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Ramipril

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Ramipril

Formel Ramipril

Wirkstoffklasse

  • ACE-Hemmer

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Delix® 
  • Ramigamma®
  • Vesdil®

Wirkung

Ramipril wird zur Behandlung der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) und der Herzinsuffizienz und zur Vorbeugung des Herzinfarktes eingesetzt. Ramipril selbst ist ein inaktives Prodrug (Vorstufe der wirksamen Verbindung). Sein Wirkprinzip beruht nach Aktivierung zum Ramiprilat auf der Hemmung des Angiotensin Converting Enzyme (ACE).

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der ACE-Hemmer finden sich hier.

Ramipril ist der Ethylester (Prodrug) des in vivo durch Hydrolyse entstehenden aktiven Metaboliten Ramiprilat. Die freie Carboxygruppe bildet eine Chelatbindung mit der essentiellen Zn2+-Gruppe des Angiotensin-Konversionsenzyms und hemmt dadurch dessen Aktivität. Die Affinität zum Konversionsenzym ist in etwa äquipotent zu der von Enalaprilat, und 10 bzw. 200mal stärker als von Captopril bzw. Enalapril. Durch die hohe Lipophilie ist Ramipril im Gegensatz zur Leitsubstanz Captopril gut gewebegängig, kann auch in anderen Organen/Geweben als der Leber in den aktiven Metaboliten Ramiprilat umgewandelt werden und dort gewebsständiges ACE hemmen (es wird vermutet, dass Angiotensin II auch durch ein endogenes kardiales Renin-Angiotensin-System gebildet wird, eine trophische Wirkung auf das Myokard ausübt und dadurch zur kardialen Hypertrophie bei Hypertonie beiträgt).
Kompensatorische Tachykardie tritt nicht auf.
Unter Ramipril kam es in klinischen Untersuchungen zu keinen klinisch relevanten Veränderungen von renalem Plasmafluss bzw. glomerulärer Filtrationsrate.
Bei der Indikation Herzinsuffizienz nach Myokardinfarkt haben Studien einen lang anhaltenden Effekt der Akuttherapie mit einem ACE-Hemmer auf die Überlebensrate der Patienten ergeben. Das Mortalitätsrisiko ging unter der Behandlung mit Ramipril (Beginn direkt [2.-9. Tag] nach dem Infarktereignis, Therapiedauer von 12-15 Monaten) um 27-36%, verglichen mit Placebo, zurück.
Bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko kam es in einer klinischen Studie unter Ramipril zur Senkung der Inzidenz von Myokardinfarkten, Schlaganfällen oder kardiovaskulären Todesfällen. Erklärt wird dies über die Hemmung des ACE in den Plaques der durch Ruptur dieser Plaques gefährdeten Blutgefäße. Die ACE-Hemmung führt zur Senkung der Entzündungsreaktion an diesen vulnerablen Stellen, so dass v.a. bei Vorhandensein instabiler Plaques Stabilisierungsvorgänge einsetzen und das betroffene Gewebe in einen chronischen, d.h. weniger gefährlichen Zustand überführen können. Weitere Faktoren zur Hemmung atherosklerotischer Vorgänge stellen die Reduktion der Proliferation glatter Gefäßmuskulatur und die Verstärkung der endogenen Fibrinolyse durch Ramipril dar.
In einer Studie zur Indikation diabetische Nephropathie wurde eine Senkung der Notwendigkeit zur Dialyse-Behandlung oder Nierentransplantation bzw. eine geringere Rate an verdoppelter Serum-Kreatinin-Konzentration beobachtet.
Ramipril verändert beim Menschen den Glucose-Stoffwechsel nicht, LDL- und HDL-Cholesterol im Serum werden gesenkt.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Ramipril oder einen anderen ACE-Hemmstoff
- Nierenarterienstenose (beidseitig bzw. bei Einzelniere einseitig)
- Zustand nach Nierentransplantation
- Dialyse (mangels Therapie-Erfahrungen)
- primärer Hyperaldosteronismus
- anamnestisch bekanntes angioneurotisches Ödem (hereditär oder idiopathisch, z.B. in Folge einer früheren Therapie mit einem ACE-Hemmstoff)
- primäre Lebererkrankungen oder Leberinsuffizienz (mangels Therapie-Erfahrungen)
- unbehandelte dekompensierte Herzinsuffizienz (mangels Therapie-Erfahrungen)
- hämodynamisch relevante Aorten- oder Mitralklappenstenose bzw. hypertrophe Kardiomyopathie
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Alter <18 Jahre (mangels Therapieerfahrungen)
Indikation geringe bis mäßige Herzinsuffizienz nach akutem Myokardinfarkt, zusätzlich:
- anhaltende Hypotension (systolisch <90 mm Hg)
- orthostatische Dysregulation
- schwere Herzinsuffizienz (NYHA IV)
- instabile Angina pectoris
- Cor pulmonale
- lebensbedrohliche ventrikuläre Arrhythmien
- hämodynamische Instabilität, kardiogener Schock

