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Tetracycline



 

Wirkungsmechanismus der Tetracycline

Die zu den semisynthetischen Breitspektrum-Antibiotika gehörenden Tetracycline werden aus verschiedenen Streptomyces-Arten isoliert und unterscheiden sich durch Substituenten am Tetracyclin-Grundgerüst. Alle Tetracycline weisen weitgehend das gleiche große antimikrobielle Wirkungsspektrum auf, unterscheiden sich aber durch den Grad der antimikrobiellen Aktivität, in der Resorptionsquote, Proteinbindung und Affinität für 2- und 3-wertige Kationen.

Tetracycline wirken bei den in vivo erreichbaren Konzentrationen bakteriostatisch sowohl auf intra- als auch auf extrazelluläre Keime. Der Wirkungsmechanismus beruht auf Hemmung der ribosomalen Proteinsynthese durch reversible Bindung an die 30S-Untereinheit der Ribosomen. Dadurch wird der Zugang der Aminoacyl-t-RNA an die Akzeptorstellen dieser Ribosomen verhindert, die Verlängerung der Peptidkette kann nicht erfolgen. Bakterienzellen können neben der passiven Diffusion durch die Zellwand die Tetracycline durch einen spezifischen energieabhängigen Transportmechanismus intrazellulär akkumulieren. Da der Säugetierzelle dieser Transportmechanismus fehlt, hemmen Tetracycline dort erst in sehr hohen Konzentrationen die Proteinsynthese. In therapeutisch wirksamen Konzentrationen beschränkt sich daher die toxische Wirkung auf Bakterienzellen.
Die Resistenz gegenüber Tetracyclinen ist auf Resistenzplasmiden codiert und beruht auf der Hemmung des Transportmechanismus in die Bakterienzelle, wodurch die Anreicherung im Zellinnern verhindert wird.

Zwischen den Tetracyclinen besteht eine nahezu vollständige Kreuzresistenz. Aufgrund der Resistenzzunahme ist die Anwendbarkeit der Tetracycline inzwischen erheblich eingeschränkt.


Wirkung Antibiotika