Das
Adamantanderivat Vildagliptin ist nach Sitagliptin
der zweite zugelassene Vertreter aus der Klasse der
Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren und wurde nach seinem Entdecker, dem
Chemiker Edwin B. Villhauer, benannt. Anders als die Inkretinmimetika
wie Exenatid ahmen die
Gliptine nicht die Struktur der Inkretine nach, sondern behindern deren
Abbau.
Wirkstoffklasse
Antidiabetikum
DPP-4-Hemmer
Fertigpräparate
Galvus®
Eucreas®
Wirkung
Der Dipeptidyl-Peptidase 4-Inhibitor
Vildagliptin ist bei Patienten mit
Typ-2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle in
Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff sowie zu
Triple-Therapie mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff indiziert,
wenn Diät und Bewegung plus Metformin oder Sulfonylharnstoff
alleine
den Blutzucker nicht ausreichend senken.
Bei Patienten mit
Typ-2-Diabetes mellitus, für die eine Anwendung eines
PPARγ-Agonisten
(d.h. ein Thiazolidin) geeignet ist, ist Vildagliptin in Kombination
mit
einem PPARγ-Agonisten indiziert, wenn Diät und
Bewegung plus
Monotherapie mit einem PPARγ-Agonisten den Blutzucker nicht
ausreichend
senken.
Wirkungsmechanismus
Die Aktivität der
Inkretinhormonen Glucagon-like-Peptid 1 (GLP-1) und
Glucose-dependent insulinotropic Peptid (GIP) wird durch das Enzym
DPP-4 begrenzt, welches die Inkretine rasch zu inaktiven Produkten
abbaut. DPP-4-Inhibitoren verhindern den durch DPP-4 bedingten Abbau
der Inkretine und erhöhen somit die Plasmakonzentrationen der
aktiven
Formen von GLP-1 und GIP. Indem die DPP-4-Inhibitoren die Spiegel
aktiver Inkretine erhöhen, steigern sie die Insulinfreisetzung
und
senken die Glucagonspiegel jeweils glucoseabhängig. Bei
Typ-2-Diabetikern mit Hyperglykämie führen diese
Veränderungen der
Insulin- und Glucagonspiegel zu einer Reduzierung des
Hämoglobin A1c
(HbA1c) und niedrigeren Nüchtern- und postprandialen
Blutzuckerwerten. In
den Stoffwechsel der Inkretinhormone kann zu einem mit
Enzymhemmstoffen, die den GLP-1-Abbau blockieren (Dipeptidyl-Peptidase
4 (DPP-4-)-Inhibitoren), eingegriffen werden, zum anderen durch
Inkretinmimetika, die länger als GLP-1 wirken.
Gegenanzeigen
(Kontraindikationen)
Im
Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der
Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative
Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht
verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für
genauere Informationen bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Vildagliptin darf nicht angewendet werden bei
Überempfindlichkeit
gegen den Wirkstoff.
Vildagliptin ist kein Ersatz für Insulin bei
insulinbedürftigen Patienten. Vildagliptin darf nicht zur
Behandlung
von Patienten mit Typ-1-Diabetes oder zur Behandlung einer diabetischen
Ketoazidose angewendet werden.
Die Erfahrungen bei Patienten mit
einer mittelschweren bis schweren Nierenfunktionsstörung oder
bei
Dialysepatienten mit TNI sind begrenzt. Daher wird die Anwendung von
Vildagliptin bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Bei Patienten
mit einer Funktionsstörung der Leber sollte Vildagliptin nicht
angewendet werden. Dies schließt Patienten ein, die bereits
vor der
Behandlung einen Anstieg von ALT oder AST auf mehr als das Dreifache
der Obergrenze des Normbereichs hatten.
Die Erfahrungen zur
Vildagliptin-Therapie von Patienten mit Herzinsuffizienz im Stadium
NYHA I-II (New York Heart Association) sind begrenzt. Vildagliptin
sollte bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Da
keine Erfahrungen aus klinischen Studien zur Anwendung von Vildagliptin
bei Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA III-IV vorliegen, wird eine
Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Vildagliptin
wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen
aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit.
Schwangerschaft
-
Es liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von
Vildagliptin
bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben bei hohen Dosen
Reproduktionstoxizität gezeigt. Das potenzielle Risiko
für den Menschen
ist nicht bekannt.
- Aufgrund fehlender Daten zur Anwendung beim Menschen darf
Vildagliptin während der Schwangerschaft nicht angewendet
werden.
Stillzeit
-
Ob Vildagliptin beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird,
ist nicht bekannt. Tierexperimentelle Studien haben eine Ausscheidung
von Vildagliptin in die Milch gezeigt.
- Vildagliptin sollte während der Stillzeit nicht angewendet
werden.
Nebenwirkungen
Es handelt sich hier um eine
vollständige
Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen
bzw.
Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum
oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe
der Häufigkeit:
-
Außerdem war in kontrollierten Studien zur Monotherapie ,it
Vidagliptin
in einer Dosierung von 100 mg täglich (0,3%) die Zahl der
Patienten,
die aufgrund von Nebenwirkungen die Studienteilnahme abbrachen, nicht
größer als bei der behandlung mit Plazebo (0,6%)
oder Vergleichsstoffen
(0,5%).
Unter Monotherapie traten in kontrollierten
Vergleichsstudien gelegentlich Hypoglykämien auf, und zwar bei
0,4% (7
von 1.855) der Patienten, die mit 100 mg Vildagliptin täglich
behandelt
wurden, verglichen mit 0,2% (2 von 1.082) der Patienten, die mit einem
Vergleichswirkstoff oder Placebo behandelt wurden. Ernste oder
schwerwiegende Ereignisse wurden nicht berichtet.