H1-Antihistaminika
verdrängen Histamin kompetitiv von den H1-Rezeptoren und heben
so
die durch die Erregung dieser Rezeptoren ausgelösten Wirkungen
auf. Die Hemmstoffe sind hochspezifisch und beeinflussen keine
Reaktionen, die durch die Besetzung der H2-Rezeptoren
ausgelöst
werden. Allerdings zeichnen sich vor allem die klassischen
H1-Antihistaminika durch eine Reihe unerwünschter
Nebenwirkungen
aus, wie zum Beispiel ausgeprägte Müdigkeit und
Schläfrigkeit.
Histamin wird in den Mastzellen und den
basophilen
Granulozyten in protonierter, biologisch inaktiver Form gespeichert und
bei Überempfindlichkeitsreaktionen, bei der
Zerstörung der
Zellen oder durch bestimmte chemische Substanzen (z.B. Tubocurarin-HCl),
freigesetzt.
Histamin bindet an H1-, H2- und H3-Rezeptoren. Werden die H2-Rezeptoren
erregt, wird u.a. die Magensaftsekretion gesteigert. Über
H3-Autorezeptoren steuert Histamin u.a. seine eigene Synthese und
Freisetzung.
Erregung
der H1-Rezeptoren:
- führt u.a. zur Konstriktion großer und zur
Dilatation
kleiner Gefäße. Die Folge sind allgemeiner
Blutdruckabfall,
Rückgang des gesamten peripheren Widerstandes in der
Mesenterial-Arterie sowie eine Erhöhung des Blutdrucks in der
Portalvene.
- kontrahiert die Bronchial- und Darmmuskulatur.
- erhöht die Kapillarpermeabilität durch eine
Kontraktion der
Endothelzellen. Es kommt zu einem möglichen Austritt von
Plasma
ins Gewebe und einer damit verbundenen Schwellung.
- führt zu einer erhöhten Schleimproduktion.
- erleichert die Leukozytenmigration durch Bildung von
Adhäsionsmolekülren an der Oberfläche von
der
Endothelzellen.
- löst durch Stimulation afferenter Nerven Juckreiz aus.
Im ZNS sind H1-Rezeptoren am Erhalt des Wachzustandes sowie an der
Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt.
Typische
Reaktion von lokal freigesetztem Histamin ist die Quaddel, der ein
Austritt von Plasmawasser aus den Kapillaren (Schwellung), eine
Gefäßerweiterung (Rötung) und eine
Aktivierung
sensibler Nervenendigungen (Juckreiz) zugrunde liegt. Typische Symptome
der systemischen Wirkung von Histamin sind Bronchokonstriktion,
Blutdruckabfall, Darmspasmen und eine Steigerung der
Drüsentätigkeit. Es wird vermehrt Nasen- und
Drüsensekret gebildet wird, sowie Niesreiz und ein Kribbeln im
Hals ausgelöst.
Histamin hat auch eine
Überträgerfunktion im Gehirn. So ziehen u.a.
histaminerge
Neurone vom posterioren Hypothalamus zum Thalamus. Deren Erregung ist
wahrscheinlich für die Weckreaktion mitverantwortlich.
Während die H1-Antihistaminika
der 1. Generation
nicht selektiv
auf H1-Rezeptoren wirken, sondern auch zentrale Rezeptoren dieses Typs
und zudem vielfach Muskarin-Rezeptoren blockieren, wirken neuere Stoffe
(Antihistaminika der 2.
Generation) aufgrund einer geringeren
Lipophilie nahezu selektiv auf periphere H1-Rezeptoren. Infolge
Blockade zentraler H1-Rezeptoren wirken die Anthistaminika der 1.
Generation sedierend.