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Sitaxentan


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Sitaxentan

 Formel Sitaxentan

Wirkstoffklasse

  • Antihypertensivum
  • Endothelin-Rezeptorantagonist

Fertigpräparate

  • Thelin® 
außer Handel

Vorbemerkung

In Deutschland wurde Sitaxentan im Dezember 2006 eingeführt. In einem Rote-Hand-Brief vom 20. Dezember 2010 informierte Pfizer in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM, dass Thelin®  (Sitaxentan) wegen nicht vorhersehbarer Verläufe schwerwiegender Leberschädigungen freiwillig weltweit vom Markt genommen wird.

Wirkung

Sitaxentan ist ein Endothelin-Rezeptorantagonist und war als Alternative zu Ambrisentan und Bosentan als so genanntes Orphan-Arzneimittel zur Behandlung des seltenen Lungenbluthochdrucks (Pulmonale Hypertonie, NYHA-Stadium III) zugelassen.

Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkungsmechanismus der Endothelin-Rezeptorantagonisten finden sich hier.

Endothelin-1 (ET-1) ist ein in der Lunge vorliegendes, potentes parakrines und autokrines gefäßaktives Peptid, das Fibrosen, Zellproliferation, Herzhypertrophie und -umbau fördern kann und entzündungsfördernd wirkt. Erhöhte ET-1-Konzentrationen liegen im Plasma und Lungengewebe von Patienten vor, die an Pulmonalarterienhypertonie sowie anderen Herz-Kreislauf-Störungen und Bindegewebserkrankungen leiden (darunter Sklerodermie, akutes und chronisches Herzversagen, Myokardischämie, systemische Hypertonie und Artherosklerose), was auf eine pathophysiologische Rolle von ET-1 bei diesen Erkrankungen schließen lässt. Bei Pulmonalarterienhypertonie und Herzversagen, in Abwesenheit von Endothelin-Rezeptor-Antagonismus, stehen erhöhte ET-1-Konzentrationen in enger Korrelation mit der Schwere und der Prognose dieser Erkrankungen. Außerdem zeichnet sich Pulmonalarterienhypertonie durch reduzierte Stickstoffmonoxid-Aktivität aus.
Die ET-1-Wirkung wird durch Endothelin A-Rezeptoren (ETA), die auf den glatten Muskelzellen vorliegen, reguliert sowie durch Endothelin-B-Rezeptoren (ETB) auf den Endothelzellen. Die vorwiegenden Wirkungen der Bindung von ET-1 an ETA sind Vasokonstriktion und Gefäßumbau, während die Bindung an ETB die ET-1-Elimination zur Folge hat sowie eine gefäßerweiternde und antiproliferative Wirkung, die teilweise auf der Freisetzung von Stickstoffmonoxid und Prostacyclin beruht. Sitaxentan ist ein potenter (Ki 0,35 nM) und hochselektiver ETA-Antagonist. Die ETA-Selektivität beträgt ca. das 6500-fache im Vergleich zu ETB.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Sitaxentan darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- leichten bis schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Klasse A-C)
- erhöhten Aminotransferase-Werten vor Behandlungsbeginn (Aspartat-Aminotransferase-Werte [AST] und/oder Alanin-Aminotransferase-Werte (ALT) von 43× ULN).

Die gleichzeitige Gabe von Ciclosporin A, einem Wirkstoff, der Organische-Anionen-Transportierende-Polypeptide (OATP) stark hemmt, erhöhte die Cmin um das 6fache und führte zu einem 67%igen Anstieg der AUC von Sitaxentan. Daher ist die Anwendung von Sitaxentan-Natrium bei Patienten unter systemischer Ciclosporin-Therapie kontraindiziert.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sitaxentan-Natrium bei gleichzeitiger Gabe von anderen Therapeutika für PAH (z.B. Epoprostenol, Sildenafil, Iloprost) wurden nicht im Rahmen kontrollierter klinischer Studien erforscht. Daher ist bei einer gleichzeitigen Anwendung Vorsicht geboten.

Schwangerschaft

- Es gibt keine Humandaten bezüglich der Anwendung von Sitaxentan-Natrium während der Schwangerschaft. Bei Ratten zeigte Sitaxentan-Natrium eine teratogene Wirkung. Die potenzielle Wirkung auf den Menschen ist nicht bekannt.
- Sitaxentan-Natrium darf während der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, es ist unbedingt notwendig, z.B. wenn keine anderen Behandlungsoptionen vorhanden sind.
- Eine Behandlung bei Frauen im gebärfähigen Alter darf wegen der potenziellen teratogenen Wirkung von Sitaxentan-Natrium nur bei Anwendung zuverlässiger Verhütungsmaßnahmen begonnen werden. Falls erforderlich, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Stillzeit

- Sitaxentan-Natrium wurde im Plasma der gestillten Jungen von Rattenweibchen nachgewiesen, die mit Sitaxentan-Natrium behandelt wurden, was darauf hindeutet, dass Sitaxentan-Natrium in der Muttermilch vorhanden war. Es ist nicht bekannt, ob Sitaxentan in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird. Frauen dürfen während der Anwendung von Sitaxentan-Natrium nicht stillen.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- symptomatische Hepatitis

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)

- Kopfschmerzen
- reduzierte Hämoglobinwerte

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- verstopfte Nase, Nasenbluten
- peripheres Ödem
- Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl
- Übelkeit, Verstopfung, Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Dyspepsie, Diarrhoe
- Hitzewallungen
- Muskelkrämpfe
- Müdigkeit
- erhöhter INR-Wert, verlängerte Prothrombinzeit (PTT)
- erhöhte Leber-Aminotransferase-Werte

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

- ein Todesfall (symptomatische Hepatitis) bei einer Initialdosis von 600 mg Sitaxentan(Ende der Stoffinformation aus den Wirkstoffdossiers)



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