Telmisartan ist ein oral wirksamer
Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist und wird zur Behandlung der
essentiellen Hypertonie eingesetzt.
Wirkungsmechanismus
Allgemeine
Informationen zum
Wirkmechanismus der AT1-Antagonisten finden sich
hier.
Telmisartan
ist ein oral wirksamer und spezifischer Angiotensin II-Rezeptor (Typ
AT1)-Antagonist. Telmisartan
verdrängt Angiotensin II mit sehr hoher Affinität von
seiner
Bindungsstelle am AT1-Rezeptor-Subtyp, der für die bekannten
Wirkungen
von Angiotensin II verantwortlich ist. Telmisartan zeigt am
AT1-Rezeptor keine partielle Wirkung als Agonist. Telmisartan
bindet selektiv an den AT1-Rezeptor; der inhibitorische Effekt ist
dabei ca. 6-fach so hoch wie bei Losartan. Diese Bindung ist lange
andauernd. Die Hemmung der Angiotensin-II-Bindung durch Telmisartan
kann durch Erhöhung der Angiotensin-II-Konzentration praktisch
nicht
aufgehoben werden und hat damit pseudoirreversiblen, nicht-kompetitiven
Charakter.
Telmisartan zeigt keine Affinität zu anderen Rezeptoren,
einschließlich AT2
und anderen weniger charakterisierten AT-Rezeptoren. Auch andere
peptidische (z.B. der Endothelin-Rezeptor) und nicht-peptidische
Rezeptorsysteme wie cholinerge oder adrenerge Rezeptoren werden nach In
vitro-Studien durch Telmisartan nicht beeinflusst. Telmisartan hemmt
weder humanes Plasmarenin noch blockiert es Ionenkanäle.
Telmisartan
inhibiert nicht das Angiotensin-Converting-Enzym (Kininase II), das
auch Bradykinin abbaut. Daher ist keine Verstärkung der
Bradykinin-vermittelten unerwünschten Wirkungen zu erwarten.
Beim Menschen inhibiert eine Dosis von
80 mg Telmisartan
fast vollständig den durch Angiotensin II hervorgerufenen
Blutdruckanstieg. Der inhibitorische Effekt wird über 24h
aufrecht
erhalten.
Telmisartan
senkt bei Patienten mit Hypertonie den systolischen und diastolischen
Blutdruck, ohne die Pulsfrequenz zu beeinflussen. Der Beitrag der
diuretischen und natriuretischen Wirkung von Telmisartan zu seiner
blutdrucksenkenden Wirkung ist noch zu definieren. Die antihypertensive
Wirkung von Telmisartan
ist vergleichbar mit der Wirkung repräsentativer Vertreter
anderer
antihypertensiver Substanzklassen (dies wurde in klinischen Studien mit
Amlodipin, Atenolol, Enalapril, Hydrochlorothiazid und Lisinopril im
Vergleich mit Telmisartan gezeigt).
Nach abruptem Absetzen von Telmisartan
kehrt der Blutdruck über einen Zeitraum von mehreren Tagen
allmählich
zu den Ausgangswerten vor der Behandlung zurück, ohne
Anhaltspunkte für
eine überschießende Blutdruckreaktion.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
-
Überempfindlichkeit gegenüber Telmisartan
- Cholestase, obstruktive Gallenfunktionsstörung oder schwere
Leberinsuffizienz (da Telmisartan überwiegend über
die Galle
ausgeschieden wird wird, kann eine eingeschränkte hepatische
Clearance für Telmisartan erwartet werden)
- 2. und 3. Trimenon der Schwangerschaft
Relative
Gegenanzeigen
-
primärer Aldosteronismus: Anwendung nicht empfohlen, da
Patienten mit
primären Aldosteronismus im Allgemeinem nicht auf
Antihypertonika
ansprechen, deren Wirkung auf der Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems
beruht.
- Aorten- oder Mitralklappenstenose bzw. obstruktive
hypertrophe Kardiomyopathie: besondere Vorsicht wie bei allen
Vasodilatatoren angezeigt
- leichte oder mäßig eingeschränkte
Leberfunktion: mit Vorsicht anwenden.
-
Nierenarterienstenose beidseits oder Nierenarterienstenose bei
Patienten mit Einzelniere: erhöhtes Risiko einer schweren
Hypotonie und
Niereninsuffizienz bei der Behandlung mit Arzneimitteln, die das
Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen.
- Patienten kurz nach Nierentransplantation: keine Erfahrungen vorhanden
-
Patienten mit ischämischer Kardiomyopathie oder
ischämischer
kardiovaskulärer Erkrankung: Wie bei jedem blutdrucksenkenden
Arzneimittel könnte ein
übermäßiger Blutdruckabfall bei diesen
Patienten zu einem Myokardinfarkt oder Schlaganfall führen.
- 1. Trimenon der Schwangerschaft: Aus Vorsichtsgründen sollte
Telmisartan
während des 1. Trimenons der Schwangerschaft
möglichst nicht angewendet
werden. Falls eine Schwangerschaft diagnostiziert wird, muss
Telmisartan
so bald wie möglich abgesetzt werden; bei einer
versehentlichen
Behandlung über einen längeren Zeitraum sollten
Schädel und
Nierenfunktion echographisch überprüft werden.
- Stillzeit
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
-
Sepsis einschließlich tödlichem Ausgang (das
Ereignis könnte ein
Zufallsbefund sein oder mit einem bisher unbekannten Mechanismus in
Zusammenhang stehen)
- Eosinophilie
- anaphylaktische Reaktionen
- Urtikaria
- Sehnenschmerzen (Tendinitis-ähnliche Symptome)