In einem "Rote Hand Brief" vom 14.06.1999 der
Firma Pfizer GmbH Karlsruhe wird über die Entscheidung der
europäischen Zulassungskommission in London (CPMP) berichtet, die
das vorläufige Ruhen der Zulassung von Trovafloxacin (TROVAN),
aufgrund schwerer hepatischer Ereignisse, empfohlen hat. Daraufhin
wurde die Zulassung von Trovafloxacin von der europäischen
Zulassungsbehörde EMA im Sommer 1999 suspendiert. Trovafloxacin
wurde im Juli 1998 in Europa zugelassen und weltweit sind bis zum April
1999 insgesamt 2,5 Mill. Verschreibungen von erfolgt. Die insgesamt 140
beobachteten schweren hepatischen Unverträglichkeitsreaktionen
sind mit einer Frequenz von 1/18000 Verschreibungen aufgetreten. Da
viele dieser Fälle mit schwerwiegenden Grunderkrankungen und/oder
Begleitmedikationen verbunden waren, ist der ursächliche
Zusammenhang schwer zu beurteilen. Allerdings betreffen schwere
Komplikationen 14 Fälle eines akuten Leberversagens, bei denen ein
Zusammenhang zur Trovafloxacintherapie nicht auszuschließen war.
Vier dieser Patienten benötigten eine Lebertransplantation, wobei
ein Patient später verstarb.
Wirkung
Das Antibiotikum Trovafloxacin ist ein
Gyrase-Hemmer der 2. Generation. Durch die Hemmung der bakteriellen
Gyrase (Topoisomerase II) verhindert die Substanz die erforderliche
Entdrillung und Verdrillung der DNA in der Bakterienzelle, was bei
empfindlichen Bakterien zum Zusammenbruch des Stoffwechsels führt.
Trovafloxacin wirkt bakterizid auf viele aerobe gramnegative,
grampositive, atypische Bakterien und Anaerobier. Die Substanz
zählt zu den Breitspektrum-Antibiotika.
Wirkungsmechanismus
Trovafloxacin
zeigt eine in vitro-Aktivität und klinische Wirksamkeit gegen
zahlreiche gramnegative und grampositive Erreger, Aerobier, Anaerobier
und atypische Mikroorganismen bei Konzentrationen, die nach Gabe der
empfohlenen Dosen im Serum erreicht werden.
Der Wirkmechanismus beruht auf Wechselwirkungen mit dem Enzym
DNA-Gyrase (Topoisomerase II, insbesondere bei gramnegativen
Bakterien), einem entscheidend an der Replikation, Transkription und
Reparatur der Bakterien-DNA beteiligten Enzym. Außerdem
interagiert Trovafloxacin, mit der Topoisomerase IV (insbesondere bei
grampositiven Bakterien), einem bekanntlich die Teilung des
Bakterienchromosoms beeinflussenden Enzym.
Die minimalen bakteriziden Konzentrationen (MBK) sind im Allgemeinen
den minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) ähnlich, und das
Verhältnis MBK/MHK liegt in der Regel nicht über 2.
In in vitro-Studien wurden bei der Kombination von Trovafloxacin mit
anderen antibakteriellen Wirkstoffen, wie z.B. mit
Betalactamantibiotika, Aminoglycosiden,
Clindamycin, Vancomycin oder Metronidazol additive Effekte
nachgewiesen. Berichten zufolge trat bei nur wenigen Stämmen von
Enterokokken, Pseudomonas aeruginosa und Stenotrophomonas maltophilia
eine synergistische Wirkung mit Betalactamantibiotika (Ceftazidim,
Ampicillin/Sulbactam oder Imipenem), Gentamicin oder Amikacin auf.
In klinischen Studien wurde kein signifikanter Effekt auf die Darmflora beobachtet.
Mehr zum Wirkmechanismus von Gyrasehemmern findet sich hier
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeigen (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Alatrofloxacin, Trovafloxacin, andere Chinolone oder verwandte Verbindungen;
- Patienten, bei denen Sehnenschäden unter Fluorchinolonen auftraten;
- stark eingeschränkte Leberfunktion;
- Schwangerschaft und Stillzeit;
- bei Kindern bis zum Ende der Wachstumsphase;
- Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel.
Relative Gegenanzeigen
Patienten mit bekannten oder vermuteten psychischen Leiden oder
ZNS-Erkrankungen, wie beispielsweise bei Epilepsie, oder bei anderen
für psychisches Leiden oder Krampfanfälle
prädisponierenden Faktoren (mit Vorsicht anzuwenden).
Nebenwirkungen
(unerwünschte
Wirkungen)
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 10%)
- Leichtigkeitsgefühl im Kopf, Schwindelgefühl;
- Veränderte Laborwerte.