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Voriconazol
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Voriconazol

Formel Voriconazol

Wirkstoffklasse

  • Antimykotikum
  • Azol

Fertigpräparate

  • VFend® 

Wirkung

Voriconazol ist ein Breitspektrum-Triazol-Antimykotikum und wird oral und parenteral zur Behandlung der invasiven Aspergillose, der Candidämie bei nicht neutropenischen Patienten, von Fluconazol-resistenten, schweren invasiven Candida-Infektionen und schwerer Pilzinfektionen eingesetzt. Voriconazol sollte in erster Linie bei immun beeinträchtigten Patienten mit progressiven, möglicherweise
lebensbedrohlichen Infektionen angewendet werden.


Wirkungsmechanismus

Allgemeine Informationen zum Wirkmechanismus der Azol-Antimykotika finden sich hier.

Voriconazol
hemmt die fungale Cytochrom-P450-abhängige 14alpha-Sterol-Desmethylierung dosisabhängig und stärker als Fluconazol. In vitro erwies sich Voriconazol als 10-5000mal wirksamer als Fluconazol. Der besondere Vorteil von Voriconazol liegt in seiner guten Liquorgängigkeit.
In tierexperimentellen Studien zeigt sich eine Korrelation zwischen MHK-Werten und der Wirksamkeit bei experimentellen Mykosen. In klinischen Studien dagegen scheint kein Zusammenhang zwischen MHK-Werten und dem klinischen Erfolg zu bestehen. Ebenso scheint es keinen Zusammenhang zwischen den Plasmaspiegeln und der klinischen Wirksamkeit zu geben, was für Azol-Antimykotika typisch ist.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegenüber Voriconazol
- Stillzeit (Abstillen)

Relative Gegenanzeigen

- bei einer Überempfindlichkeit gegen andere Azole nur mit Vorsicht anwenden
- Schwangerschaft: Voriconazol darf nicht verwendet werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter überwiegt eindeutig das potenzielle Risiko für den Fetus.
- Voriconazol wurde bei Patienten mit schwerer chronischer Leberzirrhose (Child-Pugh C) nicht untersucht.
- Schwere Leberschäden: Da Voriconazol mit einer Erhöhung von Leberwerten und klinischen Zeichen von Leberschäden, wie beispielsweise Gelbsucht, in Verbindung gebracht wurde, und darf es nur verwendet werden, wenn der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Patienten mit schweren Leberschäden müssen bezüglich schädlicher Arzneimittelwirkungen sorgfältig überwacht werden.
- Bei Patienten mit möglichen Herzrhythmusstörungen muss Voriconazol mit Vorsicht eingesetzt werden, z.B. bei
-- Kongenitaler oder erworbener QT-Verlängerung
-- Kardiomyopathie, speziell bei bestehender Herzinsuffizienz
-- Sinusbradykardie
-- bestehenden symptomatischen Arrhythmien

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/10)
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- periphere Ödeme
- Hautausschlag; diese Patienten litten jedoch an schweren Grunderkrankungen und erhielten gleichzeitig zahlreiche Arzneimittel. Die Mehrzahl der Ausschläge waren leicht bis mäßig.
- Sehstörungen (einschließlich veränderter/verstärkter visueller Wahrnehmung, verschwommenes Sehen, Veränderung des Farbsehens oder Photophobie):
Sehstörungen durch die Behandlung mit Voriconazol sind häufig. In klinischen Studien berichteten etwa 30% der Patienten über eine veränderte/verstärkte visuelle Wahrnehmung, verschwommenes Sehen, Veränderung des Farbsehens oder Photophobie. Die Sehstörungen sind vorübergehend und bilden sich in der Mehrzahl innerhalb von 60 Minuten spontan und vollständig zurück. Es gibt Hinweise auf eine Abnahme der Häufigkeit bei wiederholter Anwendung von Voriconazol. Die Sehstörungen sind im Allgemeinen leicht, führen selten zu einem Therapieabbruch und sind nicht mit Langzeitfolgen verbunden. Die Sehstörungen stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosierungen in Zusammenhang.
Der Wirkungsmechanismus ist unbekannt, Wirkort ist höchstwahrscheinlich die Netzhaut. In einer Studie mit Probanden, bei der der Einfluss von Voriconazol auf die Funktion der Retina untersucht wurde, führte Voriconazol zu einer Abnahme der Amplitudenhöhe im Elektroretinogramm (ERG). Das ERG misst elektrische Ströme in der Retina. Die ERG-Veränderungen verstärkten sich während der 29-tägigen Behandlung nicht und bildeten sich nach Absetzen von Voriconazol vollständig zurück.

