexol.

Relative Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit bzw. andere unerwünschte Effekte gegenüber anderen Dopaminrezeptor-Agonisten;
- Nierenfunktionsstörungen (Dosisanpassung);
- Schwangerschaft;
- Stillzeit;
- Psychotische Erkrankungen (Nutzen-Risiko-Analyse);
- Dementia;
- Ernste kardiovaskuläre Erkrankungen;
- Rhabdomyolyse;
- Dyskinesien (Pramipexol könnte die dopaminergen Nebenwirkungen von Levodopa potenzieren und Dyskinesien verursachen bzw. verschlimmern. Eventuell kann eine Reduktion der Levodopa-Dosis diesen Effekt verbessern).


Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Hypersexualität
- Wie für Dopaminagonisten zur Behandlung von Morbus Parkinson in der Literatur beschrieben, wurden auch für Pramipexol - insbesondere bei hohen Dosierungen - Fälle von pathologischem Spielen (Spielsucht) berichtet. Das pathologische Spielen war im Allgemeinen nach Absetzen reversibel.
- Thrombozytopenie
- Vaskulitis

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Übelkeit
- Dyskinesien

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Obstipation
- Müdigkeit
- Periphere Ödeme
- Kopfschmerzen
- Somnolenz (gelegentlich mit exzessiver Tagesmüdigkeit und plötzlichem Einschlafen)
- Verwirrtheitszustand
- Halluzinationen
- Visuelle Halluzinationen
- Schlaflosigkeit
Morbus Parkinson:
- Orthostatische Hypotonie
- Schwindel

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Störung oder Abnahme der Libido