Spironolacton blockiert kompetitiv die
Bindung
von Aldosteron an dessen zytoplasmatischen Rezeptor. Aldosteron kann
dadurch nicht über seinen Rezeptor in den Zellkern eindringen,
wodurch die Synthese der Aldosteron-induzierten Proteine unterbleibt.
Damit wird der wesentlichen Aldosteronwirkung, der Natriumreabsorption
und Kaliumsekretion entgegengewirkt. Es wird eingesetzt bei
primärem Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) und
Ödemen
und/oder Aszites bei Erkrankungen, die mit einem sekundären
Hyperaldosteronismus einhergehen.
Wirkungsmechanismus
Aldosteron wurde zu Beginn der 50-er
Jahre des
20. Jahrhunderts entdeckt und ist das physiologisch bedeutsamste
Mineralocorticoid. Es wird hauptsächlich in der
Nebennierenrinde
gebildet und ist an der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts
beteiligt. Außerdem ist Aldosteron im Rahmen des
Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) Bestandteil der
Aufrechterhaltung der normalen Kreislauffunktion.
Der Aldosteronantagonist Spironolacton und sein Metabolit Canrenon
(bzw. Canrenonsäure) verhindern in der Niere am Ende des
distalen
Tubulus sowie im Sammelrohr kompetitiv die Bindung von Aldosteron an
seinen intrazellulären Rezeptor. Dadurch wird die Synthese von
Aldosteron-induzierten Proteinen verhindert, die als
Natriumkanäle
bzw. Na-/K-ATPasen fungieren. In der Folge kommt es zu einer Reduktion
der Natriumrückresorption und zu einer Verringerung der
Kaliumausscheidung. Die damit verbundene verstärkte
Ausscheidung
von Wasser bewirkt eine Reduktion der Vorlast des Herzens.
Spironolacton wird vor allem bei Ödemen, die mit einem
Hyperaldosteronismus (Leberzirrhose, Ascites) verbunden sind,
eingesetzt. Darüberhinaus wird es als Komedikation bei
chronischer
Herzinsuffizienz verwendet. Wegen der relativ geringen
Selektivität bindet es auch an andere Steroid-Rezeptoren, zum
Beispiel Androgen- und Estrogen-Rezeptoren, was Nebenwirkungen wie
Zyklusstörungen oder Hirsutismus bei Frauen sowie
Gynäkomastie oder Impotenz bei Männern
erklärt. Durch
Molekül-Variation wurde das Spironolacton-Analogon Eplerenon
entwickelt, das vergleichsweise selektiv an
Mineralocorticoid-Rezeptoren bindet: Eplerenon hat zwar im Vergleich zu
Spironolacton eine 15-20-fach niedrigere Affinität zum
Mineralocorticoid-Rezeptor; dagegen ist die Affinität zu den
Androgen-, Progesteron- und Glucocorticoid-Rezeptoren bis zu 500-fach
geringer. Dies zeigt sich in der im Vergleich zu Spironolacton besseren
Verträglichkeit hinsichtlich Zyklusstörungen,
Hirsutismus,
Gynäkomastie und Impotenz.
Spironolacton
blockiert
kompetitiv die Bindung von Aldosteron an dessen zytoplasmatischen
Rezeptor. Aldosteron kann dadurch nicht über seinen Rezeptor
in
den Zellkern eindringen, wodurch die Synthese der
Aldosteron-induzierten Proteine unterbleibt. Damit wird der
wesentlichen Aldosteronwirkung, der Natriumreabsorption und
Kaliumsekretion entgegengewirkt. Aldosteronrezeptoren werden renal (in
distalen Tubuli) sowie extrarenal, z.B. in den Speicheldrüsen
und
im Darm, gefunden.
Spironolacton entwickelt nur in Gegenwart von endogenem oder exogenem
Aldosteron eigene Aktivität. Die Wirkung kann durch
ansteigende
Aldosteronspiegel aufgehoben werden.
Weder die Produktion noch die Ausscheidung von Aldosteron wird in
therapeutischen Dosen verringert. Nur in extrem hoher Dosierung hemmt
Spironolacton die Biosynthese des Aldosterons.
Spironolacton steigert die Natrium- und Chloridausscheidung sowie in
geringem Maße die Calciumausscheidung; reduziert werden die
Kalium- und Ammoniumausscheidung sowie die Azidität des Harns.
Spironolacton vermindert die renale Magnesiumausscheidung.
Bei alleiniger Anwendung hat Spironolacton nur eine geringe diuretische
Wirksamkeit. Durch zusätzliche Gabe von Thiaziden oder
Schleifendiuretika kann die Natriurese weiter gesteigert werden.
Spironolacton kann über eine Senkung der glomerulären
Filtrationsrate die Serumharnstoffkonzentrationen erhöhen.
Ein blutdrucksenkender Effekt bei Hypermineralocorticoidsyndromen bzw.
bei verschiedenen Erkrankungen mit primärem oder
sekundären
Hyperaldosteronismus ist erwiesen. Eine positive Wirkung bei
sekundärem Hyperaldosteronismus im Rahmen einer
Herzinsuffizienz
wurde an Hand von Studien belegt: Mortalitäts- und
Hospitalisierungsrate sanken um 30 bzw. 35%. Wichtig ist hierbei vor
allem, dass die erhöhten Aldosteron-Spiegel bei
Herzinsuffizienz
zu einer verstärkten Fibrosierung des Myokards mit
konsekutiver
Zunahme der linksventrikulären Dysfunktion führen.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Anurie,
- akutes Nierenversagen,
- schwere Niereninsuffizienz (Serum-Kreatinin über 1,8 mg/dl
bzw. Kreatinin-Clearence unter 30 ml/min pro m2 KO),
- Hyperkaliämie,
- Hyponatriämie.
Relative Gegenanzeigen - Nierenfunktionseinschränkung
leichteren Grades (Serum-Kreatinin 1,2-1,8 mg/dl bzw.
Kreatinin-Clearance 60-30 ml/min)
- Grunderkrankung mit Neigung zu Azidose und/oder
Hyperkaliämie (z.B. Diabetes mellitus)
- Hypotonie
- Hypovolämie
- Schwangerschaft
- Stillzeit
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Häufige
unerwünschte Wirkungen (> 10%)
- reversible Gynäkomastie bei Männern
- bedrohliche Hyperkaliämien insbesondere bei
eingeschränkter
Nierenfunktion (mit dem Risiko von Arrhythmien oder
hyperkaliämischer Paralyse)