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- Schüttelfrost
- Asthenie
- Rückenschmerzen
- Brustschmerzen
- Reaktionen/Entzündung an der Injektionsstelle
- Gesichtsödem
- Grippesymptom
- Hypotonie
- Thrombophlebitis
- Phlebitis
- erhöhte Leberwerte (einschließlich ASAT, ALAT, alkalische Phosphatase, GGT, LDH, Bilirubin); klinisch signifikante Transaminasenveränderungen; die abnormalen Leberfunktionstests stehen möglicherweise mit erhöhten Plasmakonzentrationen bzw. höheren Dosierungen in Zusammenhang; die meisten Leberwertanomalien bildeten sich während der Therapie ohne Dosisanpassung bzw. nach einer Dosisanpassung oder Absetzen der Therapie zurück.
- Gelbsucht
- Cheilitis
- cholestatische Gelbsucht
- Gastroenteritis
- Thrombozytopenie
- Anämie (einschließlich makrozytärer, mikrozytärer, normozytärer, megaloblastischer, aplastischer)
- Leukopenie
- Panzytopenie
- Knochenmarkdepression
- Purpura
- Hypokaliämie
- Erhöhung des Kreatininspiegels
- Hypoglykämie
- Benommensein
- Halluzinationen
- Verwirrtheit
- Depressionen
- Ängstlichkeit
- Tremor
- Unruhe
- Parästhesie
- akutes Atemnotsyndrom
- Lungenödem
- Atemnot
- Sinusitis
- Pruritus
- maculopapulöser Hautausschlag
- maculärer Hautausschlag
- papulärer Hautausschlag
- vermehrte Lichtempfindlichkeit der Haut
- Alopezie
- Hautrötung
- exfoliative Dermatitis
- Hämaturie
- akutes Nierenversagen; bei schwerkranken Patienten wurde unter Voriconazol-Therapie akutes Nierenversagen beobachtet. Patienten, die Voriconazol erhalten, erhalten häufig gleichzeitig nephrotoxische Medikamente und leiden an Begleiterkrankungen, die zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen können.

Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)

- Überempfindlichkeitsreaktionen
- anaphylaktoide Reaktion
- Quincke-Ödem
- allergische Dermatitis
- Stevens-Johnson-Syndrom
- Urtikaria
- Arzneimittelexanthem
- Psoriasis
- Peritonitis
- Vorhofarrhythmien
- Bradykardie
- Synkope
- supraventrikuläre Tachykardie
- Tachykardie
- Kammerflimmern
- ventrikuläre Arrhythmien
- Choleocystitis
- Gallensteine
- Verstopfung
- Duodenitis
- Dyspepsie
- Lebervergrößerung
- Gingivitis
- Glossitis
- Hepatitis
- Leberinsuffizienz
- Pankreatitis
- Zungenödem
- Nebennierenrindeninsuffizienz
- Lymphadenopathie
- Agranulozytose
- Eosinophilie
- Verbrauchskoagulopathie
- QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm
- Erhöhung des Harnstoffwerts im Blut
- Hypercholesterolämie
- Arthritis
- Ataxie
- Hirnödem
- Doppeltsehen
- Hypoästhesie
- Nystagmus
- Schwindel
- Optische Neuritis
- Papillenödem
- Skleritis
- Nephritis
- Proteinurie
- In klinischen Studien mit Voriconazol kam es gelegentlich zu Fällen schwerer Leberfunktionsstörungen (einschließlich Hepatitis, Cholestase und fulminantes Leberversagen, auch mit tödlichem Ausgang). Fälle von Leberfunktionsstörungen wurden vor allem bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen (vorwiegend bei malignen hämatologischen Erkrankungen) beobachtet. Vorübergehende Leberfunktionsstörungen, einschließlich Hepatitis und Gelbsucht, traten bei Patienten ohne sonstige, erkennbare Risikofaktoren auf. Mit Absetzen der Therapie waren die Leberfunktionsstörungen in der Regel reversibel.

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

- Torsade de pointes
- ventrikuläre Tachykardie
- kompletter AV-Block
- Schenkelblock
- AV-Rhythmus
- pseudomembranöse Colitis
- hepatisches Koma
- Lymphangiitis
- Hyperthyreose
- Hypothyreose
- Krampfanfall
- Enzephalopathie
- Guillain-Barré-Syndrom
- okulogyre Krisen
- Hypertonus
- extrapyramidal motorisches Syndrom
- diskoider Lupus erythematodes
- Erythema multiforme
- toxische epidermale Nekrolyse
- Netzhautblutungen
- Hornhauttrübungen
- Nervus opticus - Atrophie
- Nierentubulusnekrose
- Geschmacksstörungen
- Schlaflosigkeit
- Hypakusis
- Tinnitus