Relative Gegenanzeigen
- Vorliegen einer gestörten Immunreaktion oder Kollagenkrankheit (z.B. Lupus erythematodes, Sklerodermie, sehr kritische Nutzen/Risiko-Abwägung sowie regelmäßige Kontrolle repräsentativer, klinischer und laborchemischer Parameter)
- klinisch relevante Elektrolytstörungen (sehr kritische Nutzen/Risiko-Abwägung sowie regelmäßige Kontrolle repräsentativer, klinischer und laborchemischer Parameter)
- zu erwartende erhöhte Aktivität des Renin-Angiotensin-Systems, z.B. bei Salz-, Flüssigkeitsmangel (Ausgleich vor Therapiebeginn), schwerer Hypertonie, Herzinsuffizienz insbesondere nach akutem Herzinfarkt, linksventrikulärer Ein- oder Ausflussbehinderung, hämodynamisch relevanter Nierenarterienstenose
- Alter >65 Jahre
- bestehende besondere Gefährdung durch einen unerwünscht starken Blutdruckabfall (z.B. Stenosen der Koronar- oder der Hirn-versorgenden Gefäße)
- eingeschränkte Nierenfunktion

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- leichtere, nicht-angioneurotische Ödeme, z.B. im Bereich der Sprunggelenke
- mit Fieber, Myalgien, Arthralgien/Arthritis, Vaskulitiden, Eosinophilie und/oder erhöhten ANA-Titern einher gehende Haut-Veränderungen, schnelleres Auftreten bzw. schwererer Verlauf von Überempfindlichkeitsrekationen auf Insektengifte
- bei vorbestehendem Dibetes mellitus: Serum-Kalium-Anstieg

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- trockener Reizhusten (reversibel beim Absetzen)
- Hypotonie/Orthostase mit Synkope und/oder Palpitationen und Angina pectoris
- Schwindel (etwa 4%), Benommenheit, Kopfschmerzen (etwa 2%)
- Rhinitis, Dyspnoe
- Übelkeit (etwa 3%), Erbrechen, Diarrhoe, Abdominalschmerzen
- Nierenfunktionsstörung

