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Raltegravir
Wirkstoffklasse
Virustatikum
Integraseinhibitor
Fertigpräparate
Isentress®
Wirkung
Raltegravir ist ein Arzneistoff aus der
Gruppe
der Integraseinhibitoren, der zur Behandlung von HIV und dessen
späteren Stadien eingesetzt wird.
Wirkungsmechanismus
Raltegravir wirkt als
Integraseinhibitor. Die
retrovirale Integrase ist ein Schlüsselenzym, das das HI-Virus
für die Integration seines Genoms in die Chromosomen der
Wirtszelle benötigt. Raltegravir hemmt einen wesentlichen
katalytischen Schritt dieses Enzyms, den Strangtransfer, verhindert
dadurch die Integration der viralen Nukleinsäure und reduziert
in
der Folge die Virusreplikation. Eine Reihe weitererer Enzyme, darunter
auch retrovirale Reverse Transkriptase, wurden daraufhin getestet, ob
sie durch Raltegravir gehemmt würden. Dies konnte nicht
beobachtet
werden; es gilt als gesichert, dass die antivirale Aktivität
ausschließlich auf die Hemmung der Integrase
zurückzuführen ist.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Raltegravir darf nicht
angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
oder einen der sonstigen Bestandteile.
Verträglichkeit und Wirksamkeit von Raltegravir sind bei
Patienten mit schweren Lebererkrankungen nicht erwiesen. Das
Arzneimittel sollte daher bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden.
Es gibt nur sehr begrenzte Daten bezüglich einer Anwendung von
Raltegravir bei Patienten mit HIV und Hepatitis-B-Virus(HBV)- oder
Hepatitis-C-Virus(HCV)-Koninfektion. Patienten mit chronischer
Hepatitis B oder C, die mit einer antiretroviralen Kombinationstherapie
behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für
schwerwiegende unerwünschte und potenziell tödliche
hepatische Ereignisse.
Myopathie und Rhabdomyolyse wurden berichtet; der Zusammenhang zwischen
Raltegravir und diesen Ereignissen ist jedoch nicht bekannt. Bei
Patienten, die bereits eine Myopathie oder Rhabdomyolyse in der
Vergangenheit hatten oder prädisponierende Faktoren haben,
einschließlich Arzneimitteln, die derartige Erkrankungen
hervorrufen können, sollte eine Anwendung mit Vorsicht
durchgeführt werden.
Nebenwirkungen
(unerwünschte Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Myopathie, Rhabdomyolyse (Kausalzusammenhang nicht gesichert)
- Osteonekrose
- Suizidgedanken, suizidales Verhalten (insbesondere bei Patienten mit
einer psychiatrisch behandelten Erkrankung in der Vorgeschichte)
Sehr
häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Laborwertveränderungen mit Verschlechterung der
Ausgangswerte von AST, ALT oder Gesamt-Bilirubin bei Patienten mit
Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Virus-Coinfektion
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Insomnie
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Aufgetriebenes Abdomen, Bauchschmerzen, Obstipation,
Diarrhö, Flatulenz, Übelkeit, Erbrechen
- Hyperhidrose, Nachtschweiß, Pruritus, Hautausschlag
- Arthralgie
- Müdigkeit, Schwächegefühl
- Erhöhungen von ALT und AST, Hypertriglyceridämie,
Erhöhungen der Serum-Kreatininkinase, Erhöhungen der
Lipase
Gelegentliche
unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Herpes genitalis (wenigstens ein schwerwiegendes Ereignis),
Folliculitis, Herpes simplex, Herpes-Virus-Infektion, Herpes zoster,
Influenza, Molluscum contagiosum
- Eisenmangelanämie
- Arzneimittelüberempfindlichkeit (wenigstens ein
schwerwiegendes Ereignis)
- Stammfettsucht, Appetitminderung; Diabetes mellitus,
Dyslipidämie, Hypercholesterolämie, gesteigerter
Appetit
- Anomales Träumen, Angst, Depression,
Durchschlafstörungen, Schlafstörungen
- Karpaltunnelsyndrom, Aufmerksamkeitsstörung,
Lagerungsschwindel, Dysgeusie, Hypersomnie, Hypästhesie,
Lethargie, Neuropathie, periphere Neuropathie, Parästhesie,
Somnolenz, Spannungskopfschmerz, Tremor
- Sehstörungen
- Vertigo
- Palpitationen, ventrikuläre Extrasystolen
- Dysphonie, Nasenbluten, verstopfte Nase, Rachenerythem
- Gastritis (wenigstens ein schwerwiegendes Ereignis),
Bauchbeschwerden, Schmerzen im Oberbauch, Beschwerden im Analbereich,
Mundtrockenheit, Dyspepsie, Aufstoßen,
gastroösophageale Refluxkrankheit, Glossitis,
Schluckbeschwerden, Schmerzen im Mundbereich, akute Pankreatitis,
Magengeschwür, rektale Hämorrhagie, Magenbeschwerden
- Hepatitis (wenigstens ein schwerwiegendes Ereignis)
- Akne, akneiforme Dermatitis, Hauttrockenheit, Erythem, Atrophie der
fazialen Fettpolster, Lipoatrophie, erworbene Lipodystrophie,
Lipohypertrophie, Prurigo, generalisierter Juckreiz, makulärer
Hautausschlag, makulopapulärer Hautausschlag, juckender
Hautausschlag, Xerodermie
- Rückenschmerzen, Muskelatrophie, muskuloskeletale Schmerzen,
Myalgie, Myositis, Schmerzen in den Extremitäten,
Sehnenentzündung
- Nierenversagen (wenigstens ein schwerwiegendes Ereignis),
interstitielle Nephritis, Nephrolithiasis, Nykturie, Pollakisurie
- Erektile Dysfunktion, Gynäkomastie, menopausale Symptome
- Beschwerden im Brustkorb, Schüttelfrost,
Gesichtsödem, Zunahme des Körperfetts,
Hitzegefühl, Nervosität, Fieber, Xerose
- Neutropenie (Erniedrigung der absoluten Zellzahl), Erhöhung
der Serumamylase, Erhöhung des Serumcholesterols,
Erhöhung des Serumkreatinins, Erhöhung des
Blutglucosespiegels, Erhöhung des Blutharnstoffstickstoffs,
Erhöhung des Nüchternblutglucosespiegels, Glucose im
Urin, erhöhtes HDL, erhöhtes LDL, Thrombopenie, Blut
im Urin, Gewichtszunahme, Leukopenie
- Versehentliche Überdosis (wenigstens ein schwerwiegendes
Ereignis)(Ende der Stoffinformation aus den Wirkstoffdossiers)