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Zopiclon


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Zopiclon

Zopiclon ist chiral, enthält also ein Stereozentrum. Es gibt somit zwei Enantiomere, die (R)-Form [links] und die (S)-Form [rechts]. Die Handelspräparate enthalten den Arzneistoff als Racemat (1:1-Gemisch der Enantiomere).

Formel Zopiclon RFormel Zopiclon S

Wirkstoffklasse

  • Hypnotikum

Fertigpräparate (Auswahl)

  • Ximovan® 
  • Somnosan® 
  • Optidorm® 

Wirkung

Zopiclon ist eine Benzodiazepin-verwandte Substanz vom Cyclopyrrolon-Typ.
Zopiclon ist indiziert zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen von klinisch bedeutsamem Schweregrad.


Wirkungsmechanismus

Die Hypnotika (Zaleplon, Zopiclon, Zolpidem) sind Substanzen, die ähnliche pharmakodynamische Eigenschaften mit z. T. quantitativen Unterschieden in den einzelnen Wirkqualitäten aufweisen wie die Benzodiazepine, ohne eine chemisch-strukturelle Verwandtschaft zu den Benzodiazepinen zu besitzen.
Die Unterschiede im genauen Wirkspektrum sind auf den relativ selektiven Agonismus an einem der Benzodiazepin-Rezeptor-Subtypen, dem ω1-Rezeptor (α1-Untereinheit des GABAA-Rezeptor-Chloridkanal-Komplexes) zurück zu führen.
Die Bindung an den ω1-Subtyp, der überwiegend im Kleinhirn vorkommt, bewirkt in Folge einer Modulation der Öffnung des Chlorid-Ionen-Kanals v. a. Sedation.
Es existieren Hinweise darauf, dass die Bindungsstelle der Benzodiazepin-verwandten Substanzen von der der Benzodiazepine abweicht, aber allosterisch mit ihr verknüpft ist.
In vitro konnte eine gegenseitige Verdrängung aus der Rezeptorbindung zwischen den Benzodiazepin verwandten Substanzen und Benzodiazepinen bzw. dem Benzodiazepin-Antagonisten Flumazenil nachgewiesen werden.
Das von Benzodiazepin-verwandten Substanzen hervor gerufene EEG-Muster unterscheidet sich von dem EEG-Muster nach Verabreichung von Benzodiazepinen.
Klinisch wird die Schlaflatenz verkürzt und die Schlafdauer verlängert. In therapeutischen Dosen werden die physiologischen Schlafparameter nicht oder nur unwesentlich beeinflusst. Es kommt zur Verlängerung der REM-Latenz, die Gesamtdauer der REM-Phasen ist meist unverändert, während die Phasen 2-4 des Non-REM-Schlafs unverändert, verkürzt oder verlängert sein können. Höhere Dosen verkürzen die REM-Phasen.
Anders als Benzodiazepine greifen Benzodiazepin-verwandte Substanzen (relative ω1-Selektivität) in geringerem Maße am ω2- (Lokalisation: Gehirn, Rückenmark) und ω3-Rezeptor (v. a. in der Peripherie, aber auch im Gehirn anzutreffen) an, was zu geringer ausgeprägter Muskelrelaxation und Anxiolyse führen soll.
Trotzdem kann es zu Ataxien kommen, was zur Sturzgefährdung vor allem älterer Patienten und bei nächtlichem Aufstehen beiträgt.

Zopiclon ist eine Benzodiazepin-verwandte Substanz vom Cyclopyrrolon-Typ.
Zopiclon ist indiziert zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen von klinisch bedeutsamem Schweregrad.
Rebound: Am zweiten Tag nach Beendigung einer Behandlung über 21 d kam es bei gesunden Freiwilligen zu Absetzphänomenen, die am 4. Tag nicht mehr berichtet wurden.
Veränderungen der Schilddrüsenhormone unter der Anwendung von Zopiclon werden bei Menschen nicht beobachtet.


Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Im Folgenden sind absolute Gegenanzeiegn (Situationen in denen der Arzneistoff auf keinen Fall verabreicht werden sollte) und relative Gegenanzeigen (Situationen in denen der Arzneistoff nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte) aufgelistet. Für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Absolute Gegenanzeigen

- Alter < 18 Jahre
- Überempfindlichkeit gegenüber Zopiclon, Benzodiazepinen oder Benzodiazepin-ähnlichen Substanzen
- Myasthenia gravis
- schwere respiratorische Insuffizienz
- Schlafapnoe-Syndrom
- schwere Leberinsuffizienz

Relative Gegenanzeigen

- leichte bis mittelgradige Leberfunktionsstörungen
- höheres Lebensalter, körperliche Schwäche
- Depressionen, Angstzustände mit begleitender Depression
- Psychosen
- anamnestisch bekannter Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogen-Missbrauch
- chronische respiratorische Insuffizienz, beeinträchtigte Lungenfunktion (vorsichtige Anwendung)
- Nierenfunktionsstörungen (vorsichtige Anwendung)
- Schwangerschaft
- Stillzeit

Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen)

Es handelt sich hier um eine vollständige Liste der bekannten Nebenwirkungen, für genauere Informationen bzw. Antworten auf Ihre Fragen nutzen Sie bitte das Forum oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.


Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
- häufig bis sehr häufig: bitterer Geschmack, metallischer Nachgeschmack

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)

- Schläfrigkeit während des folgenden Tages, verminderte Aufmerksamkeit, Kopfschmerzen, Schwindel
- Magen-Darm-Störungen mit Übelkeit, Erbrechen

Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)

- emotionale Dämpfung, Verwirrtheit, Depression (Manifestation einer vorbestehenden Erkrankung), paradoxe Reaktionen wie Unruhezustände, Erregung, Reizzustände, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutanfälle, Alpträume, Schlafwandeln, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenes Verhalten u. a. Verhaltensstörungen
- anterograde Amnesie (unter therapeutischer Dosierung, mit zunehmender Dosis ansteigende Inzidenz, ggf. einher gehend mit unangemessenem Verhalten), Verwirrtheit, Ataxie (v. a. zu Behandlungsbeginn, normalerweise reversibel nach mehrmaliger Verabreichung), Benommenheit
- Doppeltsehen (v. a. zu Behandlungsbeginn, normalerweise reversibel nach mehrmaliger Verabreichung)
- Mundtrockenheit
- Hautreaktionen einschließlich Urtikaria
- Muskelschwäche
- Müdigkeit
- leichte bis mittlere Erhöhung der Serum-Transaminasen und/oder der alkalischen Phosphatase

Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)

- anaphylaktische Reaktionen
- verminderte Libido
- Angioödeme
- epileptische Anfälle
- unzureichende Sekretion des antidiuretischen Hormons



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