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Prednisolon

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Prednisolon

Cortisol, auch Hydrocortison (nicht zu verwechseln mit Cortison, der inaktivierten Form des Cortisol), ist ein Steroidhormon, das in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde gebildet wird.


 

Wirkstoffklasse

  • Glucocorticoid

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Advantan®
  • Alpicort®
  • Urbason®

Wirkung

Prednisolon ist ein schwach wirkendes Glucocorticoid, das systemisch, lokal, rektal und ophthalmologisch eingesetzt wird. Es hat ein sehr breites Wirkungsspektrum und wird systemisch vorwiegend als Antirheumatikum und Antiallergikum sowie in der Pneumologie und Notfallmedizin eingesetzt. Prednisolon ist ein aktiver Metabolit des Prednison.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Glucocorticoide finden sich hier.

Prednisolon
ist ein synthetisches, mittellang wirkendes Glucocorticoid, das sich vom natürlichen Nebennierenrinden-Hormon Cortisol nur durch eine Dehydrierung an C-1 unterscheidet. Verglichen mit Cortisol hat es eine um Faktor 0,6 bis 0,8 abgeschwächte mineralocorticoide Wirkung.
Die relative entzündungshemmende Äquivalenzdosis von Prednisolon im Vergleich zu anderen Glucocorticoiden beträgt: 5 mg Prednisolon entspricht 5 mg Prednison, entspricht 0,7 mg Dexamethason, entspricht 0,7 mg Betamethason, entspricht 2,5 mg Cloprednol, entspricht 4 mg Triamcinolon, entspricht 4 mg Methylprednisolon, entspricht 20 mg Hydrocortison, entspricht 25 mg Cortisol.
Während die glucocorticoide Wirkung therapeutisch genutzt wird, ist der mineralocorticoide Effekt (Natriumchlorid- und Wasser-Retention sowie vermehrte Kalium-Sekretion, verminderte Calcium-Resorption im Magen-Darm-Trakt sowie verminderte Calcium-Rückresorption in der Niere) unter therapeutischen Dosen eher als unerwünschte Wirkung zu betrachten.
In der pharmakologischen Therapie werden überwiegend die Wirkungen ausgenutzt, die sich aus einer überphysiologischen Glucocorticoid-Konzentration ergeben, etwa in der Rheumatologie zur Unterdrückung von Entzündungen und zur Immunsuppression.
Die Cushing-Schwellendosis für Prednisolon liegt bei etwa 7,5 mg/d.
Während beispielsweise beim Pseudo-Krupp insbesondere die antiinflammatorischen Eigenschaften des Wirkstoffes genutzt werden und zu einem raschen Abschwellen der Schleimhäute im Laryngo-Trachealbereich beitragen, spielen beim Asthma bronchiale zusätzlich die antiallergischen sowie bei zahlreichen rheumatischen Erkrankungen und den entzündlichen Darmerkankungen v. a. die antiproliferativen und immunsuppressiven Wirkungen eine zentrale Rolle.
Innerhalb der externen Glucocorticoide werden Prednisolon-haltige Externa in die am schwächsten wirksame Gruppe I eingestuft. Kutan angewendetes Prednisolon beeinflusst im therapeutisch angegebenen Dosisbereich die Fibroblasten-Bildung nicht und wirkt nicht antiproliferativ, daher eignen sich entsprechende Zubereitungen besonders zur Behandlung rein entzündlicher Hauterkrankungen ohne hyperproliferativen Anteil.
In Untersuchungen zeigte der Ester Prednisolon acetat eine deutlich stärkere Wirksamkeit als Prednisolon, was u. a. mit einer größeren Affinität zum Steroid-Rezeptor erklärt wird.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Prednisolon, Prednisolon acetat bzw. Prednisolon hydrogensuccinat
invasive Anwendung (intraartikuläre Injektion, Infiltration), zusätzlich:
- Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks oder des Applikationsbereichs
- Psoriasis-Herd im Applikationsbereich
- Blutungsneigung
- periartikuläre Calcifikation
- Instabilität des zu behandelnden Gelenks
- nicht vaskularisierte Knochennekrose
- Charcot-Gelenk
länger dauernde invasive Anwendung (intraartikuläre Injektion, Infiltration), zusätzlich:
- akute Virus-Infektionen (z. B. Herpes zoster, Herpes simplex, Varizellen)
- HBsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis
- systemische Mykosen und Parasitosen
- Poliomyelitis
- Lymphadenitis nach BCG-Impfung
- Eng-/Weitwinkelglaukom
- Tuberkulose in der Anamnese
- Magen-Darm-Ulzera
- schwere Osteoporose
externe (kutane) Anwendung, zusätzlich:
- Virus-bedingte Hauterkrankungen wie Herpes simplex, Herpes zoster, Varizellen
- spezifische Hauterkrankungen (Tuberkulose, Lues)
- Vakzinationsreaktionen
- Rosacea-artige (periorale) Dermatitis, Akne, Rosacea
- 1. Trimenon der Schwangerschaft
- Hauterkrankungen am Augenlid
okuläre Anwendung, zusätzlich:
- bakterielle oder vitale Infektionen des Auges, Augenmykosen (z. B. akute Erkrankungen der Cornea durch Infektionen mit Herpes simplex oder Augentuberkulose) ohne adäquate antibiotische Begleittherapie
- verschiedene mechanische Verletzungen, Ulzera oder Neoplasmen der Cornea
- Eng- oder Weitwinkelglaukom
- Cortisol-Responder
intraorale Anwendung, zusätzlich:
- Mykosen der Mundschleimhaut
- tuberkulöse Prozesse an der Mundschleimhaut
- Varizellen
- Impfreaktionen

