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Ranibizumab
Wirkstoffklasse
Monoklonaler
Antikörper (Antikörperfragment)
VEGF-A-Antagonist
Fertigpräparate
Lucentis®
Wirkung
Ranibizumab ist ein humanisiertes,
rekombinantes, monoklonales Antikörperfragment, welches
speziell
für die Behandlung der exsudativen (feuchten), altersbedingten
Makuladegeneration (AMD) entwickelt wurde und wird hierzu intravitreal
(in den Glaskörper, siehe Abbildungen) verabreicht.
Wirkungsmechanismus
Ranibizumab ist ein Antagonist des
humanen vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors A (VEGF-A). Ranibizumab
bindet mit hoher Affinität alle Isoformen des VEGF-A (wie
VEGF110, VEGF121 und VEGF165). Dieses
gilt
als Schlüsselmolekül bei der Entstehung der
exsudativen AMD.
Die Bindung des VEGF-A durch Ranibizumab verhindert die Aktivierung der
Rezeptoren VEGFR-1 und VEGFR-2 auf der Oberfläche der
Endothelzellen. Durch seine geringe Größe kann es
alle
Netzhautschichten durchdringen und gelangt direkt zu den chorioidalen
Neovaskularisationen (CNV), welche zu Blutungen neigen. Da Ranibizumab
eine geringe Plasmahalbwertszeit nach intravitrealer Injektion
aufweist, bleibt das Risiko systemischer Nebenwirkungen klein.
Bei der feuchten AMD, der schwerwiegenden Variante der Erkrankung
altersabhängigen Makuladegeneration, kommt es aufgrund
verschiedener Ursachen wie Alterungsprozessen oder oxidativem Stress
zur Ausschüttung von Wachstumsfaktoren wie VEGF. Die Folge
davon
ist die Bildung neuer krankhafter Blutgefäße
(choriodale
Neovaskularisationen) sowie der Austritt von Blut und
Flüssigkeit
in die Netzhaut (Leckage) und letztendlich die Schädigung der
Makula und die damit verbundene Störung des zentralen Sehens.
Die
feuchte AMD kann sehr schnell zu einer Beeinträchtigung der
Sehfunktion durch den irreversiblen Funktionsverlust der zentralen
Netzhaut führen.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Ranibizumab
- bestehende okulare oder periokulare Infektion bzw. einem Verdacht
darauf
- bestehende schwere intraokulare Entzündung
Relative
Gegenanzeigen
- Ranibizumab wurde nicht bei Patienten untersucht, die zuvor bereits
intravitreale Injektionen erhalten hatten.
- Ranibizumab sollte nicht gleichzeitig mit anderen anti-VEGF-Agenzien
(systemisch oder okular) verabreicht werden.
- Schwangerschaft: Ranibizumab darf während der
Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn der erwartete
Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko für den Fetus.
- Stillzeit: Während der Anwendung von Ranibizumab wird
empfohlen nicht zu stillen.
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Kopfschmerzen
- Bindehautblutung, Augenschmerzen, "Fliegende Mücken"
(Mouches volantes), Einblutungen in die Retina, Erhöhung des
Augeninnendrucks, Glaskörperabhebung, intraokulare
Entzündungen, Augenirritation, Katarakt,
Fremdkörpergefühl im Auge, Beeinträchtigung
der Sehfähigkeit, Blepharitis, okulare Hyperämie,
Visusverschlechterung (inkl. Verschwommensehen), trockenes Auge,
Vitritis, verstärkter Tränenfluss, Pruritus des Auges
- Arthralgie
- Nasopharyngitis
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Netzhautdegeneration, Funktionsstörungen der Retina,
Netzhautablösung, Netzhauteinriss, Abhebung des retinalen
Pigmentepithels, Einriss des retinalen Pigmentepithels,
Visusverschlechterung, Glaskörperblutung,
Funktionsstörungen des Glaskörpers, Uveitis, Iritis,
Iridozyklitis, Katarakt, subkapsuläre Katarakt,
Trübung der hinteren Linsenkapsel, Keratitis punctata, Abrasio
corneae, Reizzustand der Vorderkammer, Verschwommensehen, Blutungen an
der Injektionsstelle, Einblutungen ins Auge, Konjunktivitis,
allergische Konjunktivitis, Augentränen, Photopsie,
Photophobie, Augenbeschwerden, Augenlidödem,
Augenlidschmerzen, Hyperämie der Konjunktiva.
- Übelkeit
- Arthralgie, Rückenschmerzen
- Bronchitis, Anämie
- Allergische Reaktion (Hautausschlag, Urticaria, Pruritus, Erythem)
- Hypersensibilität
- Angstzustände
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Erblindung, Endophthalmitis, Hypopyon, Vorderkammerblutung,
Keratopathie, Irisadhäsion, Ablagerungen auf der Cornea,
Ödeme der Cornea, Striae der Cornea, Schmerzen an der
Injektionsstelle, Reizungen an der Injektionsstelle, abnormales
Gefühl im Auge, Reizungen des Augenlids