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Ranitidin blockiert kompetitiv die
H2-Rezeptoren in der Magen-Schleimhaut und hemmt die basale sowie die
durch Histamin-stimulierte Säure-Sekretion. Ranitidin wird
angewendet bei der Ulkus-Krankheit und anderen
Magen-Darm-Störungen.
Wirkungsmechanismus
Die Wirkungen von Histamin werden
über zwei Rezeptor-Typen, H1- und H2-Rezeptoren vermittelt.
H2-Rezeptor-Antagonisten hemmen selektiv und kompetitiv sowohl die
basale als auch die (durch Histamin, Gastrin, vagale Stimulation)
stimulierte Säure-Bildung bzw. -Sekretion der
Magen-Schleimhaut.
Neben dem Säure- wird auch der Pepsin-Gehalt und in geringerem
Umfang das Volumen des basalen sowie des nach Stimulation gebildeten
Magensaftes vermindert.
Dadurch wird ein wesentlicher und aggressiver Faktor der Pathogenese
der Ulkus-Krankheit und anderer Magen-Darm-Störungen
ausgeschaltet, was zu einer Schmerzlinderung und zu einer
beschleunigten Abheilung von Schleimhaut-Defekten führt.
Im Vergleich zu Cimetidin hat Ranitidin
auf molarer Basis eine mindestens 4mal stärkere
antisekretorische Wirkung.
Sowohl das Magensaft-Volumen als auch der Säure-Anteil werden
verringert. Die Pepsin-Sekretion wird ebenso wie die Schleim-Produktion
nicht beeinträchigt, die zur Verfügung stehende Menge
an
Pepsin ist allerdings wegen des reduzierten Magensaft-Volumens
verringert.
Ranitidin reduziert in therapeutischer Dosierung die
24stündige
Azidität im Mittel um etwa 50-60%. Nach einmaliger abendlicher
Gabe der gesamten Tagesdosis wird die nächtliche
Säure-Sekretion um etwa 90% vermindert. Ranitidin besitzt
keinen
Einfluss auf die Pentagastrin-stimulierte Sekretion des intrinsic
factors sowie keinen oder nur geringen Einfluss auf
Nüchternwerte
oder postprandiale Spiegel des Serum-Gastrins.
Beeinflussung sonstiger endokriner Funktionen:
- Auf den Prolactin-Spiegel wurde lediglich unter i.v. Bolus-Injektion
von 100 mg oder mehr ein leichter vorübergehender Einfluss im
Sinne einer Erhöhung festgestellt.
- Die Serum-Spiegel von anderen Gonadotropinen, Somatotropin oder TSH
bleiben unverändert, evtl. findet eine Reduktion der
Vasopressin-Sekretion statt.
- Cortisol-, Aldosteron-, Androgen- oder Estrogen-Spiegel werden nicht
beeinflusst, eine antiandrogene Eigenwirkung von Ranitidin ist nicht
bekannt. Ein Einfluss auf Anzahl, Beweglichkeit oder Morphologie von
Spermien wurde bisher nicht beobachtet.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen - bekannte Überempfindlichkeit
gegen Ranitidin und/oder andere H2-Rezeptor-Antagonisten
- anamnestisch bekannte akute Porphyrie (ungeklärter
Kausalzusammenhang mit Ranitidin-Behandlung)
parenterale Anwendung zusätzlich:
- Alter <14 Jahre
Relative Gegenanzeigen - Schwangerschaft (sorgfältige
Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Stillzeit (unzureichende Erfahrungen)
- Alter <2 Jahre
- Niereninsuffizienz (Dosisreduktion)
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.