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Prazosin
Wirkstoffklasse
Alphablocker
Alpha-1-Rezeptorantagonist
Fertigpräparate
Adversuten®
Minipress®
(A)
Prazosin-ratiopharm®
Wirkung
Prazosin ist ein α-Blocker,
der durch
Blockade der α-1-Rezeptoren zu einer Senkung des peripheren
Gefäßwiderstandes führt. Prazosin wird zur
Behandlung
der Hypertonie, als Zusatzmedikation bei Herzinsuffizienz und dem
Morbus Raynaud eingesetzt.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der selektiven Alpha-1-Rezeptorantagonisten finden sich
hier.
Prazosin,
ein
Chinazolinderivat, ist ein selektiver Antagonist der postsynaptischen
Alpha1-Rezeptoren. Es besitzt kaum Affinität zu
präsynaptischen Alpha2-Rezeptoren. Somit bleibt die
Feedback-Wirkung von Noradrenalin am präsynaptischen
Alpha2-Rezeptor erhalten.Die hämodynamische Wirkung des
Prazosins
geht nicht notwendigerweise mit einer Barorezeptorvermittelnden
Tachykardie oder Steigerung der Reninfreisetzung einher.
Prazosin führt zu einer Abnahme des totalen peripheren
Widerstandes und Senkung des mittleren arteriellen Druckes.
Herzminutenvolumen, Schlagvolumen, Herzfrequenz sowie
glomeruläre
Filtrationsrate und renaler Plasmafluss bleiben unverändert
oder
werden nur geringfügig erhöht.
Prazosin blockiert die postsynaptischen Alpha1-Rezeptoren sowohl der
arteriellen Widerstandsgefäße als auch der
venösen
Kapazitätsgefäße und führt zur
Vasodilatation
sowie zur gleichzeitigen Senkung der kardialen Nach- und Vorlast.
In der Langzeittherapie der Herzinsuffizienz tritt eine
Wirkungsabschwächung häufig auf, in der Therapie der
Hypertonie kann eine Wirkungsabschwächung nicht sicher
ausgeschlossen werden.
Klinische Studien zufolge senkt Prazosin die Plasmakonzentration von
LDL um 7-19%, wobei der HDL-Spiegel nicht beeinflusst oder um 9-17%
erhöht wird.
Hämodynamische Studien bei Patienten mit Linksherzinsuffizienz
nach Kurz- und während Langzeitbehandlung in Ruhe oder unter
Belastung zeigen, dass der therapeutische Effekt von Prazosin auf eine
Verminderung des linksseitigen Kammer-Füllungsdruckes, eine
Reduktion der kardialen Impedanz und eine Erhöhung des
Herzminutenvolumens zurückzuführen ist. Der
Sauerstoffverbrauch des Myokards wird dabei nicht erhöht.
Diese
Wirkungen gehen mit einer ausgewogenen vasodilatorischen Wirkung auf
Arteriolen und Venen einher. Die Anwendung von Prazosin bei der
Linksherzinsuffizienz führt nicht zu Reflex-Tachykardie, und
eine
Blutzuckersenkung fehlt oder ist bei normotensiven Patienten minimal.
Bei Morbus Raynaud steigert Prazosin durch seine vasodilatorische
Wirkung die Durchblutung der betroffenen Körperteile und
vermindert die mit diesen Krankheitszuständen einhergehende
Symptomatik sowie Häufigkeit und Dauer der Attacken.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
Prazosin und anderen Chinazolinen (z. B. Doxazosin, Terazosin),
- Herzinsuffizienz, deren Ursache in einer mechanischen
Funktionsbehinderung liegt (wie Aorten- oder Mitralklappenstenose),
- Linksherzinsuffizienz mit niedrigem Füllungsdruck,
- Rechtsherzinsuffizienz durch Lungenembolie oder Perikarderguss,
- Herzinsuffizienz bedingt durch einen frischen Herzinfarkt: zur
Beurteilung der Wirkung liegen noch nicht genügend Unterlagen
vor.
- 1. Trimenon der Schwangerschaft.
Relative Gegenanzeigen
- Leberfunktionsstörung: besonders vorsichtig anwenden; da
keine
klinischen Erfahrungen bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung vorliegen, wird die Anwendung bei diesen
Patienten nicht empfohlen.
- Kinder unter 12 Jahren: aufgrund ungenügender Erfahrungen
kann die Anwendung nicht empfohlen werden.
- Schwangerschaft 2. und 3. Trimenon
- Stillzeit
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, Einzelfälle
- allergische Reaktionen, wie Urticaria und Angioödem,
Bronchospasmus
- Tachykardien
- Bradykardie
- Angina pectoris
- Herzinfarkt
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Vor allem zu Behandlungsbeginn können folgende Nebenwirkungen
(First-dose-Phänomen) auftreten:
- Kreislaufstörungen mit Neigung zu Blutdruckabfall, besonders
bei
Lagewechsel, z. B. vom Liegen zum Stehen (Orthostase), die in seltenen
Fällen mit Synkopen einhergehen.
- Hypotonie
- Herzklopfen (Palpitationen)
- Schwindel
- Benommenheit
- Übelkeit
- Kopfschmerzen.
Desweiteren traten im Zusammenhang mit der Einnahme von Prazosin auf:
- Müdigkeit
- Unwohlsein
- Schwächegefühl
- Kraftlosigkeit (Asthenie)
- Ödeme
- Gewichtszunahme
- unspezifische gastrointestinale Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen,
Erbrechen, Durchfall oder Obstipation
- Leberfunktionsstörungen
- Pankreatitis
- Blasenentleerungsstörungen (Harnverhaltung, vermehrter
Harndrang, Harninkontinenz)