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Risperidon




 

Risperidon

Formel Risperidon

Wirkstoffklasse

  • Atypisches Neuroleptikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Risperdal® 
  • Risperidon HEXAL®
  • Risocon®

Wirkung

Risperidon ist ein Neuroleptikum und wird peroral eingesetzt bei chronischen schizophrenen Psychosen, mäßig schweren bis schweren manischen Episoden im Rahmen bipolarer Störungen, Verhaltensstörungen, chronischer Aggressivität bei psychotischer Demenz sowie parenteral bei schizophrenen Psychosen.

Wirkungsmechanismus

Risperidon ist ein Neuroleptikum und ein selektiver monoaminerger Antagonist mit hoher Affinität an serotonergen 5-HT2A- und mit etwa 20-fach geringerer Affinität an dopaminergen D2-Rezeptoren. Risperidon bindet ebenfalls an α1-adrenerge und mit geringerer Affinität an H1-histaminerge und α2-adrenerge Rezeptoren. Risperidon hat keine Affinität an cholinergen Rezeptoren.
Obwohl Risperidon als potenter D2-Rezeptor-Antagonist die Positiv-Symptome der Schizophrenie verbessert, verursacht die Substanz eine geringere Dämpfung der motorischen Aktivität und seltener Katalepsien als klassische Neuroleptika. Ein ausgewogener zentraler Serotonin- und Dopamin-Rezeptor-Antagonismus kann die Neigung zu extrapyramidalen Nebenwirkungen vermindern und die therapeutische Wirksamkeit gegenüber den Negativ- und affektiven Symptomen der Schizophrenie vergrößern.
In keiner der Phase III-Studien, in welchen die Wirksamkeit und Sicherheit von i.m. Injektionen einer Zubereitung mit verzögerter Freisetzung von in Poly(glycolsäure-co-milchsäure) (25:75) mikroverkapseltem Risperidon untersucht wurden, ergab sich ein Zusammenhang zwischen den Plasma-Konzentrationen der aktiven antipsychotischen Fraktion (Risperidon/9-Hydroxy-Risperidon) und der Änderung der Gesamtpunktzahl nach PANSS (Positive and Negative Syndrome Scale) bzw. ESRS (Extrapyramidal Symptom Rating Scale).

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Risperidon
- bestehende, nicht durch Arzneimittel bedingte Hyperprolaktinämie

Relative Gegenanzeigen

Vorsichtige Anwendung:
- bestehende Krampfanfälle bzw. anamnestisch bekannte sonstige mit einer potenziellen Senkung der Krampfschwelle einhergehende Erkrankungen (einschließlich Epilepsie)
- gleichzeitiges Vorliegen von Prolaktin-abhängigen Tumoren (z. B. Prolaktinome der Hypophyse)
- möglicherweise Prolaktin-abhängige Tumore (z. B. epitheliale Mamma-Tumore)
- Parkinson-Krankheit (sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Risperidon, Verschlechterung der Vorerkrankung, erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom)
- Lewy-Body Demenz (sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Risperidon, erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom)
- (v. a. schwere) Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z. B. Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Reizleitungsstörungen, Dehydrierung/Hypovolämie, zerebrovaskuläre Erkrankungen
- kardiovaskuläre Erkrankungen wie z. B. familiär-anamnestisch bekannte QT-Verlängerung, Bradykardie, Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie)
- eingeschränkte Nierenfunktion (vorsichtige Anwendung, bzgl. parenteraler Anwendung mit verzögerter Freisetzung nicht untersucht)
- eingeschränkte Leberfunktion (vorsichtige Anwendung, bzgl. parenteraler Anwendung mit verzögerter Freisetzung nicht untersucht)
- höheres Lebensalter bei bestehender Demenz (v. a. bei prädisponierenden Faktoren für einen Insult wie Bluthochdruck, kardiovaskulären Erkrankungen oder vaskulär bedingte Demenz sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Schwangerschaft (strenge Indikationsstellung)
- Stillzeit (strenge Nutzen/Risiko-Abwägung)
- pathologische Veränderungen des Blutbildes (besonders vorsichtige Anwendung)
- Indikation manische Episoden bei bipolaren Störungen, zusätzlich: höheres Lebensalter (vorsichtige Behandlung)
- Indikation Schizophrenie, Indikation manische Episoden bei bipolaren Störungen, zusätzlich: Alter < 15 Jahre
- Indikation Verhaltensstörungen bei Intelligenzminderung, zusätzlich: Alter < 5 Jahre
parenterale Anwendung mit verzögerter Freisetzung, zusätzlich:
- höheres Lebensalter (begrenzte klinische Daten)
- Alter < 18 Jahre (Fehlen von Daten zu Unbedenklichkeit/Wirksamkeit)

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Agranulozytose
- Wasser-Intoxikation
- anaphylaktische Reaktion
- bei älteren Demenz-Patienten häufiger als bei anderen Patienten: transitorische ischämische Attacken, apoplektischer Insult (auch mit letalem Ausgang), Herzinsuffizienz, plötzlicher Herztod, Pneumonie
- auf Grund der QT-Verlängerung nicht auszuschließen: ventrikuläre Arrhythmie, Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie, plötzlicher Tod, Herzstillstand, Torsades de Pointes
- Blepharospasmen
- Manifestation eines latenten Diabetes mellitus (auch nach Absetzen)

