Uhren-Tom.de - Grosse Auswahl an Casio Uhren, hochwertiger Uhrenbewegern und professionellem Uhrmacherwerkzeug. Noch Fragen? Mehr Informationen zum Thema Blechverarbeitung hier.
Stiripentol
Wirkstoffklasse
Antiepileptikum
Antikonvulsivum
Fertigpräparate
Diacomit®
Wirkung
Stiripentol ist ein Antiepileptikum, das
bei
Kindern mit einer sehr seltenen Form der Epilepsie, der so genannten
“schweren myoklonischen Epilepsie im Kindesalter”
(SMEI),
die auch als Dravet-Syndrom bezeichnet wird, angewendet wird.
Diese Form der Epilepsie betrifft Kleinkinder. Hierbei wird es wird als
Zusatztherapie zu Clobazam und Valproat zur Behandlung von
generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (schwere so
genannte
Grand-mal-Anfälle mit Bewusstlosigkeit) angewendet, wenn diese
mit
Clobazam und Valproat nicht angemessen kontrolliert werden
können.
Da es nur sehr wenige SMEI-Patienten gibt, wurde Stiripentol als Orphan
Drug (Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen, diese unterliegen einem
erleichterten Zulassungsverfahren).
Wirkungsmechanismus
Im Nagetiermodell
scheint Stiripentol die Konzentration von
Gamma-Amino-Buttersäure
(GABA) - dem wichtigsten inhibitorischen Neurotransmitter im
Säugetiergehirn - zu erhöhen. Das könnte
durch Hemmung der synaptischen
Aufnahme von GABA und/oder Hemmung der GABA-Transaminase erfolgen. Es
wurde auch aufgezeigt, dass Stiripentol die GABAA-Rezeptor-vermittelte
Transmission im unreifen Rattenhippokampus verstärkt und die
durchschnittliche Öffnungsdauer (aber nicht die
Häufigkeit) der
GABAA-Rezeptor-Chloridionenkanäle durch einen
Barbiturat-ähnlichen
Mechanismus erhöht.
Stiripentol potenziert die Wirksamkeit
anderer Antikonvulsiva wie Carbamazepin, Natriumvalproat, Phenytoin,
Phenobarbital und vieler Benzodiazepine aufgrund pharmakokinetischer
Wechselwirkungen. Diese zweite Wirkung des Stiripentols beruht
hauptsächlich auf der metabolischen Hemmung mehrerer
Isoenzyme,
insbesondere CYP450-3A4 und -2C19, die am hepatischen Metabolismus
anderer Antiepileptika beteiligt sind (siehe auch unerwünschte
Wirkungen).
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Das
Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Stiripentol oder einen der
sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
- einer Vorgeschichte mit Psychosen in Form deliranter Anfälle.
Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital sollten nicht in Verbindung
mit Stiripentol bei der Behandlung des Dravet-Syndroms angewendet
werden.
In Ermangelung spezifischer klinischer Daten bei Patienten mit
beeinträchtigter Leber- oder Nierenfunktion wird die Anwendung
von
Stiripentol bei Patienten mit beeinträchtigter Leber- und/oder
Nierenfunktion nicht empfohlen.
In die klinischen Zulassungsstudien wurden keine Kinder unter 3 Jahren
aufgenommen. Infolgedessen wird empfohlen, Kinder zwischen 6 Monaten
und 3 Jahren während einer Stiripentol-Therapie
sorgfältig zu
überwachen.
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Sehr häufige unerwünschte
Wirkungen (≥ 10%):
- Anorexie, Appetitverlust, Gewichtsverlust (vor allem in Kombination
mit Natriumvalproat)
- Schlaflosigkeit
- Benommenheit, Ataxie, Hypotonie, Dystonie.
Häufige unerwünschte
Wirkungen (≥ 1% und < 10%):
- Neutropenie (eine persistierende schwere Neutropenie bildet sich im
Allgemeinen spontan zurück, wenn Stiripentol abgesetzt wird)
- Aggressivität, Reizbarkeit, Verhaltensstörungen,
ablehnendes Verhalten, Übererregbarkeit,
Schlafstörungen
- Hyperkinesie
- Übelkeit, Erbrechen
- Erhöhte γGT (vor allem in Verbindung mit
Carbamazepin und Valproat).
Gelegentliche unerwünschte
Wirkungen (≥ 0,1% und < 1%):
- Diplopie (bei Anwendung in Verbindung mit Carbamazepin)
- Lichtempfindlichkeit, Hautausschlag, Hautallergie, Urtikaria
- Müdigkeit.
Hinweis:
Viele der oben aufgeführten Nebenwirkungen sind
häufig auf eine Zunahme
der Plasmakonzentrationen anderer Antikonvulsiva
zurückzuführen und
können sich zurückbilden, wenn die Dosis dieser
Arzneimittel reduziert
wird.