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Sitagliptin

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Sitagliptin

Formel Sitagliptin

Wirkstoffklasse

  • Antidiabetikum
  • DPP-4-Hemmer

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Januvia® 
  • Janumet® 

Wirkung

Der Dipeptidyl-Peptidase 4-Inhibitor Sitagliptin ist bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle in Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff sowie zu Triple-Therapie mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff indiziert, wenn Diät und Bewegung plus Metformin oder Sulfonylharnstoff alleine den Blutzucker nicht ausreichend senken.
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus, für die eine Anwendung eines PPARγ-Agonisten (d.h. ein Thiazolidin) geeignet ist, ist Sitagliptin in Kombination mit einem PPARγ-Agonisten indiziert, wenn Diät und Bewegung plus Monotherapie mit einem PPARγ-Agonisten den Blutzucker nicht ausreichend senken.
Seit dem 3. Quartal 2009 ist Sitagliptin auch zur First-Line-Therapie (ohne Kombination bzw. vorangegangenenTherapieversuch mit einem anderen Antidiabetikum) bei
Typ-2-Diabetes mellitus zugelassen.

Wirkungsmechanismus

Die Aktivität der Inkretinhormonen Glucagon-like-Peptid 1 (GLP-1) und Glucose-dependent insulinotropic Peptid (GIP) wird durch das Enzym DPP-4 begrenzt, welches die Inkretine rasch zu inaktiven Produkten abbaut. DPP-4-Inhibitoren verhindern den durch DPP-4 bedingten Abbau der Inkretine und erhöhen somit die Plasmakonzentrationen der aktiven Formen von GLP-1 und GIP. Indem die DPP-4-Inhibitoren die Spiegel aktiver Inkretine erhöhen, steigern sie die Insulinfreisetzung und senken die Glucagonspiegel jeweils glucoseabhängig. Bei Typ-2-Diabetikern mit Hyperglykämie führen diese Veränderungen der Insulin- und Glucagonspiegel zu einer Reduzierung des Hämoglobin A1c (HbA1c) und niedrigeren Nüchtern- und postprandialen Blutzuckerwerten.
In den Stoffwechsel der Inkretinhormone kann zu einem mit Enzymhemmstoffen, die den GLP-1-Abbau blockieren (Dipeptidyl-Peptidase 4 (DPP-4-)-Inhibitoren), eingegriffen werden, zum anderen durch Inkretinmimetika, die länger als GLP-1 wirken.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Sitagliptin


Relative Gegenanzeigen
- mäßige bis schwere Niereninsuffizienz: Behandlung sollten aufgrund begrenzter Erfahrungen nicht erfolgen.
- Typ-1-Diabetiker
- Behandlung der diabetischen Ketoazidose
- Schwangerschaft: Aufgrund der fehlenden Humandaten sollte Sitagliptin in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
- Stillzeit: Sitagliptin sollte nicht eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- In bis zu 24-wöchigen Monotherapiestudien unter 100 mg Sitagliptin im Vergleich zu Placebo traten folgende arzneimittelbedingte Nebenwirkungen häufiger unter Sitagliptin als unter Placebo auf (> 0,2% und Unterschied > 1 Patient):
Kopfschmerzen, Hypoglykämien, Obstipation und Schwindel.
- In den meisten, aber nicht allen klinischen Studien wurde ein geringer Anstieg der Leukozyten aufgrund einer Zunahme der neutrophilen Granulozyten beobachtet (ca. 200 Zellen/μl Unterschied zu Placebo; mittlere Ausgangsleukozytenzahl ca. 6600 Zellen/μl). Diese Veränderung der Laborparameter wird nicht als klinisch relevant erachtet.
- Erfahrungen nach Markteinführung:
Nach Markteinführung wurden folgende zusätzlichen Nebenwirkungen berichtet (Häufigkeit unbekannt): Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Anaphylaxie, Angioödem, Hautausschlag und Urtikaria.

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (Glimepirid):
- Hypoglykämie
Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff (Glimepirid):
- Hypoglykämie

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
Kombination mit Metformin:
- Übelkeit
Kombination mit einem PPARγ-Agonisten (Pioglitazon):
- Hypoglykämie
- Flatulenz
- Periphere Ödeme
Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff (Glimepirid):
- Obstipation

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Zusätzlich zu den bereits beschriebenen arzneimittelbedingten unerwünschten Erfahrungen traten als unerwünschte Ereignisse ungeachtet eines Kausalzusammenhangs mit der Medikation bei mindestens 5% der mit Sitagliptin behandelten Patienten Infektionen der oberen Atemwege und Nasopharyngitis auf.
- Zu den zusätzlichen unerwünschten Ereignissen ungeachtet eines Kausalzusammenhangs mit der Medikation, die häufiger unter Sitagliptin berichtet wurden (die 5-%-Schwelle wurde nicht erreicht, die Häufigkeit unter Sitagliptin lag jedoch mehr als 0,5% über der der Kontrollgruppe), zählten Osteoarthrose und Schmerzen in den Extremitäten.
Kombination mit Metformin:
- Schläfrigkeit
- Oberbauchschmerzen, Diarrhö
- erniedrigte Blutglucosewerte
Kombination mit Metformin gegen Sulfonylharnstoff/Metformin:
- Appetitlosigkeit
- Gewichtsabnahme