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Parkinsonismus (u. a. mit übermäßiger Speichelsekretion, Speichelfluss, Hypokinesie, Maskengesicht etc.), Akathisie (u. a. Ruhelosigkeit, Hyperkinesie, Restless-leg-Syndrom), Kopfschmerzen, v. a. bei vorbestehender Manie: extrapyramidalmotorische Symptome
- Schlaflosigkeit, Angst, Depression
- Infektionen der oberen Atemwege

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Serum-Prolaktin-Erhöhung, Erhöhung der Serum-Glucose, Erhöhung der Serum-Transmaninasen, Gewichtszunahme
- Tachykardie, AV-Block, Hypertonie, Hypotonie
- Anämie
- Schwindel/Vertigo, Sturz, Tremor (auch Parkinson-Ruhetremor), Dystonie (u. a. Muskelkrämpfe, Zungenlähmung, Opisthotonus, Trismus, Gesichtskrampf, Zungenkrampf etc.), Somnolenz, Sedierung, Lethargie, (tardive) Dyskinesie (u. a. Muskelzuckungen, choreoathetoide Bewegungen, Athetose, Myoklonus, erhöhtes Risiko einer Irreversibilität bei älteren Patienten bzw. bei bestehender organischer Hirnschädigung)
- Verschwommensehen, Konjunktivitis
- Dyspnoe, Epistaxis, Husten, nasale Verstopfung, pharyngolaryngealer Schmerz
- Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation, Übelkeit, abdominaler Schmerz, Dyspepsie, Gastritis, Mundtrockenheit, Magen-Beschwerden, Zahnschmerzen, verstärkter Appetit, verminderter Appetit
- Arthralgie, Rückenschmerzen, Gliederschmerzen, Myalgie
- Pneumonie, Influenza, Bronchitis, Harnwegsinfektion, Infektion der unteren Atemwege, Infektion des Ohres, Sinusitis, virale Infektion
- Harninkontinenz, Enuresis
- Hautausschlag, Ekzem
- Pyrexie, peripheres Ödem, Asthenie
- Agitation, Schlafstörung
- Amenorrhoe, Galactorrhoe, erektile Dysfunktion
i.m. Anwendung mit retardierter Freisetzung, zusätzlich:
- Gewichtsabnahme, Erhöhung der γ-GT, Erhöhung der Leberenzyme
- Schmerz an der Injektionsstelle

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, Schenkelblock, Vorhofflimmern, Bradykardie, Sinusbradykardie, Palpitationen
- reduzierte Leukozytenzahl, Erhöhung der Körpertemperatur, Erhöhung der Eosinophilenzahl, reduziertes Hämoglobin, Erhöhung der Serum-Kreatinkinase
- Thrombozytopenie, Neutropenie
- fehlender Stimulus-Respons, Lethargie, Bewusstseinsverlust, Synkope, Verminderung des Bewusstseinsgrades, zerebrovaskuläres Ereignis, transitorische ischämische Attacke, Dysarthrie, Störung der Aufmerksamkeit, Hypersomnie, Haltungsschwindel, Gleichgewichtsstörung, Sprachstörung, abnormale Koordination, Hypästhesie, Parästhesie, Konvulsion
- okuläre Hyperämie, Augenausfluss, geschwollenes Auge, trockenes Auge, verstärkte Tränensekretion, Photophobie
- Ohrenschmerzen, Tinnitus
- Keuchen, Aspirationspneumonie, Lungenstauung, respiratorische Störung, Lungenrasseln, Atemwegsobstruktion, Dysphonie
- Dysphagie, Stuhl-Inkontinenz, Faekulom
- Dysurie, Pollakisurie
- Angioödem, Hautläsion, Hauterkrankungen, Pruritus, Akne, Haut-Verfärbung, Alopezie, seborrhoische Dermatitis, trockene Haut, Hyperkeratose, Cellulitis
- Muskelschwäche, Nackenschmerzen, Anschwellen der Gelenke, abnormale Haltung, Gliedersteifigkeit, muskuloskeletaler Brustschmerz
- Anorexie, Polydipsie
- Otitis media, Tonsillitis, Infektion des Auges, Akrodermatitis, Zystitis, Onychomykose, subkutaner Abszess, Zystitis, Gastroenteritis
- orthostatische Hypotonie, Flush
- Gesichtsödem, Gangstörung, abnormales Gefühl, Schwerfälligkeit, influenzaartige Erkrankung, Durst, Schüttelfrost
- Überempfindlichkeit
- Ejakulationsstörung, sexuelle Dysfunktion, Priapismus, Gynäkomastie, Menstruationsstörung (bis zur Amenorrhoe), vaginaler Ausfluss
- Verwirrtheitszustand, Manie, verminderte Libido, Teilnahmslosigkeit, Nervosität
i.m. Anwendung mit retardierter Freisetzung, zusätzlich:
- Reaktion bzw. Induration an der Injektionsstelle

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Erniedrigung der Körpertemperatur
- Granulozytopenie
- malignes neuroleptisches Syndrom, diabetisches Koma, zerebrovaskuläre Erkrankung, zerebrale Ischämie, Bewegungsstörung
- verminderte Sehschärfe, Augenrollen, Glaukom
- Schlafapnoe-Syndrom, Hyperventilation
- intestinale Obstruktion, Pankreatitis, Lippenschwellung, Cheilitis
- Schuppen
- Rhabdomyolyse
- inadäquate Sekretion des antidiuretischen Hormons
- chronische Otitis media
- generalisiertes Ödem, Hypothermie, peripheres Kälte-Gefühl
- Ikterus
- Anorgasmie, abgestumpfter Affekt
- Gesäßschmerz

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- Exazerbation eines vorbestehenden Diabetes mellitus, diabetische Ketoazidose
- Leukopenie