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Insuline



 

Wirkungsmechanismus der Insuline

Insulin ist ein Proteohormon mit einer relativen Molekülmasse von ca. 5800 g/mol und wird in den B-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es setzt sich aus 2 Aminosäureketten zusammen — der A-Kette und der B-Kette —, die über Disulfidbrücken miteinander verlinkt sind.

Formel bzw. AS-Sequenz Insulin human (Humaninsulin)

Insulin dient in erster Linie der Aufrechterhaltung der Blutglucosehomöostase und ist das einzige blutzuckersenkende Hormon. Es führt zu einer Steigerung anaboler und zu einer Hemmung kataboler Stoffwechselwirkungen. Die wichtigsten Zielorgane der Insulinwirkung sind Leber-, Muskel- und Fettzellen. Insulin führt nach der Bindung an einen spezifischen Rezeptor der Zellmembran zu einer raschen Aktivierung des Glucosetransports in die Zelle, steigert die Utilisation der Glucose sowie die Fettsäureaufnahme in das Fettgewebe und fördert die Synthese von Glykogen, Lipiden und Proteinen (Steigerung der Aminosäureaufnahme in die Zellen). Außerdem hemmt es Stoffwechselprozesse wie die Gluconeogenese, die Leberglykogenolyse, die Lipolyse, die Ketogenese sowie die Proteolyse. Durch Enzymaktivierung wird außerdem die hepatische Glykogensynthese gesteigert.

Nach Wechselwirkung des Insulins mit seinem membranständigen Rezeptor kommt es zu einer Autophosphorylierung an dessen intrazellulären Phosphorylierungsstellen. Dadurch erlangt der Rezeptor die Eigenschaften einer aktiven Tyrosinkinase. Anschließende Phosphorylierung verschiedener Substrate aktivieren eine Reihe von Stoffwechselenzymen in den Effektorzellen. Darüber hinaus führt der Insulin-Insulinrezeptor-Komplex in Muskel- und Fettzellen zu einer Translokation von präformierten Glucosetransportern aus zytoplasmatischen Vesikeln in die Zellmembran. Hierdurch wird der Glucosetransport aus dem Extra- in den Intrazellularraum durch erleichterte Diffusion erheblich beschleunigt. Außerdem steigt durch Aktivierung der Na+/K+-ATPase die Aufnahme von Kaliumionen in die Zelle.

Wirkung Insulin

Neben tierischen Insulinen und Humaninsulinen stehen gentechnisch abgewandelte (modifizierte) Insuline (Insulin-Analoge) zur Verfügung. Gentechnisch abgewandelte Insuline wurden entwickelt, um Insuline mit besonderen pharmakokinetischen Eigenschaften (besonders raschem Wirkungseintritt, kurzer oder auch langer Wirkungsdauer) zu erhalten.
Nach der Stärke der Initialwirkung, der Zeit bis zum Wirkungsmaximum und der Wirkungsdauer unterscheidet man:
- Altinsulin (Normalinsulin, Bolusinsulin)
- Besonders rasch und kurz wirkende Insuline
- Verzögerungsinsuline (Basalinsuline, Basisinsuline, Depotinsuline), die nochmals in Intermediärinsuline (Wirkdauer < 24 h) und Langzeitinsuline (Wirkdauer 24-36 h) unterteilt werden können.
- Mischinsuline (Kombinationsinsuline)