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Der alpha1-Adrenozeptor-Antagonist
Terazosin
ist indiziert zur oralen Behandlung der arteriellen Hypertonie sowie
der benignen Prostatahyperplasie (BPH).
Wirkungsmechanismus
Allgemeine Informationen zum
Wirkmechanismus der selektiven Alpha-1-Rezeptorantagonisten finden sich
hier.
Terazosin hemmt
kompetitiv und reversibel die Wirkungen von Noradrenalin und Adrenalin
auf alpha1-Adrenozeptoren. Terazosin hat, im
Gegensatz zu den
älteren alpha-Adrenozeptorenblockern (Phenoxybenzamin und
Phentolamin) keine klinisch relevanten Wirkungen auf
alpha-2-Adrenozeptoren.
Auch bei der BPH-Behandlung senkt Terazosin den
Blutdruck,
was aber bei normotensiven Patienten nur gering ausgeprägt
ist.
Bei hypertensiven Patienten ist die Blutducksenkung deutlich
ausgeprägter, und kann 15-20 mmHg betragen. Es ergibt sich
daraus
die theoretisch sinnvolle Kombination der Therapie der BPH und der
Hypertonie mit einem Medikament, was die Compliance verbessert.
Apoptoseinduktion:
Eine Ursache für die Vergrößerung der
Prostata ist ein
Ungleichgewicht zwischen der Zellproliferation und dem programmierten
Zelltod (Apoptose). In mehreren Studien wurde nachgewiesen,
dass Terazosin in klinisch wirksamen Dosierungen
Apoptose
sowohl im Epithelgewebe als auch in der glatten Muskulatur der Prostata
induziert. Die Zellproliferation wurde dabei nicht beeinflusst. Auch
eine klinische Langzeitstudie mit Terazosin zeigte
bis zum
Studienende nach 36 Monaten eine signifikante apoptotische Wirkung im
Vergleich zu unbehandelten Patienten. Das Ungleichgewicht zwischen der
Zellproliferation und der Apoptose wird
durch Terazosin in
Richtung Apoptose verschoben, was eine Hemmung der
Prostatavergrößerung erwarten lässt.
Klinische Studien zeigten, dass die Cholesterolplasma-Konzentration im
Vergleich zum Wert vor Behandlung mit Terazosin in
therapeutischer Dosis um 2-5% sank; die Plasma Konzentration der
kombinierten LDLc + VLDLc Fraktion sank um 3-7%. Die
HDL-Cholesterolkonzentration in einem ähnlichen
Ausmaß
steigt.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen - Überempfindlichkeit
gegenüber Terazosin und anderen Chinazolinen (z.B. Prazosin,
Doxazosin)
- Miktionssynkopen in der Vorgeschichte
Relative Gegenanzeigen - Aufgrund der vasodilatatorischen
Wirkung von Terazosin bei folgenden kardialen Zuständen
vorsichtig einsetzen:
-- Lungenödem durch Aorten- oder Mitralklappenstenose
-- High-Output-Herzinsuffizienz
-- Rechtsherzinsuffizienz durch Lungenembolie oder Pericarderguss
-- Linksherzinsuffizienz mit niedrigem Füllungsdruck
- Patienten mit benigner Prostatahyperplasie, die gleichzeitig eine
Stauung der oberen Harnwege, einen chronischen Harnwegsinfekt oder
Blasensteine aufweisen, sind nicht mit Terazosin zu behandeln.
- Terazosin sollte nicht eingesetzt werden bei:
-- Überlaufblase
-- Anurie
-- fortgeschrittenem Nierenversagen
- Leberinsuffizienz: Terazosin sollte bei Patienten mit
eingeschränkter Leberfunktion besonders vorsichtig eingesetzt
werden. Da keine klinischen Erfahrungen bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung vorliegen, wird die Anwendung von
Terazosin
bei diesen Patienten nicht empfohlen.