Relative Gegenanzeigen

systemische Pharmakotherapie (gilt nicht für die kurzfristige rektale Anwendung weniger Einzeldosen):
- akute Virus-Infektionen (z. B. Herpes zoster, Herpes simplex, Keratitis herpetica, Varizellen), strenge Indikationsstellung, ggf. gezielte antiinfektiöse Therapie
- HBsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis (strenge Indikationsstellung, ggf. gezielte antiinfektiöse Therapie)
- systemische Mykosen und Parasitosen (z. B. Amöben, Nematoden), strenge Indikationsstellung, ggf. gezielte antiinfektiöse Therapie
- Poliomyelitis (strenge Indikationsstellung, ggf. gezielte antiinfektiöse Therapie)
- Lymphadenitis nach BCG-Impfung (strenge Indikationsstellung, ggf. gezielte antiinfektiöse Therapie)
- akute und chronische bakterielle Infektionen (strenge Indikationsstellung, ggf. gezielte antiinfektiöse Therapie)
- Tuberkulose in der Anamnese (strenge Indikationsstellung, Anwendung nur unter Tuberkulostatika-Schutz)
- Magen-Darm-Ulzera (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifischer Therapie)
- schwere Osteoporose (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifischer Therapie)
- schwer einstellbare Hypertonie (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifischer Therapie)
- schwere Herzinsuffizienz (strenge Indikationsstellung, entsprechende Überwachung)
- schwer einstellbarer Diabetes mellitus (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifischer Therapie)
- psychiatrisch zu behandelnde Erkrankungen (auch in der Anamnese, strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifischer Therapie)
- Eng- bzw. Weitwinkelglaukom (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifischer Therapie)
- Hornhaut-Ulzerationen bzw. -Verletzungen (strenge Indikationsstellung, ggf. zusätzliche spezifischer Therapie)
- schwere Colitis ulcerosa mit drohender Perforation, Abszessen oder eitrigen Entzündungen (strenge Indikationsstellung, entsprechende Überwachung)
- Divertikulitis (strenge Indikationsstellung, entsprechende Überwachung)
- Enteroanastomosen (Zeitraum unmittelbar postoperativ, strenge Indikationsstellung, entsprechende Überwachung)
- Wachstumsalter (strenge Indikationsstellung)
- höheres Lebensalter (erhöhtes Osteoporose-Risiko)
systemische Pharmakotherapie, zusätzlich:
- Schwangerschaft (sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Stillzeit (Abstillen unter höher dosierter oder längerfristiger Behandlung)
invasive Anwendung:
- Alter < 18 Jahre (Anwendung nicht empfohlen)
- bestehende Infektionen (Anwendung nur unter spezifischer antiinfektiöser Therapie)
- Tuberkulose in der Anamnese (Anwendung nur unter Tuberkulostatika-Schutz)
- schwer einstellbare Hypertonie
- schwere Herzinsuffizienz
- schwer einstellbarer Diabetes mellitus
- schwere Colitis ulcerosa mit drohender Perforation
- Divertikulitis
- Enteroanastomosen (Zeitraum unmittelbar postoperativ, strenge Indikationsstellung)
externe (kutane) Anwendung:
- 2. und 3. Trimenon der Schwangerschaft
- Stillzeit
okuläre Anwendung:
- Alter < 18 Jahre (unzureichende Erfahrungen)
- voraus gegangene Herpes simplex-Infektion (Anwendung nur unter strenger ärztlicher Kontrolle)
- Schwangerschaft
- Stillzeit
intraorale Anwendung:
- schwere eitrige Infektionen (Beherrschung der Infektion vor Anwendung von Prednisolon)
- Schwangerschaft
- Stillzeit

