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Rimonabant


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Rimonabant


Formel Rimonabant


Wirkstoffklasse

  • Selektiver Cannabinoid-Rezeptor CB1 Antagonist
  • Anorektikum
  • Antiadipositum

Fertigpräparate

  • Acomplia® 
     (außer Handel)

Vorbemerkung

Ursprünglich wurde Rimonabant zur Raucherentwöhnung entwickelt. Eine entsprechende Zulassung wurde sowohl von der EU-Arzneimittelbehörde EMEA als auch von der amerikanischen Food and Drug Administration abgelehnt, da klinische Studien keinen ausreichenden Nachweis für die Wirksamkeit von Rimonabant zur Raucherentwöhnung erbrachten.
Rimonabant wurde 2006 unter dem Markennamen Acomplia® in der EU eingeführt. Eine intensive Diskussion der Risiken von Rimonabant (Suizid-Risiko!) führte im Oktober 2008 zu der Empfehlung der EMEA, die Zulassung ruhen zu lassen, woraufhin Sanaofi-Aventis das Medikament vom Markt nahm.
In den USA wurde die Substanz wegen ihrer psychiatrischen Nebenwirkungen nicht zugelassen.

Wirkung

Rimonabant wird zusätzlich zu Diät und Bewegung zur Behandlung einer Adipositas (BMI >= 30 kg/m2) oder übergewichtiger Patienten (BMI >27 kg/m2), die darüber hinaus einen oder mehrere Risikofaktoren wie Typ-2-Diabetes oder Dyslipidämie aufweisen, angewendet.

Wirkungsmechanismus

Rimonabant ist ein selektiver Cannabinoid-1-Rezeptor(CB1)-Antagonist, der die pharmakologischen Wirkungen eines Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten in vitro und in vivo hemmt.
Das Endocannabinoidsystem ist ein physiologisches System, das im zentralen Nervensystem und peripheren Geweben einschließlich Adipozyten vorkommt und das die Energiebilanz, den Glucose- und Lipidstoffwechsel und das Körpergewicht steuert. In den Neuronen des mesolimbischen Systems moduliert es die Aufnahme von sehr schmackhaften, süßen oder fettreichen Nahrungsmitteln. Von den Cannabinoid-Rezeptoren befinden sich vor allem die CB1-Rezeptoren im ZNS.
Die endogenen Rezeptoren im Endocannabinoid-System werden durch Endocannabinoide (endogegen Lipide) und Tetrahydrocannabinol aktiviert und steigern u.a. den Appetit. Die endogenen Lipide werden in der Lipidmembran bei Bedarf gebildet, wirken lokal und werden unmittelbar nach Ihrer Aktion metabolisiert.
Der CB1-Rezeptor ist der meistverbreitete CB-Rezeptor im Gewebe. Seine höchste Konzentration findet sich in Regionen des Gehirns, aber auch in der Peripherie, vor allem im Fettgeweben. In Stresssituationen werden Endocannabinoide produziert und CB1-Rezeptoren stimuliert, um das Gleichgewicht anderer Neurotransmitter, von Hormonen und Zytokinen, zu bewahren. Dabei ist die Wirkung auf jene Zelle und Gewebe beschränkt, die dem Stressfaktor ausgesetzt wird. Effekte der Aktivität sind Entspannung, etwa nach Schmerz- oder Angstreizen, Sedierung, Vergessen von unangenehmen Erinnerungen und Schutz auf zellulärer und emotionaler Ebene.
Die CB1-Rezeptoren werden aber auch beim Trinken, Riechen, Schmecken und Betrachten von Nahrungsmitteln oder durch Nicotin stimuliert. Als Folge der Ausschüttung von Endorphinen kann dies zu gesteigertem Appetit und Übergewicht, aber auch zur Nicotinsucht führen. Eine Überaktivität des Endocannabinoid-System scheint in Fällen der Fettleibigkeit oder der chronischen Tabakabhängigkeit offenbar eine übermäßige Nahrungsaufnahme zu induzieren sowie zur Anreichung von Fett zu führen.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen

- Überempfindlichkeit gegen Rimonabant
- bestehende schwere depressive Erkrankung und/oder antidepressive Behandlung
- Stillzeit

Relative Gegenanzeigen

- Patienten über 75 Jahre: Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Rimonabant wurden nicht ausreichend gezeigt, daher Anwendung nur mit Vorsicht
- mäßig eingeschränkte Leberfunktion: Anwendung mit Vorsicht; Rimonabant wird in der Leber metabolisiert
- stark eingeschränkte Leberfunktion: Die Pharmakokinetik und Unbedenklichkeit von Rimonabant sind bei
Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion nicht untersucht worden; daher wird die Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen.
- stark eingeschränkte Nierenfunktion: Bei Patienten mit mäßig eingeschränkter Nierenfunktion liegen begrenzte Erfahrungen vor, und bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion liegen keine Erfahrungen vor. Rimonabant darf bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion nicht angewendet werden.
- Patienten mit einer antiepileptischen Behandlung: Rimonabant wurde nicht untersucht. In den klinischen Studien wurden keine Unterschiede in der Inzidenz von Krampfanfällen zwischen Rimonabant und Placebo beobachtet. Trotzdem sollte die Anwendung nur mit Vorsicht erfolgen.
- Bei Patienten mit aktuell bestehenden oder anamnestisch bekannten Suizidgedanken und bei depressiven Störungen darf Rimonabant nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen der Behandlung im individuellen Fall überwiegt das Risiko.
- Schwangerschaft: Anwendung nicht empfohlen

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Suizidgedanken

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Infektion der oberen Atemwege
- Übelkeit

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- Gastroenteritis
- depressive Störungen, Stimmungsänderungen mit depressiven Symptomen, Angst, Reizbarkeit, Nervosität, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Parasomnien
- Gedächtnisverlust, Schwindelgefühl, Hypoästhesie, Ischialgie, Parästhesie
- Hitzewallung
- Diarrhö, Erbrechen
- Pruritus, Hyperhidrosis
- Tendonitis, Muskelkrämpfe, Muskelspasmen
- Asthenie/Ermüdbarkeit, grippaler Infekt
- Sturz, Kontusion, Gelenkverstauchung
In klinischen Studien bei anderen Indikationen wurden die folgenden unerwünschten Wirkungen häufig beobachtet:
- Sinusitis
- Anorexie, verminderter Appetit
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Magenbeschwerden, Mundtrockenheit.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

- Paniksymptome, Ärger, Dysphorie, emotionale Verstimmungen
- Lethargie
- Schluckauf
- nächtliche Schweißausbrüche
- Suizidgedanken
- Aggressivität, aggressives Verhalten

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Halluzinationen