Für das Anbringen von Catering München finden Sie hier Tipps und Tricks.
Tolbutamid
Wirkstoffklasse
Antidiabetikum
Sulfonylharnstoff
Fertigpräparate (Auswahl)
Orabet®
Rastinon®
Tolbutamid-ratiopharm®
Tolbutamid 0,5 g/-1,0
g R.A.N.®
(alle
außer Handel)
Wirkung
Tolbutamid, ein orales Antidiabetikum
vom
Sulfonylharnstoff-Typ, stimuliert die Insulin-Sekretion des endokrinen
Pankreas. Die Wirkung ist an eine Restfunktion der pankreatischen
B-Zellen gebunden.
Wirkungsmechanismus
Orale Antidiabetika vom
Sulfonylharnstoff-Typ stimulieren die Insulin-Sekretion des endokrinen
Pankreas. Voraussetzung sind funktionstüchtige B-Zellen. Die
Wirkung ist an die Anwesenheit von Glucose gebunden. Glucose und
Sulfonylharnstoffe verstärken sich in ihrer Wirkung an der
B-Zelle, indem sie das Ansprechen der B-Zellen auf den physiologischen
Glucose-Stimulus verbessern.
Sulfonylharnstoffe binden an einen Rezeptor der B-Zellmembran.
Über die Schließung ATP-abhängiger
Kalium-Kanäle kommt es zu einer Depolarisation der
B-Zellmembran mit Öffnung der spannungsabhängigen
Calcium-Kanäle. Eine erhöhte
Calciumionen-Konzentration im Zytosol bewirkt durch die Stimulation des
Mikrotubulus-/Mikrofilamentsystems den Transport von Insulin-Granula in
Richtung Zelloberfläche, eine anschließende
Verschmelzung der Granula mit der Zellmembran (Exozytose) und damit die
Ausschüttung von Insulin.
Vermutlich sind auch extrapankreatische Effekte an der
Blutglucose-senkenden Wirkung beteiligt genauso wie
"post-receptor"-Effekte, die dem Insulin-Rezeptor nachgeschaltet sind.
Zudem wurde eine Reduktion der hepatischen Glucose-Produktion
beschrieben.
Sulfonylharnstoffe wirken auch bei Stoffwechselgesunden
Blutglucose-senkend.
Sulfonylharnstoffe sind nicht bei juvenilem Diabetes indiziert, da ihre
Wirkung an eine Restfunktion der B-Zelle gebunden ist.
Tolbutamid
wirkt
sowohl bei Stoffwechsel-Gesunden als auch bei Patienten mit einem
nicht-Insulin-abhängigen Diabetes mellitus (Typ II, NIDDM)
Blutglucose-senkend durch eine Steigerung der Insulin-Sekretion aus den
B-Zellen des Pankreas.
Die ED30 (Dosis, die die Blutglucose um 30% zu senken vermag)
beträgt 25 mg/kg KG.
Bei diabetischen und nicht-diabetischen Probanden beträgt die
maximale Blutglucose-Senkung nach einer Dosis von 50 mg Tolbutamid/kg
KG etwa 46%, die durchschnittliche Senkung über einen
Beobachtungszeitraum von 5h beträgt etwa 32%.
