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Sunitinib
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Sunitinib

Formel Sunitinib


Wirkstoffklasse

  • Zytostatikum
  • Tyrosinkinase-Inhibitor

Fertigpräparate

  • Sutent® 

Wirkung

Sunitinib ist ein Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitor, der als Arzneistoff zur Behandlung nicht resezierbarer und/oder metastatisch maligner gastrointestinaler Stromatumore (GIST) und fortgeschrittener und/oder metastasierter Nierenzellkarzinome (MRCC) eingesetzt wird.

Wirkungsmechanismus

Sunitinib hemmt verschiedene Rezeptor-Tyrosin-Kinasen (RTKs), die mit dem Tumorwachstum, der pathologischen Angiogenese und der Entwicklung von Metastasen bei Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden. Sunitinib ist ein Hemmer des PDGF (platelet-derived growth factor)-Rezeptors alpha und beta, des VEGF (vascular endothelial growth factor)-Rezeptors 1-3, des KIT (Stammzellfaktor)-Rezeptors, des FLT3 (Fms-like tyrosine kinase)-Rezeptors, des CSF1 (koloniestimulierender Faktor)-Rezeptors und des RET (rearranged during transfection)-Rezeptors. Der primäre Metabolit entwickelte in biochemischen und zellulären Untersuchungssystemen eine mit Sunitinib vergleichbare Wirkstärke.

Die klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit von Sunitinib wurde bei der Behandlung von Patienten mit malignen gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) untersucht, die gegen Imatinib resistent waren (bei denen es zum Beispiel während oder nach der Behandlung mit Imatinib zu einem Fortschreiten de Krankheit kam) oder die Imatinib nicht vertrugen (bei denen es unter der Behandlung mit Imatinib beispielsweise zu schwerwiegenden Toxizitätserscheinungen gekommen war, die eine weitere Behandlung ausschlossen) und bei der Behandlung von Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (MRCC).
Bei GIST wurde die Wirksamkeit anhand der Zeit bis zur Tumorprogression und einer Verlängerung des Überlebens festgestellt, bei nicht vorbehandeltem und bei zytokinrefraktärem MRCC anhand des progressionsfreien Überlebens bzw. der objektiven Ansprechraten.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
   
Sunitinib darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff.

Daten aus präklinischen Studien (in vitro und in vivo) mit Dosierungen über der empfohlenen Humandosis weisen darauf hin, dass Sunitinib das Potenzial besitzt, den kardialen Repolarisierungsprozess des Aktionspotenzials zu verlangsamen (z.B. Verlängerung des QT-Intervalls). Bei Patienten mit einer Verlängerung des QT-Intervalls in der Anamnese, bei Patienten, die Antiarrhythmika einnehmen, oder bei Patienten mit gravierenden Herzkrankheiten, Bradykardie oder Elektrolytstörungen, darf Sunitinib nur mit Vorsicht angewendet werden.

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Induktoren, wie beispielsweise Rifampicin, muss vermieden werden, da sich die Plasmakonzentration von Sunitinib verringern kann. Wenn das nicht möglich ist, kann es erforderlich sein, die Dosierung von Sunitinib unter sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit in 12,5-mg-Schritten zu erhöhen (bis zu 87,5 mg pro Tag).
Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern, wie beispielsweise Ketoconazol, muss vermieden werden, da sich die Plasmakonzentration von Sunitinib erhöhen kann. Wenn das nicht möglich ist, kann es erforderlich sein, die Dosierung von Sunitinib unter sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit bis zu einem Minimum von 37,5 mg täglich zu verringern.
Der Einsatz einer alternativen Begleitmedikation mit keiner oder nur einer minimalen CYP3A4-induzierenden bzw. -hemmenden Wirkung muss erwogen werden.

Bei pädiatrischen Patienten wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Sunitinib nicht untersucht. Bis zum Vorliegen weiterer Daten darf Sunitinib bei pädiatrischen Patienten nicht angewendet werden.

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) wurde Sunitinib nicht untersucht.

Es wurden keine Studien bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt.

Schwangerschaft:
- Es liegen keine Studien mit Sunitinib bei schwangeren Frauen vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität, einschließlich fetaler Missbildungen ergeben. Sunitinib darf nicht während der Schwangerschaft oder bei Frauen ohne ausreichende Kontrazeption angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt ein eventuelles Risiko für den Fetus.
- Wenn das Arzneimittel während der Schwangerschaft gegeben wird oder wenn die Patientin schwanger wird während sie dieses Arzneimittel einnimmt, muss die Patientin über das mögliche Risiko für den Fetus aufgeklärt werden.
- Frauen im gebärfähigen Alter müssen angehalten werden, während der Behandlung mit Sunitinib nicht schwanger zu werden.
- Aufgrund präklinischer Ergebnisse besteht die Möglichkeit, dass die männliche und weibliche Fruchtbarkeit durch eine Behandlung mit Sunitinib beeinträchtigt wird.

Stillzeit:
- Sunitinib und/oder seine Metaboliten werden bei Ratten in der Milch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Sunitinib oder sein primärer aktiver Metabolit beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Nachdem Arzneimittel häufig in der Muttermilch ausgeschieden werden und wegen des Potenzials schwerer Nebenwirkungen beim Säugling, dürfen Frauen nicht stillen während sie Sunitinib einnehmen.

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Dysgeusie
- Anorexie

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Anämie, Thrombozytopenie, Neutropenie
- Beeinträchtigung des Geschmackssinns
- Kopfschmerzen
- Hypertonie
- Durchfall, Übelkeit, Stomatitis, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, Bauchschmerzen, Verstopfung
- Verfärbung der Haut, trockene Haut, Veränderung der Haarfarbe
- palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom
- Hautausschlag, trockene Haut, Hautrötungen, Hautbläschen
- Erschöpfung, Kraftlosigkeit
- Schleimhautentzündung
- Appetitlosigkeit
- Nasenbluten
- Mundtrockenheit, Zungenschmerzen
- Schmerzen in den Extremitäten
- Ejektionsfraktion vermindert
- Lipase erhöht

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Lungenembolie
- Chromaturie
- Hypothyroidismus
- Schmerzen im Mundbereich
- Blähungen, gastroösophagealer Reflux, abdominelles Spannungsgefühl
- Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
- periorbitale Ödeme
- Hämoglobin erniedrigt, Kreatininphosphokinase erhöht, Thrombozytenzahl erniedrigt, Leukozytenzahl verringert, Amylase erhöht
- Leukopenie
- Dehydratation
- Parästhesien
- Atemnot, pharyngolaryngeale Schmerzen
- Haarausfall
- exfoliative Dermatitis, Juckreiz
- Fieber, Schüttelfrost
- Gewichtsverlust
- verstärkter Tränenfluss
- Benommenheit

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Tumor-Haemorrhagie
- fiebrige Neutropenie
- Hypertonie

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Verlängerung des QT-Inervalls



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