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Konjunktivitis, angioneurotisches Ödem mit Beteiligung von Lippen, Gesicht und/oder Extremitäten, Haut- oder Schleimhaut-Reaktionen (z.B. als Ausdruck einer allergischen Reaktion) wie Ausschlag, Urtikaria, Pruritus
- Müdigkeit, Asthenie, Gleichgewichtsstörungen, Stimmungsänderungen, Parästhesien, Geschmacksveränderungen, Schlafstörungen
- Hypotonie mit Tachykardie, v.a. zu Beginn der Behandlung, bei vorbestehendem Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel, Herzinsuffizienz (insbesondere nach akutem Myokardinfarkt), schwerer Hypertonie, Dosiserhöhung von Ramipril: übermäßige Blutdruck-Senkung, Orthostase mit Schwindel oder Leeregefühl im Kopf, u.U. mit Konzentrationsstörungen, Schwitzen, Schwächegefühl, Sehstörungen, bei Hochrisiko-Patienten: Hypotonie mit Myokardinfarkt, TIA und/oder ischämischer zerebraler Insult
- Appetitlosigkeit, Anorexie, Verdauungsstörungen
- Auftreten von bzw. Verstärkung von (bestehenden) Nierenfunktionsstörungen
- Erhöhung der Bilirubin- und Leberenzym-Konzentration im Serum, v.a. bei vorbestehenden Nierenfunktionsstörungen: Anstieg der Serum-Konzentrationen von Kreatinin und Harnstoff, Abfall des Serum-Natrium-Spiegels/Anstieg des Serum-Kalium-Spiegels
- Impotenz

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Somnolenz, Depressionen, Impotenz, Abnahme der Libido, Verwirrtheit, Angst-Gefühl, Nervosität, Unruhe, Tremor, Hörstörungen (z.B. Tinnitus), verschwommenes Sehen, Geruchsstörungen, vorüber gehender Geschmacksverlust
- Auftreten oder (bei vorbestehender Erkrankung) Verstärkung von Arrhythmien
- Bronchospasmus, Verschlechterung eines Asthma bronchiale, Bronchitis, Sinusitis, allergische Alveolitis/eosinophile Pneumonie
- angioneurotisches Ödem mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder Zunge
- Magenschmerzen, Erhöhung der Pankreas-Enzyme, Verdauungsstörungen, Obstipation, Stomatitis oder des Magen-Darm-Trakts, Mundtrockenheit, Durst
- Flush, Urtikaria (u.U. mit Fieber), Alopezie, Verschlimmerung einer vorbestehenden Psoriasis, psoriasiforme Haut- oder Schleimhaut-Veränderungen
- Erhöhung der Pankreasenzym-Aktivität im Serum, Erhöhung des Serum-Bilirubin, Abfallen von Hämoglobin-Konzentration, Hämatokrit, Leukozyten-, Thrombozytenzahl, erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, v.a. bei vorbestehender eingeschränkter Nierenfunktion oder Kollagenkrankheiten: Anämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Eosinophilie
- Urämie, akutes Nierenversagen
- Gynäkomastie

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Parästhesien
- Verschlechterung von vorbestehenden Durchblutungsstörungen in Folge Gefäßstenose
- intestinales Angioödem, Pankreatitis, (Sub-)Ileus, Leberfunktionsstörungen (einschließlich akutem Leberversagen), Hepatitis sowie hepatisches Syndrom, beginnend mit cholestatischem Ikterus, fortschreitend bis zur (ggf. fulminanten) hepatischen Nekrose, u.U. mit letalem Ausgang
- Hypoglykämie
- makulopapuläres Ex- oder Enanthem, Pemphigus, pemphigoide oder lichenoide Haut- oder Schleimhaut-Veränderungen, Photosensibilität, Onycholyse, Vaskulitis, Verstärkung (einer bestehenden) oder Auslösung einer Raynaud-Symptomatik, schwer wiegende Haut-Reaktionen wie Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse
- Oligurie, Anurie, Proteinurie (teilweise mit gleichzeitiger Verschlechterung der Nierenfunktion)
- Muskelkrämpfe, Myalgien, Arthralgien, Fieber, Eosinophilie, Leukozytose
- erhöhte ANA-Titer, Hämolyse/hämolytische Anämie (auch im Zusammenhang mit Glucose-6-phosphat-Mangel), v.a. bei vorbestehender eingeschränkter Nierenfunktion oder Kollagenkrankheiten: Agranulozytose, Panzytopenie (z.B. in Folge Myelosuppression)