- Schwangerschaft: sorgfältige
Nutzen-Risiko-Abwägung; nicht kurz vor einer Entbindung
anwenden
- Stillzeit: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Bei Behandlungsbeginn können Nebenwirkungen auftreten, die
meist
bei Fortsetzung der Behandlung verschwinden oder soweit
zurückgehen, dass sie den Patienten nicht wesentlich
beeinträchtigen. Aus diesem Grund muss die Behandlung
einschleichend begonnen werden.
In seltenen Fällen kann es infolge besonderer Empfindlichkeit
gegenüber Terazosin nach Einnahme der ersten Dosis zu einem
übermäßigen Blutdruckabfall kommen. Dies
kann auch nach
der Einnahme der nächsthöheren Dosisstufe der Fall
sein. Die
Symptome sind Schwächeerscheinungen und Schwindel, in sehr
seltenen Fällen Bewusstseinsverlust. Diese Störungen
halten
meist nur kurze Zeit an, hängen nicht mit dem Schweregrad des
Bluthochdrucks zusammen und treten im Allgemeinen bei
Fortführung
der Behandlung nicht mehr auf. Daher sollten Patienten zu Beginn der
Therapie mit Terazosin wie bei jeder Blutdruckbehandlung, abrupte
Lagewechsel sowie Tätigkeiten, die durch Schwindel oder
Schwäche beeinträchtigt werden vermeiden.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- Zu Beginn der Behandlung, bei Einnahme der nächst
höheren
Dosisstufe oder bei erneuter Einnahme nach kurzer Einnahmepause kann es
zu übermäßigem Blutdruckabfall kommen.
- Über Hernienbildung wurde berichtet.
- IFIS (Intraoperative Floppy Iris Syndrome)
- Kontrollierte klinische Studien lassen das mögliche
Auftreten
einer Hämodilution vermuten, wodurch bestimmte Blutbildwerte
wie
Hämatokrit, Hämoglobin, Leukozyten,
Gesamteiweiß und
Albumin erniedrigt erscheinen.
Folgende Nebenwirkungen, die nicht in gesichertem kausalen Zusammenhang
mit der Einnahme von Terazosin stehen, wurden in klinischen Studien
oder nach der Markteinführung beobachtet:
- Fieber
- Bauchschmerzen
- Nacken -, Rücken-, Schulterschmerzen
- Gefäßerweiterung
- Arrhythmie
- Mundtrockenheit
- Dyspepsie
- Blähungen
- Gicht
- Arthralgie
- Arthritis
- Gelenkbeschwerden
- Muskelschmerzen
- Parästhesien
- Ängstlichkeit
- Depression
- Schlaflosigkeit
- Bronchitis
- grippeähnliche Symptome
- Pharyngitis
- Sinusitis
- Erkältungszeichen
- Exanthem
- Husten
- Schwitzen
- Konjunktivitis
- Tinnitus
- Impotenz
- häufiger Harndrang
- Blaseninfektion
- Urin-Inkontinenz insbesondere bei post-menopausalen Frauen.
Gelegentliche
unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Kopfschmerzen
- Ödeme
- Gewichtszunahme
- Synkope: Wie andere Alpha-Adrenozeptorenblocker kann Terazosin
Synkopen verursachen. Diese treten meistens innerhalb von 30-90 min
nach der Tabletteneinnahme auf. In klinischen Studien zum Bluthochdruck
traten synkopiale Episoden in einer Häufigkeit von
ungefähr
1% auf. Als Ursache wurde zumeist orthostatische Dysregulation
angenommen, obwohl die Synkopen gelegentlich mit einer Tachykardie mit
Frequenzen von 120-160 Herzschlägen/min eingeleitet wurden.
- Tachykardie
- Verstopfung
- Diarrhoe
- Erbrechen
- Blasenentleerungsstörungen
- Priapismus
- verminderte Libido
- Pruritus
- unspezifische Hautreaktion (z.B. Urtikaria)
- Sehstörungen (verfälschtes
Farben-/Verschwommensehen)