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit

systemische (auch längerfristige rektale) Anwendung, Inzidenz abhängig von Therapiedauer und Dosis:
- adrenale Suppression, Induktion eines Cushing-Syndroms (typische Symptome: Vollmond-Gesicht, Stammfettsucht, Plethora), Wachstumshemmung bei Kindern (Stillstand dosisabhängig nach 2-3 Monaten kontinuierlicher Therapie), Störungen der Sexualhormon-Sekretion (Impotenz, Hirsutismus, Amenorrhoe)
- Natrium-Retention mit Ödem-Bildung, vermehrte Kalium-Ausscheidung mit möglicher Hypokaliämie (ggf. Arrhythmien), verminderte Glucose-Toleranz, Diabetes mellitus, Hypercholesterolämie, Hypertriglyceridämie, verstärkter Eiweiß-Abbau
- Gewichtszunahme
- Striae rubrae, Atrophie der Haut, Teleangiektasien, erhöhte Kapillarfragilität, Petechien, flächige Haut-Blutungen, Ekchymosen, Hypertrichose, Steroid-Akne, verzögerte Wundheilung, Rosacea-artige (periorale) Dermatitis, Änderung der Haut-Pigmentierung
- Muskel-Atrophie, Muskel-Schwäche, Osteoporose (auch bei kurzzeitiger Anwendung möglich), aseptische Knochennekrosen (Kopf des Oberarm- und Oberschenkel-Knochens), Sehnenruptur
- Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebs- und Appetitsteigerung, Psychosen, Schlafstörungen
- Pseudotumor cerebri (v. a. bei Kindern), Manifestation einer latenten Epilepsie bzw. Erhöhung der Anfallsbereitschaft bei manifester Epilepsie
- Magen-Darm-Ulzera, gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis
- Hypertonie, Erhöhung des Arteriosklerose- und Thrombose-Risikos, Vaskulitis
- mäßige Leukozytose, Lymphozytopenie, Eosinopenie, Polyglobulie, Thrombozytose-Neigung
- Immunsuppression mit Erhöhung des Infektionsrisikos (auch opportunistische Erreger) und möglicherweise schwer wiegendem bis lebensbedrohlichem Verlauf von Virus-bedingten Erkrankungen (wie z. B. Varizellen, Herpes simplex oder Herpes Zoster während der virämischen Phase), Maskierung von Infektionen, Exazerbation latenter Infektionen, allergische Reaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Arzneimittel-Exanthem)
- Katarakt (v. a. mit hinterer subkapsulärer Trübung), Glaukom, Verschlechterung der Symptome bei Hornhaut-Ulkus, Begünstigung viraler, fungaler und bakterieller okulärer Entzündungen
invasive Anwendung:
- lokale Reizungen, Unverträglichkeitserscheinungen (Hitze-Gefühl, länger anhaltende Schmerzen), Haut-Atrophie, Atrophie des Unterhautgewebes, Infektion des Applikationsbereiches
- nicht auszuschließen: Wirkungen analog systemischer Anwendung
externe (kutane) Anwendung 0,025-0,04 %iger Zubereitungen (Cremes/Salben):
- Anwendung über 3-4 Wochen bzw. großflächige Anwendung, v. a. unter Okklusion oder in Hautfalten: Veränderungen des behandelten Gebiets wie irreversible Haut-Atrophien, Teleangiektasien, Striae, Steroid-Akne, Rosacea-artige (periorale) Dermatitis, Änderungen der Haut-Pigmentierung, Hypertrichosis
- Anwendung auf Wunden: Störung der Wundheilung
okuläre Anwendung:
- vorüber gehendes Brennen/Stechen u. a. leichte Symptome von Augenirritationen (u. a. verschwommenes Sehen, Fremdkörpergefühl, Augenreizungen) allergische Reaktionen
- Corticoide allgemein: Keratitis, Konjunktivitis, Hornhaut-Ulzera, Mydriasis, vorüber gehender Akkommodationsverlust, Ptosis
- Corticoide allgemein, länger dauernde Behandlung: okuläre Hypertension, Glaukom (reversibel nach Absetzen, ggf. erhöhtes Risiko bei vorbestehendem Diabetes mellitus)
- vorbestehender Substanz-Defekte der Cornea: Perforation
- verzögerte Wundheilung
- Gefahr einer Infektion bzw. Maskierung/Verschlechterung einer vorbestehenden Infektion
- Corticoide allgemein: akute Iritis
intraorale Anwendung:
- lokale Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

externe (kutane) Anwendung 0,2 %iger Lösungen:
- v. a. bei längerfristiger Anwendung: Haut-Atrophien, Teleangiektasien, Striae, Steroid-Akne, Rosacea-artige (periorale) Dermatitis, Hypertrichosis

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

invasive Anwendung (Infiltration):
- Sehnenschäden, ggf. spätere Ruptur
okuläre Anwendung:
- längerfristige Anwendung: Linsentrübung, Katarakt (ggf. erhöhtes Risiko bei vorbestehendem Diabetes mellitus)
intraorale Anwendung:
- systemische Überempfindlichkeitsreaktionen (sofort oder innerhalb der ersten Stunde nach Anwendung), im Extremfall Schock

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

perorale Anwendung:
- Sehnenruptur, epidurale Lipomatose
parenterale Anwendung:
- schwere anaphylaktische Reaktionen mit Kreislaufversagen, Herzstillstand, Arrhythmien, Bronchospasmus und/oder Blutdruckabfall oder -anstieg
externe (kutane) Anwendung:
- allergische Hautreaktionen
rektale Kurzzeitanwendung:
- Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Arzneimittel-Exanthem)
- Brennen und Juckreiz in der Analregion