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Theophyllin


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Theophyllin

 Formel Theophyllin

Wirkstoffklasse

  • Stimulans
  • Bronchospasmolytikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Aerobin® 
  • Afonilum®
  • Euphylong®

Wirkung

Theophyllin gehört zur Gruppe der Methylxanthine (Purin-Derivate). Die Substanz wird zur Behandlung und Verhütung von Atemnotzuständen auf Grund von Bronchokonstriktion bei Asthma bronchiale und chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen eingesetzt. Der Name leitet sich von Teeblättern ab, aus denen Albrecht Kossel 1888 als Erster kleine Mengen dieser Substanz isolieren konnte (von lat. thea „Tee“ und griech. φύλλο, phylloBlatt“).

Wirkungsmechanismus

Theophyllin gehört zur Gruppe der Methylxanthine (Purin-Derivate). Das breite pharmakologische Wirkungsspektrum umfasst:
Wirkungen auf das respiratorische System:
- Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur und der Pulmonalgefäße
- Besserung der mukoziliären Clearance
- Hemmung der Freisetzung von Mediatoren aus Mastzellen und anderen Entzündungszellen
- Abschwächung der provozierten Bronchokonstriktion (Bronchodilatation bei mäßiggradiger Obstruktion, schwächere Wirkung als β-Sympathomimetika)
- Abschwächung der asthmatischen Sofort- und Spätreaktion
- Verstärkung der Zwerchfell-Kontraktion
- indirekt: Zunahme der Atemfrequenz und -tiefe (in Folge Steigerung der Empfindlichkeit des Atemzentrums für CO2)
Extrapulmonale Wirkungen:
- Minderung des Dyspnoe-Empfindens
- Gefäß-Dilatation
- Relaxation der glatten Muskulatur (z. B. Gallenblase, Gastrointestinaltrakt)
- Inhibierung der Kontraktilität des Uterus
- positive Ino- und Chronotropie am Herzen
- Stimulation der Skelettmuskulatur
- Steigerung der Diurese
- Stimulation von Sekretions- und Inkretionsorganen (z. B. vermehrte Salzsäure-Sekretion im Magen, verstärkte Freisetzung von Katecholaminen aus der Nebenniere)
Die Wirkungsmechanismen von Theophyllin sind bisher noch nicht vollständig geklärt. Eine Hemmung der Phosphodiesterase mit einem intrazellulären cAMP-Anstieg spielt möglicherweise nur bei Konzentrationen eine Rolle, die im oberen therapeutisch genutzten Bereich liegen. Andere diskutierte Mechanismen umfassen einen Antagonismus an Adenosin-Rezeptoren, (Prostaglandin-Antagonismus), Hemmung der Synthese von Entzündungsmediatoren, Induktion von Apoptose sowie eine Translokation von intrazellulärem Calcium. Diese Effekte erscheinen jedoch ebenfalls erst bei hohen Theophyllin-Dosen.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Theophyllin
- frischer Herzinfarkt
- akute tachykarde Arrhythmien

Relative Gegenanzeigen

strengste Indikationsstellung, vorsichtige Anwendung:
- instabile Angina pectoris
- Neigung zu tachykarden Arrhythmien
- schwere Hypertonie
- hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie
- Hyperthyreose
- epileptisches Anfallsleiden
- Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwür
- Porphyrie
- schwere Leberfunktionsstörungen
- schwere Nierenfunktionsstörungen
- hohes Lebensalter
- Polymorbidität, schwere Krankheit und/oder Intensivtherapie
- Schwangerschaft (möglichst keine Behandlung im 1. Trimenon, strenge Nutzen/Risiko-Abwägung im 2. und 3. Trimenon)
- Stillzeit (Abstillen bei Notwendigkeit höherer Dosierungen)
- Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Ausgeprägte Nebenwirkungen können bei individueller Überempfindlichkeit oder einer Überdosierung (Theophyllinserumspiegel über 20 μg/ml) auftreten.

Unerwünschte Wirkungen ,ohne Angabe der Häufigkeit

- Veränderungen der Serum-Elektrolyte, insbesondere Hypokaliämie, Anstieg von Serum-Calcium- und -Kreatinin-Spiegel sowie Hyperglykämie und Hyperurikämie
- Überempfindlichkeitsreaktionen (u. a. Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria, Bronchospasmen) einschließlich anaphylaktischer Reaktionen
- Kopfschmerzen, Erregungszustände, Tremor, Unruhe, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle, Schwindel
- Tachykardie, Arrhythmie, Palpitationen, Blutdruckabfall
- Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Stimulation der Magensekretion
- in Folge Tonus-Minderung im unteren Ösophagussphinkter: Verstärkung eines bestehenden gastroösophagealen Reflux in der Nacht
- verstärkte Diurese



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