Tolbutamid ist einer der am kürzesten wirksamen
Sulfonylharnstoffe.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute
Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Tolbutamid, anderen
Sulfonylharnstoffen, Sulfonamiden, Sulfonamid-Diuretika, Probenecid
(Möglichkeit von Kreuzreaktionen)
- in folgenden Fällen des Diabetes mellitus, in denen Insulin
erforderlich ist: Insulin-abhängiger Diabetes mellitus Typ 1,
komplettes Sekundärversagen der Tolbutamid-Therapie bei
Diabetes
mellitus Typ 2, azidotische Stoffwechsellage, Präcoma oder
Coma
diabeticum, Pankreasresektion
- schwere Leberfunktionsstörungen
- schwere Einschränkung der Nierenfunktion
- akute Porphyrie (Gefahr der Dekompensation des
Porphyrin-Stoffwechsels bei akuter hepatischer Porphyrie)
- Schwangerschaft (Übergang zu Insulin)
- Stillzeit
Relative Gegenanzeigen
- eingeschränkte Leberfunktion
- eingeschränkte Nierenfunktion
- Unterfunktion der Schilddrüse
- Unterfunktion der Hypophyse
- Unterfunktion der Nebennierenrinde
- längere Nahrungskarenz, unzureichende Kohlenhydrat-Zufuhr,
ungewohnte physische Belastung, Diarrhoe oder Erbrechen
- vorbestehende deutliche Zeichen einer Zerebralsklerose
- mangelhafte Kooperation des Patienten
- höheres Lebensalter
Nebenwirkungen (unerwünschte
Wirkungen)
Es
handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte
Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- bei gleichzeitig bestehender akuter hepatischer Porphyrie:
Entgleisung des Porphyrinstoffwechsels
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Hypoglykämie mit Senkung des Blutglucose-Spiegels auf
< 50
mg/dl, ggf. protrahiert (bei sehr schleichendem Verlauf bzw.
vorbestehender autonomer Neuropathie mit abgeschwächten oder
fehlenden Warnsymptomen), Symptome: Heißhunger,
Übelkeit,
Erbrechen, Schwäche, Unruhe, Schwitzen, Palpitationen,
Tachykardie, Tremor, Mydriasis, Hypertonus, Kopfschmerzen,
Schläfrigkeit, Schlafstörungen, endokrines
Psychosyndrom
(Verhaltensauffälligkeit: z.B. Reizbarkeit,
Aggressivität,
Ängstlichkeit, Willenshemmung mit Unfähigkeit,
Gegenmaßnahmen zu ergreifen), depressive Verstimmung,
Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit,
Empfindungsstörungen,
primitive Automatismen (Grimassieren, Greifen, Schmatzen),
Konvulsionen, fokale Zeichen (Hemiplegien, Aphasien, Doppeltsehen,
Sprachstörungen), Somnolenz, Koma, zerebrale Atem- und
Kreislaufstörungen, bei fortschreitender Hypoglykämie
Verlust
der Selbstkontrolle, Bewusstlosigkeit bei feuchter kühler Haut
und
Krampfneigung
- Gewichtszunahme
meist passager bzw. reversibel beim Absetzen von Tolbutamid:
- Pruritus
- Urtikaria
- morbilliforme oder makulopapulöse Exantheme
- erhöhte Photosensibilität
- Purpura
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- v.a. zu Behandlungsbeginn: Seh- und Akkommodationsstörungen
durch Änderung des Blutglucose-Spiegels
- meist beim Absetzen von Tolbutamid reversibel, teilweise
Übergang in lebensbedrohliches Leberversagen: vorüber
gehende
Erhöhung der Leberenzym-Werte, Arzneimittel-induzierte
Hepatitis,
intrahepatische Cholestase, evtl. verursacht durch eine
allergisch-hyperergische Reaktion des Lebergewebes
- Photosensibilität
- lebensbedrohliche (Haut-)Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen
Schock, Entwicklung aus Überempfindlichkeitsreaktionen der
Haut:
Erythem nodosum, Stevens-Johnson-Syndrom, exfoliative Dermatitis,
eosinophile Lungeninfiltrate, Erythrodermie
- generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen mit
Hautausschlag, Arthralgie, Fieber, Proteinurie, Ikterus
- lebensbedrohliche allergische Vaskulitis
- Leukozytopenie
- Erythrozytopenie
- Granulozytopenie bis hin zur Agranulozytose
- Panzytopenie
- hämolytische Anämie
- schwache Diurese
- vorüber gehende Proteinurie
- Hyponatriämie